Snake Mountain Revival: „CCR meets Skeletor“

Wenn man die jüngsten Ereignisse bedenkt – oder besser gesagt, all jener bisher abgesagten und verschobenen Events – und den Effekt der längeren Pandemie-Pause auf uns alle, scheint es logisch, dass Doom- und Stoner-Rock-Musik einen Nerv zu treffen scheint. Viel Spaß bei unserem Interview mit Ryan Chandler von der Stoner-Metal-Band Snake Mountain Revival aus Virginia Beach, VA, USA. Die selbstbetitelte Demo-EP der Combo aus dem Jahr 2018 fand Lob in der Blogosphäre sowohl in den USA als auch in Übersee, worauf das Heavy-Psych-Surf-Desert-Rock-Album „The Valley of Madness“ 2019 folgte.

Wann wurde Snake Mountain Revival gegründet? Bitte erzähl uns die Geschichte, Ryan.
Wir „gründeten“ uns vor etwa 3 Jahren, glaube ich. Ich arbeitete im Siebdrucklager eines Surfshops in Virginia Beach mit unserem Schlagzeuger Josh (Woodhouse). Der Plan war, sich in Joshs Haus zu treffen und mit ihm und Zack (Trowbridge, unserem Gitarristen) zu jammen und im Grunde genommen nur rumzumachen und es nicht zu ernst zu nehmen. Wir richteten uns in seinem winzigen Zimmer ein und spielten einfach eine Stunde lang an diesem 3-Noten-Riff. Es war großartig. Wir improvisierten dann nur eine Woche später eine Surfwettbewerb-Show am Strand, auf der Ladefläche von drei Trucks. Das war ziemlich abartig. Seither haben wir einfach weiter Shows improvisiert, uns verbessert und viel Scheiß geschrieben, wenn wir nicht gerade aufgetreten sind.

Wer hat der Band den Namen verpasst?
Im Grunde haben wir alle der Band diesen Namen gegeben. Am Anfang haben wir mit Themen und Wörtern herumgespielt, die wir alle mochten. So ungefähr wie „CCR meets Skeletor“.

In welchen Bands hast du vor Snake Mountain Revival gespielt?
Ich war in ein paar Bands hier und da. The Poly Opto war eine 5-köpfige Psychedelic/Prog-Band, in der ich eine Zeit lang spielte. In den meisten dieser Songs ging es wirklich heftig zur Sache. Diese Jungs haben mir wirklich beigebracht, wie ich experimentieren und mich kreativ austoben kann. Danach gründete ich eine Band namens The Bad Volcano, wo wir hauptsächlich Psychedelic Rock spielten. Diese Band existierte nicht lange und leider haben wir nie irgendwas aufgenommen. Das Projekt war aber super, um mich in Richtung Songwriting weiter zu entwickeln. Die Schreibsessions mit den Jungs haben wirklich Spaß gemacht.

Hast du irgendwelche Lieblingsbands?
Nicht wirklich. Ich meine, es gibt Bands, die wir alle mögen, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns ein echter Fan einer bestimmten Band ist spielt. Wir hören alle ständig irgendwelchen Scheiß. Ich höre gerade italienische Musik aus den 50ern, falls das ein wenig mehr zur Klärung beiträgt.

Wen magst du in der Stoner-Metal- und Doom-Metal-Szene?
Ich will gar nicht erst anfangen, irgendwelche Bands zu nennen. Ich mag jeden, der versucht, sich von der Standardformel zu lösen. Jede Band, die sich beim Songwriting Zeit lässt und vor allem Kreativität an den Tag legt.

Habt ihr irgendwelche Live-Termine geplant?
Wir haben in naher Zukunft einige Shows geplant, aber wer weiß. Onkel Covid hat im Moment sozusagen das Sagen.

Interessiert ihr euch für Okkultismus? Was inspiriert dich zum Schreiben von Songs?
Ich interessiere mich sehr für den Okkultismus. In dem Sinne, dass ich mich für Psychologie und menschliches Verhalten interessiere und die Rolle, die der Okkultismus in diesen beiden Kategorien spielt. Ich veranstalte keine Zeremonien und zünde Kerzen an, führe keine Rituale durch oder so etwas, falls du das meinst. Ich denke, dass bestimmte Praktiken etwas lächerlich sind und dass Menschen, die derartigen Extremen erliegen, wohl nach einem Ersatz für eine wirkliche Persönlichkeit suchen. Davon abgesehen denke ich, dass eine gesunde Dosis Neugier auf das Übernatürliche oder Mystische für die Perspektive und die Lebenserfahrung sehr hilfreich ist. Ich möchte gerne neue Türen öffnen und sehen, wohin sie führen.

Was liegt in der Zukunft für die Band?
Für uns fühlt sich die Zukunft ziemlich seltsam an und ist schwer vorherzusagen. Die derzeitige Livemusik-Landschaft lässt wohl jeden fast verzweifeln. Wir möchten wirklich gerne in die Welt raus und unsere Songs vor einem neuen Publikum spielen. Vor allem aber wollen wir weiter Musik schreiben. Wir haben eine Menge neues Material in der Pipeline, von dem wir glauben, dass es den Leuten gefallen wird. Wir verfrachten die Zuhörer in eine raue, unerforschte Umwelt, wo es aber viele flauschige Wolken zum weich Landen gibt. Ich denke, die Fans von SMR werden sich über das freuen, was da kommt.

Bandcamp Bandwebsite

Text: John Wisniewski    photo: Bandwebsite

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

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