Ghostbusters: Legacy

Originaltitel: Ghostbusters: Afterlife / auch: Ghostbusters 3 – Afterlife

November 2021, K-12, 2 h 4 min

Um es vorwegzunehmen, Ghostbusters: Legacy (Ghostbusters: Afterlife), die Fortsetzung der legendären Ghostbusters – Die Geisterjäger (1984) und Ghostbusters II (1989), ist vollauf gelungen. Der Film sollte ursprünglich schon im Sommer 2020 in die Kinos kommen, der Kinostart wurde jedoch wegen COVID-19, wie so vieles andere, auf November 2021 verschoben. Also eine lange Warterei für Fans wie mich… im Fasching war ich mal als Ghostbuster unterwegs, wie bei Cosplay-Ehrenkodex alles selbst gemacht: beiger Ski-Overall mit selbst gezeichnetem Logo-Sticker am Arm, am Rücken ne große Stiefel -Schachtel, mit Alufolie, bisschen Draht & anderen dekorativen Ramsch-Fundstücken sowie Staubsauger-Bestandteilen stilgerecht aufgemotzt (letztere hinterher wieder ordentlich retourniert, sonst hätte mich Mutti ghost-gebustet). Damals konnten übrigens nur wenige mit meiner Kostümierung was anfangen – wäre heute wohl anders, da diese Kultfilme mittlerweile ne dritte Generation begeistern.

Anders als die – gut gemeinte, leider nur als gestreckte SNL Sketch rüberkommende – All-Girl Fassung ist dieser Film in jeder Hinsicht eine “amtliche” Fortsetzung. Gil Kenan schrieb das Drehbuch mit Jason Reitman, der auch Regie führte, und dieser ist wiederum der Sohn des Regisseurs der alten Ghostbuster-Filme, Ivan Reitman… Und in gewisser Weise konnte man tatsächlich auch die komplette alte Mannschaft hier versammeln*.

Zum Inhalt:
Eine alleinerziehende Mutter (Carrie Coon ), die mit ihren beiden Kindern Trevor (Finn Wolfhard) und Phoebe (Mckenna Grace) nach Oklahoma in ein altes Farmhaus zieht, das sie von ihrem unbekannten Vater geerbt hat. Mit der Hilfe der örtlichen Kids Podcast (Logan Kim) und Lucky (Celeste O’Connor) und ihres Lehrers Gary (Paul Rudd) finden sie mehr über die Ghostbuster-Vergangenheit in der Familie heraus, mehr als ihnen lieb ist…

Den Anfang fand ich etwas zäh, fast etwas zu gemächlich, wo Carrie Coon es auch schafft, ziemlich unsympathisch und ignorant rüber zu kommen. Was natürlich die Leistung der jungen Cast noch deutlicher herausstreicht – auf ihnen lastet der Großteil der Handlung und der Action, sobald diese so richtig ins Rollen kommt. Kompliment, die Truppe ist durchwegs super überzeugend, natürlich und kompetent, einfach zum Knuddeln. Ebenso Paul Rudd mit herrlichen Szenen und Statements (“Wissenschaft ist so rücksichtslos wie Punk Musik – und wir sind die Sicherheitsnadel im Nippel der Akademie”).

Besonders positiv fand ich, dass ein blitzgescheites Mädel im Mittelpunkt der Story steht – yep, so weitermachen bitte. Als Fan kichert man über die liebevoll eingebauten Referenzen zu den Filmklassikern. Und in der Tat ein respektvoller Umgang, keine Überdrüber Action oder CGI Orgien, alles wirkt Old-School plastisch und organisch. Und irgendwie ist alles viel zu schnell vorbei … ich hätte gerne noch mehr von den entzückenden Junioren und den Ghostbusters an sich gehabt. Wink mit dem Zaunpfahl – kommt da nochmal ein Nachschlag??

Fazit: Ein Film für die ganze Familie, den man sich als Fan auch gerne nochmal ansieht – schon wegen all den schrägen Details, die man sicher nicht alle gleich bemerkt hat. Eventuell ausreichend Taschentücher einstecken, ich war knapp davor, welche zu brauchen …

Und wem meine Empfehlung alleine nicht genügt:

* ein Cameo von Rick Moranis wäre noch der Hit gewesen…

  • 9/10
    Bewertung / rating - 9/10
9/10

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen. Mag.phil., zwei in 5 Jahren parallel abgeschlossene Vollstudien (English & American studies, Medienkommunikation) und stolz darauf, denn als Mädel aus einer Arbeiterfamilie in einem erzkonservativ-katholischen Land ging das nur dank Stipendium und etwas später im Leben als andere....