Lucifer / Dead Lord @ Z7 Konzertfabrik

17.11.2021 @Z7 Konzertfabrik Pratteln, Schweiz

FOTOGALERIE HIER

Es fühlt sich komisch an, nach 21 Monaten endlich mal wieder ein Konzert zu knipsen und zu reviewen. Lange ist es her und leider scheint es noch etwas anzudauern, grosse Tourneen werden abgesagt und wenn sie verschoben werden, dann meist ohne ein Datum in der Schweiz.

Da die Zukunft meines geliebten Z7 im Moment wegen der Parkplatz-Situation ungewiss ist, fragt man sich, ob es denn schon das letzte Konzert in dieser Halle sein könnte. Wir hoffen es nicht, versuchen den Gedanken fort zu drücken und jeden Moment hier, den wir noch haben, umso mehr zu geniessen. Dieses Mal mit zwei Bands, die ich noch nie live gesehen habe.

Dead Lord, deren Scheibe mich gar nicht überzeugte, hauen mich live um so mehr aus den Socken. Die schwedische Classic/ Hard Rock Band rund um Sänger und Gitarrist Hakim Krim legen einen grandiosen Start hin und führen mit Coolness und lockeren Sprüchen durch ihre Show. Mit von der Partie an der Gitarre ist auch Lucifers eigener Gitarrist Martin Nordin, der also somit heute gleich einen Doppelauftritt auf den Brettern der Z7 Bühne hat. Die Schweden sorgen bei dem leider nicht ganz so zahlreich erschienen Publikum für gute Stimmung. Auch wenn nur wenige Leute heute anwesend sind, geben diese alles, um die beiden Bands zu feiern und ihnen die weite Anreise zu danken. Krim und seine Männer haben beim Gig sichtbar Spass und witzeln darüber, dass man Drummer Adam Lindmark so weit hinten verstecken müsse, weil er so süss und jung sei und er ihnen sonst die Show stehlen würde. Wirklich toll, diese Band einmal Live und mit längerer Spielzeit gesehen zu haben.

Nach kurzer Umbauphase erscheinen dann schon die Hauptakteure auf der Bühne. Lucifer setzt sich zusammen aus der deutschen Sängerin Johanna Sadonis, die mit dem schwedischen Schlagzeuger und Songwriter der Band Nicke Andersson – auch bekannt von den Hellacopters und Entombed – verheiratet ist. Dazu kommen die Gitarristen Martin Nordin und Linus Björklund und Bassist Alex Mayr. Mit Ihrer klaren Stimme führt die blonde Frontfrau im Leder-Catsuit durch den Abend und überzeugt ohne Patzer. Ohne grosse Ansagen und ohne Gerede vermag die Band das Publikum in seinen Bann zu ziehen und gute Stimmung zu machen. Da tänzelt der ein oder andere schon mal quer durch das Z7. Platz ist ja genügend da. Die teils schwermütigen und dennoch eingängigen Songs laden zum Mitwippen und Mitsingen ein. Doom-Rock vom Feinsten.

Schade, dass nicht mehr Leute den Weg ins Z7 gefunden haben, um diese beiden tollen Bands an diesem Abend zu feiern. Wir hoffen, Lucifer kehrt bald wieder in die Schweiz zurück. Bis dahin bleibt uns nur, ihre Alben – Lucifer IV erschien am 31.10.2021 – aufzulegen und den Klängen ohne Live-Erlebnis zu lauschen.

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core