Hypocrisy Worship Tourstopp in Aschaffenburg

Hypocrisy „Worship“ European Tour 2022
Special Guests: Septic Flesh, The Agonist, Horizon Ignited
3.11.2022 Aschaffenburg, Colos Saal

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Schon im Vorfeld war absehbar, dass die Auswahl an Bands auf dieser über einmonatigen Tour ein Garant für volle Hallen sein würde…..
Und genau das trat dann auch ein. Der Colos Saal in Aschaffenburg war schon kurz nach dem Einlass gut gefüllt und als die Finnen Horizon Ignited die Bühne betraten, konnte die überaus talentierte Band den Abend vor einer stattlichen Kulisse eröffnen. Die Jungs um Vocalist Okko Solanterä spielten von der ersten Minute an sehr souverän und befreit auf. Sie präsentierten dem Publikum in Aschaffenburg druckvollen und technisch versierten Melodic Death Metal, der die Zuhörer sofort auf die Seite der Band brachte, die über die gesamte Länge des Auftritts zu überzeugen wusste. Sehr starker Auftritt der sympathischen Jungs aus Finnland, von denen man sicherlich in Zukunft noch hören wird.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause waren es The Agonist aus Kanada, die weiter für mächtig Stimmung sorgten. Sie haben mit Vicky Psarakis eine echte Frontröhre am Start, die mit ihren brachialen Death Metal Shouts, gemischt mit cleanen Gesangspassagen, den Kompositionen der Band einen ureigenen Stempel aufdrückt und zu begeistern weiß. Der Rest der Band bestach durch ein gutes Zusammenspiel und das Publikum feierte The Agonist mächtig ab. Nachdem Vicky die Fans auf den weiteren Verlauf des Abends eingestimmt hatte, wurden die Kanadier nach runden 40 Minuten mit viel Applaus verabschiedet.

Die altbekannten Septic Flesh waren nun an der Reihe und ein jeder Fan weiß mit welcher Intensität, Druck und melodischen Vielfalt die Griechen zu Werke gehen und zu überzeugen wissen.
Vom aktuellen Album „Modern Primitive“ ragten besonders das einzigartige „Hierophant“ und „Coming Storm“ heraus. Die Fans dankten es den Musikern mit bedingungsloser, lauter Unterstützung und es war mächtig Bewegung in der Menge. Septic Flesh sind live einfach eine Macht und „Pyramid God“ unterstrich dies mehr als eindrucksvoll. Sänger und Bassist Spiros hatte die Fans von der ersten Sekunde an im Griff und seine tiefen Growls, gepaart mit immer wiederkehrendem cleanen Gesang, erzeugten Druck und Gänsehautmomente zugleich. Sehr starke Performance der Griechen und die Fans waren jetzt richtig eingestimmt auf Hypocrisy.

Hypocrisy (8)

Als nach der Umbaupause die Bühne in ein mystisches Licht gehüllt wurde und der neue Session Drummer Hendrik Axelsson beim Intro die Fans begrüßte, wurde es laut im Publikum. Hypocrisy eröffneten ihr Set mit “Worship“ und man konnte förmlich spüren, wie Peter Tägtgren und seine Mannen hier alleine schon mit ihrer Präsenz für eine besondere Stimmung sorgten.
Rein musikalisch gab es die Qualität, die man von Hypocrisy kennt: Ein fast schon perfekt anmutendes Zusammenspiel der einzelnen Musiker sorgte für ein geniales Hörerlebnis und die Band war auf der Bühne ständig in Bewegung. Basser Mikael Hedlund und Gitarrist Tomas Elofsson waren immer um Kontakt zu den Fans bemüht und wechselten oft die Seiten, Hendrik Axelsson trommelte trotz kurzer Vorbereitungszeit auf die Tour präzise wie ein Uhrwerk und Peter Tägtgren bestach durch seinen abwechslungsreichen Gesangsstil und druckvolles Gitarrenspiel.

Mit seinen Ansagen sorgte Mr. Tägtgren immer wieder für lockere Momente, bevor die Band dann wieder Kracher wie „Eraser“ oder „Chemical Whore“ ins Publikum schoss. Die Fans waren mehr als dankbar und bedachten Hypocrisy mit viel Applaus. Mein persönliches Highlight war an diesem Abend „End Of Disclosure“ , was für mächtig Stimmung sorgte. Mit „Warpath“ & „Adjusting The Sun“ unterstrichen Hypocrisy ihre Sonderstellung im Melodic Death Metal und die Reaktion im Publikum fiel abermals enthusiastisch aus.
Mit „Roswell 47“ beendeten die Schweden einen Auftritt, den viele in immerwährender Erinnerung behalten werden. Mann kann nur hoffen, dass Hypocrisy uns noch viele Jahre erhalten bleiben.

Ein langer Abend mit tollen Bands war nun zu Ende und die Fans gingen zufrieden nach Hause. Daumen hoch für Horizon Ignited, The Agonist, Septic Flesh und Hypocrisy !!

Text & Fotos: Hanzi Herrmann

Hanzi Herrmann

Festival- und Konzertberichte, Konzertfotos, Interviews