Noumena – Anima

Label: Haunted Zoo Productions     VÖ: September 2020

Wenn es herbstelt und Wetter wie Stimmung langsam düsterer werden, dann passt auch wieder melancholischere Musik als der perfekte Soundtrack. Finnen haben gerade diese Melancholie wirklich gut drauf – darunter auch Noumena. 1998 in Ähtäri, Finnland, gegründet, hat die Band bisher fünf Alben auf den Markt gebracht und hat es mit Gigs bis nach Japan und China geschafft. Dennoch könnten Noumena wohl etwas mehr Aufmerksamkeit vertragen.

Mit dem neuen Album Anima präsentieren Noumena nach eigenem Bekunden ihre bisher dunkelste und melancholischste Seite. Wehmütige Melodien zwischen Doom und Folk, gelegentlich sogar ein wenig Dark-Pop – und alles trotz tieftönender Metal-Mucke verdammt eingängig. Wem Swallow The Sun, Hanging Garden und Amorphis gefallen, der kann auch hier bedenkenlos zugreifen.

Thematisch befasst sich das Album mit Tod und Verlust aus verschiedenen Blickwinkeln – die Lyrics sind in finnisch gehalten. Anima steht für die Manifestation von Geist, Seele und Vitalität, die in der finnischen Folklore die Form eines Seelenvogels annimmt. Ein ätherisches Geist-Tier, das die Seele zur Geburt bringt und sie im Tod wieder mitnimmt. Man muss aber nicht wirklich die Texte verstehen, um sich mit Noumena in die Schattenwelt entführen zu lassen.

Die Band macht übrigens noch so gut wie alles selbst: Anima ist eine gemeinsame kreative Unternehmung von Künstlern aus Noumenas Heimatstadt Ähtäri. Songs, Cover-Artwork, Promo-Bilder und „Saatto“ Musikvideo stammen von Profis aus Ähtäri – und das Indie-Label Haunted Zoo Productions gehört ebenfalls der Band.

Noumena sind:
Antti Haapanen – growls
Suvi Uura – vocals
Markus Hirvonen – guitars, vocals
Ville Lamminaho – guitars, mandolin, vocals
Tuukka Tuomela – guitars
Hannu Savolainen – bass
Ilkka Unnbom – drums

  • 9/10
    Bewertung / rating - 9/10
9/10

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen. Mag.phil., zwei in 5 Jahren parallel abgeschlossene Vollstudien (English & American studies, Medienkommunikation) und stolz darauf, denn als Mädel aus einer Arbeiterfamilie in einem erzkonservativ-katholischen Land ging das nur dank Stipendium und etwas später im Leben als andere....