Das dynamische Duo der Finnish Metal Civilization

Wer sich für Heavy Metal aus Finnland und dessen Geschichte interessiert, kommt daran nicht vorbei: “A Heavy Metal Civilization”, erzählt von denen, die diese Geschichte geschrieben haben, z.B. Marco Hietala (Nightwish/Tarot), Gas Lipstick (früher HIM, jetzt Flat Earth/Hallatar), Lauri Porra (Stratovarius), Eicca Toppinen (Apocalyptica) und viele andere große Namen aus der finnischen Metalszene. Die Dokumentation wurde von den Filmemachern und Multimedia-Journalisten Cristina Ornellas und Maila-Kaarina Rantanen zusammengestellt, und dieses dynamische Duo erzählt uns mehr darüber:

Bitte erzählt etwas über euch – wer seid ihr, was hat euch nach Finnland gebracht und wie seid ihr zur Metal-Musik gekommen?

Maila: Ich bin halb Finnin, halb Brasilianerin, geboren in Rio de Janeiro, und lebte zu Beginn meiner Kindheit in der einzigen finnischen Kolonie Brasiliens namens Penedo. Finnland war immer ein Teil meines Lebens. Im Jahr 1996 kam ich für 6 Monate zu meinen Verwandten nach Finnland und es war die beste Zeit meines Lebens. Ich war bereits ein Metalhead und Helsinki schien der perfekte Ort auf diesem Planeten für einen Metalhead zu sein. Der spätere Umzug hierher war eine natürliche Konsequenz. Mit 11 Jahren kam ich zum Metal. Ein Freund nahm Blizzard of Ozz mit zu mir nach Hause, und als ich Randy Rhoads Soli in Mr. Crowley hörte, brach ich in Tränen aus, es war das Schönste, was ich je gehört hatte. So hat es angefangen.

Cristina: Nun, ich komme aus Brasilien und bin vor 7 Jahren nach Finnland gezogen, um dort zu studieren. Ich fühlte schon immer den Wunsch, in einer anderen Kultur zu leben und mich damit zu identifizieren, und das hat mich dazu bewogen, Finnland zu wählen. Ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Heavy Metal, und auch finnische Bands gehörten zu der Kultur, mit der ich mich identifizierte!

Wie und wo habt ihr beiden euch kennengelernt? Habt ihr vorher zusammengearbeitet, oder wollt ihr weitere Projekte wie dieses hier machen?

Wir trafen uns über Facebook und hatten Dutzende von gemeinsamen Freunden aus Rio de Janeiro, aber wir trafen uns erst in Finnland, nachdem wir eine Weile hier waren. Da wir beide einen journalistischen Hintergrund hatten, begannen wir unsere Partnerschaft mit der Produktion einiger Youtube-Inhalte. Es klappte so gut, dass wir dachten: Warum nicht einen richtigen Film machen? Und die Idee des Dokumentarfilms nahm Gestalt an. Wir haben kein gemeinsames Geschäft. Wir machen verschiedene Dinge für die Arbeit, auch wenn beide im Multimedia-Bereich tätig sind, aber wir sind Freunde. Die Tatsache, dass unser Film auf der Website von Yle Areena lizenziert ist, gibt unserer Partnerschaft das Gefühl, dass sie ihre Mission erfüllt hat.

Cristina Ornellas (l) und Maila-Kaarina Rantanen

Habt ihr an der Universität Helsinki Heavy Metal studiert (denn es gibt hier an der Uni tatsächlich Kurse in Sachen Metal)? Falls ja, wie seid ihr zu diesem Studium gekommen und wie war es? Studiert ihr immer noch?

Maila: Nein, ich habe einen Berufsabschluss in Musik und auch einen Bachelor-Abschluss in Internationalen Beziehungen mit Nebenfach Kommunikation. Im Jahr 2020 werde ich meinen Master-Abschluss in Kommunikationsmanagement machen. Digitale Medien und Kommunikation ist mein Ding. In Brasilien hatte ich mein eigenes Rock/Metal-Webmagazin.

Cristina: Nein, ich kam eigentlich mit einem bereits abgeschlossenen Abschluss in Mode und Erfahrung im Musikjournalismus nach Finnland, nachdem ich für ein Musikmagazin und Websites wie Spin (vom amerikanischen Musikmagazin) geschrieben hatte.

War es das Filmemachen oder Heavy Metal, das euch zu diesem Projekt inspiriert hat?

Beides! Bevor wir uns kennen lernten, haben wir beide auf unterschiedliche Weise im Musikbereich gearbeitet. Die Idee, einen Dokumentarfilm über den finnischen Heavy Metal mit einem internationalen Ansatz zu drehen, kam uns dabei wie von selbst.

Wie kamt ihr auf die Idee für dieses Projekt und wie lange dauerte es von der Idee bis zur Realisierung?

Cristina: Für mich war der Kickstart ein alter Wunsch, etwas zu machen, das von der Metal-Musik inspiriert ist, nachdem ich Jahre zuvor “Headbangers Journey” (von Sam Dunn) gesehen hatte und dachte: “So etwas wollte ich schon immer machen!” Jahre später, nachdem ich Maila kennengelernt hatte, haben wir die Dokumentation gemacht.

Maila: Wir stellten fest, dass der YouTube-Kanal nicht genau das Publikum ansprach, das wir erwartet hatten. Zu dieser Zeit, etwa 2015, war das Publikum zu jung für die Inhalte, die wir produzieren wollten. Es lag nahe, den Schwerpunkt des Projekts auf eine echte Dokumentation zu verlagern. Wir hatten die Ideen, die Möglichkeiten, das Wissen, um sowas zu produzieren, warum also nicht?

War es schwierig, all die Beteiligten zu treffen? Wie habt ihr eure Interviewpartner ausgewählt?

Überraschenderweise war es für sie umso einfacher, an dem Dokumentarfilm teilzunehmen, je einflussreicher der Name in der Szene war. Um ehrlich zu sein scheinen eher die jüngeren Bands weniger Interesse zu haben. Einige haben sich nicht die Mühe gemacht teilzunehmen, das machte aber nichts, denn wir haben alle bekommen, die wir für diesen Film wirklich wollten, und waren zu 200% zufrieden mit dem Ergebnis und dem, was sie zum Endergebnis beigetragen haben! Bei der Auswahl, wer dabei sein sollte, fragten wir uns im Grunde nur: “Wer hat geholfen, den Weg zu ebnen und den finnischen Metal auf ein internationales Niveau zu heben? Der die Szene zu dem gemacht, was sie heute ist?” Wir machten eine Liste und begannen, die Kontakte zu suchen.

Gab es jemanden, den ihr gerne getroffen hättet, aber es hat nicht geklappt?

Ville Valo war mit Sicherheit jemand, mit dem wir gerne sprechen wollten. Zu diesem Zeitpunkt waren HIM gerade dabei, die Abschiedstournee abzuschließen und es wurden fast keine Interviews gegeben, also haben wir es nicht persönlich genommen. Alle anderen, die wir wollten, haben auch teilgenommen!

Was war das Schwierigste an diesem Projekt – Ausrüstung, Gespräche mit den Leuten, Schnitt?

Hauptsächlich war es der finanzielle Aspekt, da wir überhaupt keinen Sponsor hatten, wir haben alles zu 100% aus unseren Taschen bezahlt. Wir investierten in professionelle Ausrüstung, aber wir konnten uns kein Set leisten, das uns die kreative Freiheit gab, so zu filmen, wie wir es uns eigentlich gewünscht hatten. Aber diese Dinge haben uns nicht davon abgehalten und wir sind sehr stolz auf unsere Arbeit, denn mit den Mitteln, die wir hatten, haben wir ein bedeutendes Projekt von guter Qualität auf die Beine gestellt. Wir haben es verwirklicht! Wir hatten auch das Glück, dass wir einen Freund für den Schnitt gewinnen konnten, Bruno Leo Ribeiro, er ist ein ausgezeichneter Profi in der Nachproduktion!

Wie und wo kann man sich den Dokumentarfilm anschauen?

In Finnland ist er bei YLE AREENA (dem führenden Fernsehsender der Nation) zu sehen und in Großbritannien und der USA erhältlich über Amazon Prime. Wir haben die Amazon-Genehmigung, den Film in Prime Japan und Prime Deutschland zu zeigen, aber wir brauchen Untertitel in diesen Sprachen. Leider können wir es uns nicht leisten, für die Untertitel zu bezahlen, aber wenn eine gute Metallerseele aus diesen Ländern bei diesen Übersetzungen helfen möchte, setzt euch bitte mit uns in Verbindung, dann können diese Länder die nächsten sein!

Habt ihr in naher Zukunft öffentliche Vorführungen geplant?

Wir hoffen, den Film bald auf einigen Festivals zu zeigen. Bleibt auf dem Laufenden und folgt uns auf Facebook und Instagram!

Unsere E-Mail: aheavymetalcivilization@gmail.com
Instagram: @aheavymetalcivilization
Facebook: https://www.facebook.com/aheavymetalcivilization

Link  Prime UK: https://www.amazon.co.uk/dp/B07YP15BX6
Link Prime USA: https://www.amazon.com/dp/B07YNZZRR6
Link  YLE Areena Finland: https://areena.yle.fi/1-50497810
Link for the trailer: https://youtu.be/qDzL9lTA6F0

(Fotos zur Verfügung gestellt von “A Heavy Metal Civilization”)

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.