Matt Wilcock (Shotgun Mistress): Mehr Raum zum Atmen

Die Rockband Shotgun Mistress aus Melbourne, gegründet 2018 von Matt Wilcock, David Lee, Ben Curnow und Glenn Patrick, ist endlich wieder im Konzertgeschäft. Sie haben gerade einige Shows absolviert, z.B. als Support der Legenden Electric Mary oder als Headliner des Camp4Cancer Festivals. Im Mai 2022 steht eine Tour an (siehe weiter unten). Außerdem haben sie gerade ein neues Album veröffentlicht… Gitarrist Matt Wilcock erzählt uns mehr darüber, über die Band und sich selbst:

Matt, vor Shotgun Mistress warst du bei Ackercocke und The Beserker. Kannst du uns etwas über deine Zeit in diesen Bands erzählen?
Ja… Also im Grunde genommen war ich mein ganzes Leben lang Death Metal-Gitarrist, damals bei The Beserker, was mir wie eine Ewigkeit vorkommt. Wir haben das „Dissimulate“-Album aufgenommen und wahrscheinlich 150 Shows auf der ganzen Welt gespielt. Dann bin ich für 10 Jahre nach Großbritannien gezogen und habe 2 Alben mit Akercocke aufgenommen. Wir spielten viele Festivals und tourten, bis meine Zeit mit ihnen ein natürliches Ende fand. Seitdem habe ich in zahlreichen anderen Extrem-Metal-Bands und bei Alben mitgewirkt, aber diese beiden Bands haben eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt und mich zu dem Musiker gemacht, der ich bin, und auch dorthin gebracht, wo ich nun im Leben stehe.

Wann und wie wurde Shotgun Mistress gegründet? Kannst du uns die Geschichte erzählen?
Ich glaube, es war 2018, alles ist ein bisschen verschwommen und ich bin schlecht in Zeitangaben, aber im Grunde hatte ich das Bedürfnis, ein paar Guns’n’Roses/Slash/Motörhead-ähnliche Stücke zu spielen. Einfach geradlinige Rockmusik. Ich kannte alle Jungs aus verschiedenen Bands, in denen ich viele Jahre zuvor gespielt hatte, also habe ich eine Art „Band“ zusammengestellt. Wir trafen uns alle in einem Raum und fingen an, Krach zu machen, und dann hat sich alles ziemlich schnell einfach ergeben.

Irgendwelche Lieblingsbands?
Das ist eine eigenartige Frage, denn ich habe einen sehr eigenartigen und vielfältigen Musikgeschmack. Aber nur so zum Spaß hier ein paar meiner Favoriten. Marduk, Cannibal Corpse, Heart, Earth Wind and Fire, Slash, ZZ Top. Also ja… Für die meisten Leute ist das eine seltsame Auswahl.

Wer schreibt die Musik für die Band?
Für das Debüt habe ich den Großteil der Riffs geschrieben, Ben und Glenn haben aber auch Beiträge geleistet und wir haben definitiv als Band an den Songs gearbeitet. Jetzt, wo wir für unser nächstes Album schreiben, kommen sowohl Ben als auch ich mit den meisten Riffs oder Grundideen, und im Proberaum arbeiten wir alle an den Arrangements und fügen alles zusammen.
Sobald wir eine grobe Songstruktur haben, hat Glenn normalerweise ziemlich schnell ein paar Ideen für den Gesang oder Melodien und wir verfeinern die Dinge von dort aus.

Ihr habt gerade das neue Album aufgenommen. Wie waren die Aufnahmesessions?
Um ehrlich zu sein, die Sessions waren alle ziemlich unabhängig voneinander.
Wir haben ein bisschen vorproduziert, so dass wir gut auf die Aufnahmen vorbereitet waren, und dann hat jeder von uns in einem anderen Studio aufgenommen. Ich denke, so etwas ist heutzutage ziemlich normal, die Leute leben in verschiedenen Teilen der Welt, die Technologie ist besser geworden und es gibt mehr Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass ich in meiner ganzen Karriere jemals ein Album von Anfang bis Ende gemacht habe, bei dem alle am selben Ort aufgenommen und gemischt haben. Die Mixing-Phase war allerdings ziemlich aufregend, denn da haben die Songs wirklich angefangen, Form anzunehmen und zum Leben zu erwachen.

Ist in Shotgun Mistress zu sein irgendwie anders als in anderen Bands?
Nun, für mich ist es insofern anders, da ich im Allgemeinen vorher immer in extremen Metalbands war, also hat diese Band einen ganz anderen Vibe. Es gibt ein bisschen mehr Raum zum Atmen als in den anderen Bands, in denen ich vorher war; mehr Möglichkeiten zu improvisieren oder zumindest bei den Riffs ein bisschen Freestyle zu machen.
Wir konzentrieren uns immer noch darauf, al eine Einheit und gut zu spielen, aber es gibt einfach mehr Raum zum Atmen, sowohl klanglich als auch in Bezug auf das Spielen an sich.
Die Arbeitsmoral ist bei allem, was ich tue, immer dieselbe, und Shotgun ist da keine Ausnahme, wir alle sind in allen Aspekten ziemlich konzentriert und engagiert, um alles in Bezug auf die Band auch ‚gebacken zu kriegen‘.

Kannst du uns etwas über die kommenden Live-Termine mit Shotgun erzählen? Spielt ihr gerne live?
Wir haben in letzter Zeit wieder angefangen, ein paar Shows zu spielen, da die Covid-Einschränkungen weggefallen sind. Wir stehen total darauf, live zu spielen, und es war eine echte Belastung, während der ganzen Pandemie nicht auftreten zu können.
Aber wir kommen langsam wieder in Schwung und sind wieder voll dabei.
Wir haben gerade eine landesweite Reihe von Shows für die kommenden Monate angekündigt, also bereiten wir uns darauf vor und können es kaum erwarten, in ein paar Orten zu spielen, die wir noch nicht gerockt haben.

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text: John Wisniewski photos: Band website

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

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