Helloween – Helloween

Label: Nuclear Blast   Spielzeit: 65 Min   VÖ: 18.06.2021

 

Das Jahr 2016 sorgte für Freudentränen bei den Fans der Hamburger Kürbis-Institution: Kai Hansen, Gründungsmitglied und bis zum seinem Ausstieg 1988 Sänger der Band, und dessen Nachfolger Michael Kiske, Sänger bis 1993, reformierten sich mit der Band, einschließlich dem aktuellen Sänger Andi Deris. Die nachfolgende Tour war wie erwartet ein Triumphzug sondergleichen. Logischerweise wurden Rufe nach einem gemeinsamen Album laut, Rufe die nicht umsonst gewesen sein sollen…

Und nun liegt es vor, schlicht „Helloween“ betitelt. Das wichtigste vorab: Die Band wählt nicht den sicheren Weg und schafft einen Aufguss ihres vergangenen Schaffens. Stattdessen ist es ein Album, das allen Schaffensperioden gerecht wird und dabei vielschichtig und ambitioniert klingt. Dies liegt natürlich auch an den drei fantastischen Sängern, die sich so wunderbar ergänzen, als würden sie schon ihr ganzes Leben zusammen spielen.

Kurz zu den einzelnen Songs: Der Opener ‚Out for the Glory‘ startet mit einer Slayer typischen Melodie, entwickelt sich aber schnell zu einem typischen Happy-Helloween-Double-Bass-Song. Ein guter Einstieg. Es folgt ‚Fear of the Fallen‘, das mit ruhig startet, bevor ein flottes Riff übernimmt. Etwas abwechslungsreicher als der Opener, aber ähnliches Holz. ‚Best Time‘ dürfte der fröhlichste und poppigste Song des Albums sein und zukünftig auf Konzerten für gute Laune sorgen. Eine logische Single. ‚Mass Pollution‘ ist ein deutlicher Kontrast und orientiert sich mit seinen heavy Riffs und Drums eher an den jüngeren Halloween. Cooler Song! Das nachfolgende ‚Angels‘ startet ruhig und mit Orgelklängen. Insgesamt ist es etwas langsamer, ruhiger und poppiger. Zündet als erster Song nicht so richtig. Etwas flotter wird es dann wieder mit ‚Rise Without Chains‘. Schöne Dynamik, erstklassiger Chorus, cooler Song! ‚Indestructible‘ ist dagegen wieder etwas heavier und Riff betonter. Eine schöne Kombination von alten (Refrain) und neuen (Strophen) Halloween. Es folgt die nächste Double Bass-Attacke, genannt ‚Robot King‘. Zündet nicht so richtig, bisher der schwächste Song. Das nachfolgende ‚Cyanide‘ macht den schwächeren Vorgänger aber schnell vergessen. Wieder Riff und Rhythmus betonte Strophen mit einem hervorragenden Andi Deris, dazu ein erstklassiger Chorus. Für mich der stärkste Song des Albums! ‚Down in the Dumps‘ ist dagegen wieder schneller und wird im Refrain durch Michael Kiskes hohe Vocals geprägt. Es folgt ein kurzes, Synth-lastiges Zwischenspiel, bevor mit ‚Skyfall‘ das große Finale kommt. Und groß ist hier Programm. Lang, komplex, ausufernd und ein – richtig! – großer Refrain. Definitiv noch ein richtiges Highlight zum Ausklang.

Unterm Strich liefern Helloween richtig. Die 2-3 etwas schwächeren Songs sind schnell vergessen. Statt hier auf Nummer sicher zu gehen und eine Radio-Hymne nach der nächsten abzuliefern, werden die Kürbisköpfe kreativ und legen ein ambitioniertes Werk vor. Die Songs brauchen deshalb etwas länger bis sie zünden, verbrauchen sich dafür aber nicht zu schnell. Hier gibt es auch nach dem x-ten Durchlauf noch Neues zu entdecken. Chapeau, meine Herren!

 

https://www.helloween.org

  • 9/10
    Bewertung / rating - 9/10
9/10

Timo Pässler

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