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FANGS Volume 3 – Various Artists

Mongrel Records    VÖ: 16. April 2021

Das Beste an Underground-Sounds aus Afrika, alles von Alternative Rock bis Metalcore, für Fans von:

Whitechapel / Vulvodynia / Animals As Leaders / Fu Manchu / Opeth / Killswitch Engage / Nirvana / Linkin Park / Royal Blood

Track Listing:

01. MYTHOS „UNLEASH THE KRAKEN“ – Die ägyptischen Mythos spielen eine berauschende Mischung aus Groove Metal und  Deathcore, was ihre Liebe zu klassischen Mythen und Legenden mit schierer Brutalität und geschliffenen Attacken untermauert. Die Vocals auf „Unleash The Kraken“ sind unheimlich,  die Produktion sauber und  der Gesamteffekt aggressiv und höchst unterhaltsam.

02. RUFF MAJIK „SHRUG OF THE YEAR“ – Ein Highlight der südafrikanischen Doom/Stoner-Szene, machen Ruff Majik mit einem Hauch von Psychedelik einfach Spaß. „Shrug Of The Year“ ist grooviger Stoner-Wahnsinn mit Pentagram-mäßigem Gesang, mit einem einprägsamen Refrain, fettem Sleaze Riff und einem Gitarrensolo, das sich in die Melodie einfügt, ohne zu protzen.

03. HIRAETH „STRATA“ – Hiraeth sind eine Prog-Metal-Band aus Gauteng, die ihre individuellen Inspirationen nutzen, um ihre Musik auf eine einzigartige Ebene zu bringen. Die fette Stakkato-Gitarre und das saubere Legato-Solo auf „Strata“ bilden die Grundlage für die lebendige Mischung aus Screams, Growls und weiblichen Vocals, die sowohl verblüffen als auch überraschen. Ähnlich wie bei einer Zwiebel gibt es hier viele Schichten zu erforschen.

04. ACID MAGUS „PSYCHONAUT 1400“ – Als Neuzugang in der südafrikanischen Stoner/Retro-Rock-Szene sind Acid Magus eine Band, die sich auf Althergebrachtes bezieht und es mit einem modernen Kick aufpeppt. „Psychonaut 1400“ hat all die typischen Vocals, die psychedelische Atmosphäre und die 60er-Jahre-Produktion fest im Griff, mit einer druckvollen Attacke und Stoner-Riffage a go-go.

05. SUNDERGEIST „IT’S OVER, JEHOVAH“ – Die in Kapstadt ansässige Ein-Mann-Band Sundergeist ist eine moderne Interpretation des Industrial-Nu-Metal der frühen 2000er (Static-X meets Powerman 5000 ohne die Gimmicks), und das ist erfrischend im Jahr 2021. Dieser Track enthält swingenden Groove in einer elektronischen Landschaft; alternative härtere Sounds; kraftvolle Intention und aktuelle Texte, die uns direkt in die Realität von heute schwingen.

06. AMENTA „PANDORE“ – Eine weitere ägyptische Band auf dieser Compilation (diesmal im Doom/Death-Bereich): Amenta kommen auf „Pandore“ daher mit einem akustischen Intro, das sich zu einem epischen Orchester entwickelt, bevor der Metal mit voller Wucht überhand nimmt. Ein Engel/Teufel-Dialog im Gesang (weibliche und Growl Vocals ineinander verwoben) erinnert den Hörer an The Project Hate, purer Death Metal mit esoterischen Obertönen, die ein Hör-Abenteuer bieten.

07. ROBYN FERGUSON „GREY“ – Als Mitglied der lokalen Black/Death-Metal-Band Adorned In Ash stand Robyn Ferguson mit ihren schmetternden Growls und ihrem theatralischen Gitarrenspiel im Mittelpunkt, aber wir haben die Person hinter dem Corpsepaint erst wirklich gesehen, als sie vor ein paar Jahren solo ging. Ihre Stärken liegen in der instrumentalen Prog/Shred-Richtung, und ihr bisheriger Output incl. „Grey“ ist herausragend. Dynamik, technische Passagen und ein schweres Riff umhüllen ihre geschmackvollen melodischen Linien.

08. RIDDLEBREAK „EYES OF THE WORLD ENDER“ – Die aus Gauteng stammenden Riddlebreak sind in den letzten zehn Jahren in der SA-Szene aufgestiegen, haben ihren Prog/Metalcore-Punch verfeinert und spielen ununterbrochen Konzerte. „Eyes Of The World Ender“ ist einer ihrer besten neuen Tracks, ein Song, der einem Alptraum entsprungen ist – schwerer Djent ohne Emo-Geplärre, ein zarten Mittelteil und ein atemberaubender Höhepunkt. Eine Band, auf die man einen Blick werfen sollte.

09. EVERT SNYMAN „DUMB AND DEAD“ – Alternative Musik war selten ‚alternativ‘ im wahrsten Sinne des Wortes, seit sie in den frühen 1990ern kommerziel wurde, aber gelegentlich schimmert ein echtes Talent durch, das etwas zu sagen hat, das außerhalb des Mainstreams funktioniert. Der Johannesburger Songwriter Evert Snyman trifft mit „Dumb And Dead“ genau die richtigen Töne, ein Tritt in den Hintern mit Tempo, harten Gitarren und einem Blick zurück auf die frühen Jahre von Soundgarden, mit seiner eigenen, persönlichen Sichtweise und Stimme.

10. THE AMBLERS „THE DAY I GAVE MY SISTER AWAY“ – Manchmal ist dreckiger Rock’n’Roll alles, was man wirklich braucht, um sein musikalisches Verlangen zu stillen, und das ist der Bereich, wo sich The Amblers auszeichnen. The Day I Gave My Sister Away nimmt die besten Elemente von The White Stripes und arrangiert sie zu einem neuen Monster. Der Song enthält harte Gitarren und gigantische Drums, die dem Gesang erlauben, sich majestätisch zu erheben. Das ist genau das, was der Arzt verordnet hat.

11. SPRINGBOK NUDE GIRLS „BEST FRIENDS, BEST ENEMIES“ – Von dem Moment an, als die Springbok Nude Girls Mitte der 1990er auftauchten, sollte die südafrikanische Alternative-Rock-Szene nie wieder dieselbe sein. Als Aushängeschild für musikalischen Exzess und gutes Songwriting wurden  (und bleiben) sie Top-Performer, und „Best Friends, Best Enemies“ setzt die Erfolgssträhne fort. Das ist großer Arena-Rock mit Eiern – ungeduldige Riffs, treibender Bass, Arnos Gesang – ein wahrer Höhepunkt.

12. FAR FROM WHO WE ARE „RISE“ – Far From Who We Are aus Johannesburg machen keinen Hehl daraus, wer sie sind, wie sie klingen wollen und was sie sagen wollen. Das ist melodischer Alternative-Rock, der viele verschiedene Einflüsse in sich aufnimmt und mit einer Erfolgsformel aufwartet, so wie die klassische Muse-Ära ohne all das Drama. „Rise“ hat einen Mega-Refrain, frische Vocals, zentnerweise Melodie und ist so gut im Takt, dass es fast zu schnell vorbeizieht.

13. LAST YEAR’S TRAGEDY „VIOLATION“ – Metalcore ist wohl das Letzte, woran man im Zusammenhang mit Kenia denkt, aber das ist Last Year’s Tragedy. „Violation“ ist warm und aggressiv, mit wohlklingenden Vocals, einem treibenden Rhythmus, Breakdowns mit sanften Übergängen von Melodie zu All-Out-Aggro, und ihr großer, moderner Sound bringt die ‚Core-Trope in neue Dimensionen.

14. YOUR CYNICAL SANITY „DOOM TOWN“ – Wenige Bereiche des extremen Metals sind so adrenalingetrieben wie Slam, und Your Cynical Sanity aus Durban haben diese Energie in Hülle und Fülle. „Doom Town“ bietet Double-Bass-Geknüppel, Epik und Attacken, herrliche Bassarbeit und die freche Mischung aus Deathcore und Slam.

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen. Mag.phil., zwei in 5 Jahren parallel abgeschlossene Vollstudien (English & American studies, Medienkommunikation) und stolz darauf, denn als Mädel aus einer Arbeiterfamilie in einem erzkonservativ-katholischen Land ging das nur dank Stipendium und etwas später im Leben als andere....