ArchivInterviews

Heaven’s Basement: „Niemand will eine Band sehen, die live nicht gut ist“

Beim niederländischen Into the Grave Festival hatte ich die Chance, Aaron Buchanan, Sänger von Heaven´s Basement, für eine halbe Stunde zu entführen, um mit ihm über sein Leben, die Musik und das Touren im Allgemeinen zu plaudern.

Ihr seid also auch erst vor zwei Stunden hier angekommen – wie seid ihr hergekommen? Wieder in eurem Van
Ja, wieder im guten alten Van, so sind wir heute angekommen … In all unserer Pracht (lacht).

Wie fühlt es sich denn an, immer in diesem kleinen Van zusammen gequetscht zu sein?
Na ja, wir haben viel Glück, weil wir immer nur bis zur Konzerthalle im Van zusammengequetscht sind. Die Promoter sind meist wirklich nett zu uns, wir bekommen Hotels, wir bekommen so kleine Räume wie diesen hier, es gibt nicht so viel Elend, um es mal so zu sagen. Wir sind eine recht privilegierte Band, das ist gut.

Ihr habt ja dieses Jahr auf dem Wacken Open Air gespielt… wie war das für euch?
Oh Wacken, es war interessant – so viele Leute und so viel, was gleichzeitig passierte. Und wir waren eine der etwas leichteren Bands im Line-Up, weil das Fetsival weitgehend ein echtes Heavy Metal Festival war, aber es lief recht gut für uns. Aber die Show am Tag darauf, da haben wir im Backstage in München auf dem Free and Easy Festival gespielt, hat Wacken für mich um Weiten geschlagen. Es klingt seltsam, wenn ich das sage, aber ich denke es liegt daran, dass wir einfach einen anderen Stil haben, viele Leute auf dem Wacken Open Air kannten uns, aber irgendwas hat München einfach mehr besonders gemacht.

Eure Musik wird ja auch immer mehr im Radio gespielt, man könnte sagen, dass ihr bekannter werdet. Wie fühlt es sich an, werden die Leute langsam neugierig und stecken ihre Nasen in dein Privatleben?
Ich denke kaum, dass jemand erheblich an meinem Privatleben interessiert ist, da die Person, die ich auf der Bühne bin, wesentlich interessanter ist (lacht), weißt du. Mit Bands wie Slipknot oder Pantera und diesen Leuten, da sind sie schon am Privatleben interessiert, da sie einfach bekannt und wirklich unaufhaltbar sind. Sie sind etwas Besonderes. Ich denke, dass Heaven´s Basement sich den Weg dorthin erarbeitet, um diesen Status zu erreichen, und falls wir es dorthin schaffen, wäre es fantastisch – ich kann mich nicht beschweren. Weißt du, wenn jemand mal an so etwas interessiert wäre – wenn ich mich wohl damit fühlen würde, mit jemandem darüber zu sprechen, tue ich das. Wenn nicht, dann nicht (lacht).

Das heißt, dass bisher niemand die Grenze überschritten hat und etwas wissen wollte, worüber du nicht reden wolltest?
Nein, nicht wirklich. Ich denke, dass wir eine gute Beziehung zu unseren Fans haben, und ich denke, dass wir auch mit der Presse eine gute Beziehung haben, was etwas ist, wovon ich nie dachte, dass wir das erreichen würden. Wir hatten schon eine gute Beziehung mit den Fans, aber die Presse ist dein bester Freund und dein größter Feind, und du behandelst ihn genau wie man die See behandelt, weil sie keinen Respekt vor dir hat. In einer Minute ist sie dein bester Freund, in der nächsten Sekunde bringt sie dich um. Weißt du, wankelmütig…

Was auch mit steigender Bekanntheit zusammenhängt, ist, dass die Fans anfangen so sein zu wollen wie du und dich als Vorbild ansehen. Hast du vor so etwas Bammel?
Nein, überhaupt nicht. Es ist mein Job bei Heaven´s Basement, ein Vorbild zu sein für die Leute, die das machen wollen, was wir tun. Wir sind eine der wenigen privilegierten Bands, die das Ganze auf einem professionellem Level machen können – wir haben eine tolle Crew, wir haben gute Promoter, und wir habe ein tolles Team, das hinter uns steht. Daher ist das Einzige, um das wir uns kümmern müssen, dass wir einen guten Eindruck hinterlassen, wenn es um die Leute geht, die das machen wollen was ich tue und wie ich mich jetzt fühle – es kann sein, dass es in fünf Jahren nicht das Gleiche sein wird – wenn ich eine gute Show auf die Bühne bringe und die Leute so behandele, wie ich möchte, dass man mich behandelt, dann gibt es nichts mehr, das man von mir verlangen kann. Wie ich schon erwähnt habe, wir werden von unseren Fans respektiert, weil wir ihnen gegenüber Respekt zeigen. Weißt du, wenn ich herumlaufe und Leute nach oder, wie letztes Mal, während der Show sehe, gehe ich zu den Leuten hin, weil ein gegenseitiges Vertrauen und gegenseitiger Respekt herrscht. Weißt du, wir leben ja nicht mehr im Jahre 1975. Wir haben keinen Beatles-Manie mehr oder sowas. Die Leute gehen nicht mehr zu Konzerten, um uns fertig zu machen. Das ist ein schönes Kompliment, jeder schüttelt die Hände, es ist eine tolle Zeit.

Wir haben ja schon darüber geredet, dass ihr eure Fans mit Respekt behandelt und so, wie ihr auch behandelt werden wollt – aber ist es nicht unheimlich schwer in Zeiten von Social Media, allen gerecht zu werden, die Aufmerksamkeit von dir bekommen möchten, zum Beispiel wenn sie dir Nachrichten schicken?
Wenn es um soziale Netzwerke geht, ist es unmöglich für mich, all die Nachrichten zu bearbeiten, die ich jetzt bekomme. Ich schaffe es nicht. Daher bringt es mir mehr, wenn ich hier und da ein paar Nachrichten beantworte, aber ich lese das meiste – ich kann nicht alles lesen, weil es zu viel ist, aber ich antworte, wenn zum Beispiel etwas wirklich toll ist oder ich etwas gefragt werde, dann versuche ich wirklich zu antworten. Für mich ist es an sich am Besten, wenn ich Leute an den Showtagen treffe, vor oder nach dem Auftritt, weil es eine persönliche Erfahrung ist. Ich finde, dass Social Media sehr toll ist um seine Meinung kund zu tun – wenn ich etwas zu sagen habe, oder etwas zeigen will, dass stelle ich es dort online. Es ist toll zu sehen, dass so viele Leute ein Teil davon sind und darauf reagieren und mir ihre Gedanken erzählen. Aber ich bevorzuge definitiv den physikalischen Aspekt, das Mit-den-Leuten-Reden, ich denke, dass das wesentlich besser ist.

Also ist Social Media etwas, was man einfach machen muss…?
Oh, ich denke absolut nicht, dass Social Media etwas Negatives ist…

Aber es schicken dir ja viele Fans Nachrichten mit der Hoffnung und der Erwartung, dass du diese auch beantwortest…
Nein, wie ich sagte, wir haben eine gute Beziehung zu den Fans und jeder von ihnen weiß, dass jetzt, wo die Band so hart arbeitet, es dumm wäre nicht zu realisieren, wie viele Nachrichten wir als Band pro Tag bekommen. Die Leute, denen wir antworten, schätzen das sehr. Wenn wir nicht antworten, dann ist es wahrscheinlich weil wir es übersehen habe, es ist einfach schwer, da nachzukommen, auch wenn man es probiert – die Masse macht es – es ist einfach verrückt! Und ich weiß, dass die Leute es verstehen, da sie Sachen wie „du wirst wahrscheinlich nicht auf die Nachricht reagieren, aber das verstehe ich“ schreiben – sie verstehen es, und das ist cool!

Lass uns wieder zu Musik-bezogenen Themen zurückkehren… bisher habt ihr “The Price we pay” nur ein paar Mal gespielt, ist denn geplant, dass ihr es öfter spielt?
“The Price we pay” war ein Lied, das Wort wörtlich aus einer meiner Beziehungen heraus entstand, als diese zu Ende ging. Um ehrlich zu sein, war ich nicht von Anfang an begeistert, das Lied auf die Setliste zu packen bei den Shows, wo wir es bisher gespielt haben. Ich wollte es ruhen lassen. Falls die Leute es hören wollten, dann würden wir es spielen. Und wenn nicht, wäre ich froh gewesen, es nicht zu spielen, bis wir ein paar wirklich gute Shows mit guter Bühnen-Produktion spielen würden. Aber es wurde danach gefragt, sogar sehr viel wurde danach gefragt. Und bei den ersten beiden Konzerten der UK Headliner Tour, die wir gespielt haben, spielten wir es nicht und es hab solch eine Masse an Fans, die es hören wollten, daher dachten wir nur „oh, okay…“. Es muss gehen, und irgendwie schaffen wir das. Und die anderen Jungs fragten mich deswegen und ich antwortete nur „Ja, scheiß drauf, wieso nicht“ – daher werden wir es hin und wieder spielen, aber nicht auf einem Festival wie diesem hier, was ein wirklich rockiges Festival ist. Ich glaube kaum, dass es ein Song wäre, für den sich die Zuschauer hier begeistern könnten. Aber wenn wir vor unserem eigenen Publikum spielen und einen längeren Auftritt spielen, dann spielen wir es vielleicht hin und wieder.

Es schien aber oftmals so, als würdest du nicht glücklich darüber sein, dass die Fans den Song hören wollen…
Nein, das stimmt nicht, ich war froh, dass die Leute das Lied hören wollen, aber ich möchte es einfach zum richtigen Zeitpunkt spielen.

Wird es denn solche längeren Shows in oder um Deutschland herum geben?
Ja, wird es. Vielleicht. Ich meine, es macht nur Sinn ein Headliner-Konzert zu spielen, wenn man sich eine Fan-Basis aufgebaut hat und Deutschland ist ein großes Land. So viele Orte, vier oder fünf Mal so viele wie in England. Daher braucht es noch etwas Zeit, aber wenn wir das einmal geschafft haben, dass wird es solche Konzerte geben und wir kommen, um diese zu spielen…

Wie geht es dir damit, andere Bands als Vorband zu begleiten, und das immer wieder?
Im Moment ist es das Beste für uns, weil wir erst unser allererstes Album veröffentlicht haben, und auch wenn wir in manchen Gebieten schon eine gute Fan-Basis haben, müssen wir sie weiterhin aufbauen. Und der einzige Weg, diese Basis aufzubauen, ist daran zu arbeiten; wenn man als Vorband einer wirklich guten Band vor fünf- oder sechstausend Leuten spielt und denen das Publikum ein bisschen stielt – oder aber, man kann vor fünfzig oder sechzig Leuten spielen, die einen sowieso schon kennen. Ich stehle lieber ein paar Fans mehr und komme dann zurück, um einen Headliner-Auftritt zu spielen, und dann mit fünf- oder sechshundert Leuten im Publikum, das ist halt wie man sich so etwas aufbaut.

Ihr habt diesen Sommer auf dem Bochum Total gespielt, auf dem Wacken Open Air und jetzt das Festival in München – ihr spielt so einige Festivals in Zentraleuropa. Inwiefern ist es denn ein Unterschied zu dem normalen Tourleben, wenn es einen Unterschied überhaupt gibt?
Festivals sind einfach toll. Ich liebe es generell auf Tour zu sein, aber die Festival-Zeit ist einfach wunderbar – man bekommt jeden Tag tolles Essen, man bekommt irrsinnig viel Alkohol jeden Tag, man trifft jeden Tag so viele Leute – der Tour-Zirkus generell. So viele Bands, die wir jetzt kennen, und das nur auf Grund dieses Jahres. Und nächstes Jahr kommen wir wieder und es sind mehr Bands und wir treffen neue Bands, aber auch die, die wir schon kennen. Es ist wie eine große Tour-Familie, besonders die, die den Weg aus Amerika nach Europa machen – wie Stone Sour, Five Fingers Death Punch, oder aber auch Bands wie Kiss, die lernen wir alle kennen. Das sind alles Band, zu denen wir als Kinder total hochgeschaut haben, und jetzt hängen sie mit und herum, essen mit uns Abendessen, es ist verrückt.

Was für ein Gefühl ist es denn, wenn man all diese Leute trifft, zu denen man vor einigen Jahren noch hochgeschaut hat?
Am Anfang war es einfach verrückt (grinst). Die erste Band, die ich durch Heaven´s Basement getroffen habe, und die bekannt war, war Papa Roach. Ich glaube, das war in der Manchester Arena. Und ich war überwältigt, weil ich als Kind nie wirklich das Geld dafür hatte, die ganze Zeit auf Konzerte zu gehen. Und Papa Roach wollte ich immer sehen. Meine erste Erfahrung mit Jacoby Shaddix war, dass er mir eine Banane in den Hals gestopft hat. Es war richtig widerlich, ich hasse Bananen (lacht). Es war amüsant, Jacoby hat mich gestestet. Es war toll, es ist ein tolles Gefühl, weil man so viel Arbeit und Zeit in die eigene Musik investiert hat, und man endlich dafür etwas ernten kann, es ist ein tolles Gefühl.

Gab es denn mal die Zeit, wo du es am liebsten hingeworfen hättest oder warst du immer überzeugt davon, dass es das ist, was du machen möchtest?
Während meiner Zeit bei Heaven´s Basement gar nicht. Es gab eine Zeit, in der einige Jahre vor Heaven´s Basement eine Band hatte, in die habe ich mein Herzblut gesteckt, genau wie hier. Nur, ganz offensichtlich, hatten wir nicht die Privilegien die wir mit Heaven´s Basement habe, wir mussten alles alleine machen. Daher ist dann innerhalb von wenigen Wochen alles zerfallen und ich dachte mir nur „oh, was mache ich jetzt“ weil: ohne Musik müsste ich Schuhe in einem Laden verkaufen – das war auch das, was ich vorher gemacht hatte (lacht). Bevor ich bei Heaven´s Basement angefangen habe, hatte ich einen Job, den andere wohl als richtigen Job betiteln würden – mit wöchentlichem Gehalt, hoffentlich muss ich das nicht wieder machen, aber wir werden sehen (lacht).

Als wäre es das, was du machen würdest, wenn du nichts mehr mit Musik machen würdest?
Nun ja… vielleicht…Wäre ich nicht in der Position in der ich jetzt bin, dann wahrscheinlich ja. Aber ich würde immer meinen Blick auf das gerichtet haben, etwas mit Musik zu machen. Ich habe das Gefühl, dass ich mental einfach zur Musik gehöre, ein Leben ohne Musik kenne ich nicht. Ich habe es nie gekannt, weil ich Musik mache seitdem ich ein fünfjähriges Kind war. Ich habe für einige Firmen und Band gearbeitet, aber Heaven´s Basement ist die Band, die mir die Chance gegeben hat, das alles auf einem professionellem Level zu machen und das würde ich nicht weggeben wollen. Ja, ich wäre verdammt verloren (grinst).

Du hast erwähnt, dass du schon sehr früh damit begonnen hast, Musik zu machen – ist deine Familie denn eine typische Musiker-Familie?
Nein. Meine Familie ist wirklich nicht musikalisch. Mein Großvater war Organist, hat die Orgel gespielt, und in seinen späteren Jahren hat er noch gelernt Gitarre zu spielen und war recht gut darin. Und meine Schwester Laurie hat deshalb angefangen, Gitarre zu spielen, und ich war schon immer irgendwie Sänger, für diverse Sachen haben wir einfach zusammen gejammt und hatten unseren Spaß. Meine Familie war also nicht direkt musikalisch, es ist nur diese Generation, in der auch meine Schwester es begonnen hat und durchzieht…

Ein einem der letzten Tage habe ich mich durch eure Songs auf Spotify geklickt und bemerkt, dass viele zensiert wurden… Wie fühlt sich das an, wenn die Songs harmlos gemacht wurden aber daher total verändert sind?
Na ja, wie fühlt es sich an… In der Not frisst der Teufel Fliegen. Wir wollen es nicht wirklich, dass 5- oder 10-Jährige Kinder solche schlimmen Sachen im Radio hören. Aber nach der Uhrzeitgrenze des Jugendschutzes und all dem, bitte spielt die Lieder doch einfach so, wie sie verdammt noch mal geschrieben wurden! (lacht) Weißt du, „Heartbreaking Son of a Bitch“ musste geändert werden und dieser Song sollte nie eine Single sein. Das Radio kam an und meinte „Wir wollen dieses Lied als Single nutzen, könnt ihr das Lied für uns ändern?“… NEIN. Lasst das Lied so, wie es ist. Es wurde so geschrieben. (wirkt genervt) Aber ich verstehe auch die andere Seite der Geschichte, mit der ganzen PC-Welt, die es einem einfach macht, sich alles anzuhören… Leider ist es der einzige Weg, im Radio gespielt zu werden. Um erfolgreich zu sein, braucht man es – ich würde mir nur wünschen, dass es weniger hart wäre. Die Songs wurden so geschrieben wie sie nun mal geschrieben wurden, und das nicht ohne Grund… und weißt du, wir sind eine verdammte Rock-Band!

Hat man denn diese Dinge im Hinterkopf wenn man Songs schreibt?
Nein, auf gar keinen Fall. Ein Song wird so geschrieben, wie er ist. Wenn das Radio ihn nutzen will, toll, wenn nicht, Pech gehabt (zuckt mit Schultern). Wir waren in der glücklichen Position mit diesem Album, dass die Leute es nutzen wollten und uns gefragt haben, ob die die Schimpfwörter und sowas herausschneiden könnten. Wir haben das verstanden, es bringt nichts ignorant zu sein und es zu ignorieren. Es ist nur…keine Band will ihre Song wirklich verschandeln…Es ist halt eine dieser Sachen.

Ich habe bemerkt, dass Musikvideos von Single-Auskopplungen für das Verkaufen von Musik immer wichtiger wird…
Ja, weil eine Band ein Produkt sein sollte, ein vollständiges Produkt. Wenn man es auf einem professionellen Level machen und erfolgreich sein will, muss man dem Publikum ein Produkt präsentieren. Man hat ein gewisses Aussehen, einen gewissen Klang, man muss gut sein – niemand will eine Band sehen, die live nicht gut spielt, und die Live-Auftritte sind bei Heaven´s Basement das, was zählt. Das Album ist nur ein Souvenir davon und das Video soll die Leute an die Musik heranführen. Daher finde ich, dass Musikvideos wirklich toll sind.

Wie kommt es denn, das Musikvideos in den letzten Jahren immer wichtiger geworden sind?
Hm, ich denke nicht, dass es notwendigerweise an Wichtigkeit gewinnt. Es war immer da. Bands haben schon vor zwanzig oder dreißig Jahren Videos gedreht oder sogar noch länger. Um Leute in die Welt hineinzuführen, worum es bei der Band geht, weil die Leute genau das sehen wollen. Wenn man Musik produziert, will man natürlich die Musik verstehen und sie wollen ein Gefühl für die Lieder und die Musik bekommen, daher ist sehr wichtig, ein mentales Bild zu dem physischen Bild zu erstellen.

Wie geht ihr denn selbst an das Machen eines Videos heran? Wie wir da die Storyline entschieden?
Wir sagen, dass wir ein Video für einen gewissen Song machen werden, und sagen einigen Produzenten und Regisseuren was wir machen wollen, und dann bekommen wir Dutzende an Papieren mit den Informationen darüber, was sie vorhaben würde und was die Storyline wäre und all sowas. Und dann wählen wir einen aus, der uns gefällt und sagen „uns gefällt das, können wir das damit machen“ und ändern ein paar Details. Es ist nicht immer so, aber wenn jemand großes Potential hat und der Regisseur eine tolle Vision von dem, was er machen will, dann lassen wir es so – es ist die beste Art und Weise zusammenzuarbeiten wenn es um Visuelles geht.

Jetzt einmal ein paar lustige Dinge zum drüber nachdenken. Ich sage dir nacheinander vier Worte, und du sagst mit bitte deine allererste Assoziation zu jedem Wort…
Okay, das erste Wort ist „Banane“, ohne gewusst zu haben, dass wir vorher schon darüber sprechen würden…

(lacht) Meine erste Assoziation ist sofort Jacoby (Shaddix, Sänger bei Papa Roach).
…Matsch…
Glastonbury
…Brücke…
Wasser? (lacht)
…Tagebuch…
Ich habe keins! (lacht)

Jetzt beende bitte die kommenden drei Sätze…
Der erste Satz ist: Das Verrückteste, was ich in diesem Jahr bisher erlebt habe, ist…

(Stille) Warte, warte… Das Verrückteste, was ich dieses Jahr erlebt habe war, wie David Dearing, unser Soundtechniker, nackt in einen Captain Morgan Hut kotzte.
Der zweite Satz ist: Das Seltsamste, was uns bisher auf der Bühne passiert ist, war…
Chris Rivers wurde fast von Pyrotechnik in die Luft gesprengt. Wir standen bei Kiss an der Seite der Bühne…
Und der letzte Satz ist: Die Eissorte, die ich als Kind am wenigsten mochte, war…
Wahrscheinlich Erdbeere. Oder Banane, iih. (zieht angewidertes Gesicht)

Okay, suche dir ein Märchen aus und gebe jedem deiner Bandmitglieder, und dir selbst, eine der Rollen…
Oh, ein Disney Märchen?
Das kannst du dir aussuchen…
Oh okay…Ich nehme den “König der Löwen”. Ich glaube, ich würde Rivers (Chris Rivers, Schlagzeug) als Simba einsetzen, weil er…, na ja, er hat „König der Löwen“ noch nie gesehen, um damit mal anzufangen. Und er ist ein fünfzehn Jahre alter Junge, der im Körper eines Einunddreißig-Jährigen gefangen ist. Sid (Sid Glover, Gitarre) würde ich in die Rolle von…, verdammt, wie hieß der Papagei nochmal? Verdammt, ich kann mich nicht dran erinnern. Oh ich liebe „Der König der Löwen“ so sehr, verdammt (lacht herzhaft). Egal wie dieser Vogel hieß… (er hieß Zazu – danke, Google…) Und Rob (Rob Ellershaw, Bass) würde ich mir als Simba´s Vater, Mufasa, vorstellen. Und ich wäre der Böse, Scar… (grinst)

Eine letzte Frage habe ich noch an dich – was für eine Frage wurdest du denn noch nie gefragt, obwohl du sie gerne einmal gefragt werden würdest?
Verdammt, das ist eine dieser Fragen, wo mir immer eine tolle Antwort einfällt, aber erst nachdem ich gegangen bin… (Stille) Oh, “Wenn du ein Festival haben würdest, wie würdest du es nennen”… und die Antwort darauf wäre “House of the Cannon Festival”, weil das ist genau das, was der Name Buchanan bedeutet! Es wäre verrückt und wundervoll! (lacht)

Und wenn du dieses Festival hättest, welche fünf Bands würdest du einladen?
Fünf? Ich würde einladen: Slipknot, weil ich Slipknot einfach total mag und schätze. Ich würde Muse einladen. Ich würde Down einladen, als eine Art Mysterium für mich und zum unterhalten werden. Lass mich überlegen… vielleicht Kiss, einfach zum Spaß…und, wer noch? Black Sabbath…

Das war es – vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast!
Gerne!

Ein großes “Dankeschön” an Aaron Buchanan für das tolle Interview, an Chris Rivers für Ermöglichung des Interviews und an David Hazle für das Arrangieren des Interviews.

Autor: + photos: Carina Ullmann

Carina Ullmann

carina@stalker-magazine.rocks - Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Alles von Klassik bis Metal, es kommt immer auf die Band und meine Laune an ;) - - - Favorisierte Bands? - - ...das wären zu viele, um sie alle hier aufzulisten... - - Sonstige Interessen? - - - Fotografie, Kulturen, Literatur