Inglorious / Password Monkey @ Luxor Köln

14.02.2019 @ Luxor, Köln, Deutschland

Herzen, verliebte Paare, traute Zweisamkeit. Ja, so könnte man einen Valentinstag verbringen. Oder man geht an ein Konzert einer grandiosen Band und verzichtet so auf das falsche Geschenk, Erwartungen des Partners nicht gerecht zu werden und den Abend im Streit zu verbringen. Für Leute in einer Beziehung ist das Konzert somit die bessere Wahl, Streit gibt’s sowieso und für Singles gibt es keinen besseren Ort für einen Abend alleine als bei guter Musik.

Leider gibt es auf dieser Tour von Inglorious kein Konzert in der Schweiz, darum geht’s auf nach Köln. Die lange Anreise gestaltet sich ein wenig schwieriger und länger als üblich, weil zwischen Freiburg und Offenburg ein Notarzteinsatz am Gleis die Weiterfahrt um 157 Minuten verzögert. Endlich in Köln angekommen, bleibt nur noch kurz Zeit, alles im Hotel abzuladen, um pünktlich um 19.00 Uhr beim Club Luxor zu sein.

Das Luxor ist ein kleiner aber feiner Club mit sehr nettem Personal und einer kleinen Bühne; nett, gemütlich und für die Künstler des heutigen Abends gut gefüllt. Den Anfang machen Password Monkey aus München. Die vier Jungs geben sechs ihrer Hardrock Songs zum Besten und heizen damit dem Publikum ordentlich ein. Die Ansagen von Sänger Fabi deuten darauf hin, dass sie sich sehr geehrt fühlten, mit Inglorious drei Konzerte spielen zu dürfen. Und sie passen auch musikalisch gut. Die Jungs haben zurecht schon einige Preise gewonnen, sie ziehen ihre Show wie Profis durch und überzeugen mit Charme und musikalischem Können. Ich hätte gerne noch mehr von den Münchner Jungs gehört.
www.passwordmonkey.de/

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Nach kurzer Umbauphase ist es dann soweit, das Inglorious Intro ertönt, die Jungs betreten die Bühne und eröffnen mit «Where are you now» von ihrem neuen Album den Abend. Bei drei neuen Bandmitgliedern ist man natürlich sehr gespannt darauf, wie die Band rüberkommt, ob sie spielerisch mit den Vorgängern mithalten können und wie sie sonst so auf der Bühne wirken. Am Anfang sind die drei Neuzugänge Vinnie Colla am Bass, Danni Dela Cruz und Dan Stevens noch ein bisschen verhalten, aber mit der Zeit werden sie lockerer, als sie bemerken, dass das Publikum sie eigentlich wärmstens Willkommen heisst. Es ist immer schwierig, wenn sich ein Band Lineup ändert, aber für mich persönlich ist es eher problematisch, wenn ein Sängerwechsel stattfindet, weil damit eine Band stehen und fallen kann. Auf jeden Fall machen sich die drei sehr gut und ich hoffe, sie können mit der Zeit noch ein bisschen lockerer auf der Bühne wirken. Musikalisch sind sie super und unterstützen Frontmann Nathan James und Drummer Phil Beaver hervorragend.

Der Abend scheint wie im Fluge zu vergehen und als mit «Holy Water» und «Until I die» die beiden letzten Songs gespielt sind, scheint es mir, als wäre es erst 9 und das Konzert hätte erst angefangen. Wie immer scheint es einem viel zu kurz, wenn man sich eine so grossartige Band anhören kann und diese Jungs haben so viel zu bieten. James ist und bleibt ein wahrer Showman, der trotz Erkältung die hohen Noten ohne weiteres erreicht. Ich bin immer wieder über sein Können erstaunt und es ist schwierig, sich bei dieser Bühnenpräsenz auf etwas anderes als ihn zu konzentrieren. Einziger Wermutstropfen, zwei sehr wichtige Songs des neuen Albums «Ride to Nowhere» werden bei den Gigs ausserhalb Englands nicht gespielt. Bei der Promo für das neue Album hätten «I don’t know you» und «Glory Days» einfach mit dazu gehört. Dafür kommen wir auch in den Genuss des Alanis Morissette Covers «Uninvited», bei welchem James so hohe Töne anschlägt, dass selbst ich als Frau keine Ahnung habe, wie man so hoch singen kann. Für mich war das Highlight neben der Performance von «Faraway», geschrieben für Nathans Grosseltern, wo er ein bisschen mit den Tränen zu kämpfen hat, ebenso wie ein Teil des Publikums.

Der Lineup-Wechsel hat Inglorious nicht geschadet, es ist nach wie vor eine grossartige Band. Hier macht der Sänger die Musik, denn dieses Können ist kaum zu übertreffen. Die lange Anreise hat sich allemal gelohnt und es bleibt zu hoffen, dass sie im Herbst für eine ausgedehntere Tour zurückkehren.      www.inglorious.com

Setliste:
Where Are you now
Taking the blame
High Flying Gypsy
Read all About it
Making me pay
Freak Show
Breakaway
Uninvited
GuitarSolo
Ride to Nowhere
Liar
Faraway
I don’t need your loving
Holy water
Until I die

text & photos: Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core