Bohemian Rhapsody

PG-13 | 2h 14min | 31. Oktober 2018 (EU) 2. November 2018 (USA)

Dank der live übertragenen Weltpremiere aus London kam ich schon vor dem offiziellen EU-Kinostart in den Genuss – und ja, ein Genuß. Da kriegt man schon bei der 20 Century Fox-Melodie ne Gänsehaut – weil gespielt von Brian May und Roger Taylor … Und egal ob Dir der Film gefällt oder nicht, eines steht fest- der genialste Soundtrack EVER 🙂

Und eine weitere Tatsache: Rami Malek hat nun Superstar-Status, egal ob seine Darstellung von Freddie Mercury mal mit einer Statuette gewürdigt werden sollte oder nicht… er schafft es, Freddie dermassen lebendig und real zu machen, dass die Grenze zwischen Schein und Sein verschwimmt. Gleich ein Kompliment an die Casting-Chefin Susie Figgis: Die Darsteller sehen den Originalen dermaßen ähnlich (großartig: Joseph Mazzello als John Deacon, Ben Hardy als Roger Taylor, Gwilym Lee als Brian May) stellenweise konnte ich nicht gleich erkennen, ob da Original-Filmclips, etwa von diversen Queen-Musikvideos, eingebaut waren oder nicht. Und ja, stellenweise vergisst man, dass es nicht Queen in echt auf der Leinwand sind…

Tja, zum Inhalt muss nicht viel gesagt werden, lapidar ließe sich die Story als „Chronik der Band Queen bis hin zum Live Aid Konzert“ beschreiben. Hier setzt auch meine Kritik an – so vieles wird nur gestreift, in kurzen Szenen oder Flashbacks gezeigt, was ich doch gerne ausführlicher gesehen hätte, aus der frühen Bandgeschichte etwa. Oder mehr über den Hintergrund und den Aufnahmen des Songs, der ja diesem Film den Titel gibt… Mir wird da zu viel Filmzeit für die Beziehung zwischen Freddie und Mary Austin (Lucy Boynton) verschwendet. Wohl um das Ganze für den US-Markt verdaulicher zu machen? Andererseits finde ich es gut, dass da nicht zuviel „Skandalöses“ verwurstet und Voyeurismus bedient wurde, weil das hätte auch in die andere Richtung daneben gehen können.

Was jedoch meiner Meinung nach super gelungen ist – ein Porträt des Künstlers und des Menschen Freddie Mercury, eine Würdigung, eine Huldigung seines Lebens und seines Schaffens. Du wirst hier viel lachen können – und oft auch nen Kloß im Hals haben. Bei einigen Szenen war das finnische Publikum z.B. totenstill (bis auf ein paar unterdrückte Schluchzer). Und ich wette, anderen Filmbesuchern wird es ähnlich gehen…

Da komme ich gleich zum größten Mangel dieses Films: Viel viel zu kurz!! Die 135 min sind im Nu um! Alleine das Live-Aid-Event – unfassbar geil gemacht, du kannst fast den Schweiß der Musiker auf der Bühne riechen – Kompliment an Regisseur Bryan Singer… nur, die hätten ruhig den VOLLEN Auftritt der Band cinematisch umsetzen können! Oder noch ne halbe Stunde oder mehr mit Queen live, Queen Videos, Queen im Studio etc einbauen können – ich wette, keiner hätte sich beschwert!

Daher: Auf alle Fälle toller Film, den keiner verpassen sollte (schon wegen dem genialen Mike Myers Cameo – wieher!)

  • 9/10
    Bewertung / rating - 9/10
9/10
Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.