Wonder Woman

SPOILERFREI – PG-13, 1. Juni 2017

Da werden Erinnerungen an Teenagertage wach… ich mochte die Wonderwoman-Comics, und Green Arrow und Flash waren eigentlich meine Lieblingshelden. Nur gab es ja leider kaum Hefte von denen aufzutreiben, sodass ich mich zwangsläufig anderweitig orientieren musste. Dass es so ne TV-Serie gab, davon erfuhr ich erst als Erwachsene…

Die aktuelle filmische Inkarnation von Wonder Woman hatte mich ja schon im Superman vs. Batman-Film beeindruckt, wo ich ihren Auftritt als viel zu kurz empfand.

Der Wonder Woman Film war daher Pflichtprogramm – und um es vorweg zu nehmen: „A Star is Born“. Gal Gadot, Model, Schauspielerin und Martial Artist aus Israel, ist nämlich umwerfend und kommt dermaßen authentisch (und sympathisch) rüber, dass sich wohl nicht nur das männliche Publikum sofort in sie verliebt. Sie ist stark, eigensinnig, kampferprobt – aber auch witzig und verletzlich. Und sieht noch dazu fast überirdisch gut aus. Ich müsste mich schon sehr täuschen, wenn da nicht ein neuer Stern in den Hollywoodzenit aufgestiegen ist…

Kurz zur Story: Diana, Prinzessin der Amazonen und Kriegerin, wächst behütet auf einer Insel auf, bis ein Pilot dort verunglückt. Von ihm erfährt sie vom Krieg in der “richtigen Welt” und beschließt, die Amazonen zu verlassen. Und wird Wonder Woman…

Die Qualitäten von Chris Pine, der erste Mann unter Amazonen, sollte man ja schon aus dem Star Trek-Reboot kennen. Und auch hier spart er nicht mit Haudrauf-Action, verschmitzten Charme und Herzlichkeit. Da wartet eine spannende Achterbahnfahrt auf euch, nicht nur wegen der CGI Effekte und Action, sondern auch der Emotionen. Es gibt Szenen, da wird man wohl eher die Frauen lachen hören, bei anderen dann eher die Männer. Würde aber nicht nur wegen Lachtränen Taschentücher einstecken….

Denn die Faustregel, dass DC Filme um einiges düsterer ausfallen als Marvelabenteuer, bestätigt sich auch hier. Die Handlung wurde vor den Hintergrund des Ersten Weltkriegs gesetzt, in dessen Darstellung nicht an Brutalität und Grausamkeit gespart wird. Eher realistisch als „Comics-mäßig“ sozusagen, obwohl natürlich die „300“-mäßigen Zeitlupen-Gemetzelszenen wohl nix mit Realismus zu tun haben… Aber hey, sonst kriegt man ja nicht richtig mit, wie ne Klassefrau all diesen Bösewichtern den Garaus macht …

Trotz der phantastischen Grundlage – Amazonen, Götter des Olymp etc – gilt auch für die Story an sich, dass es überraschend „echt“ zugeht. Dafür sei Regisseurin Patty Jenkins (u.a. Monster) sowie den Autoren Allan Heinberg, Zack Snyder, Jason Fuchs und William Moulton Marston gratuliert. Auch die Besetzung gibt sich nirgendwo Blößen (Robin Wright, Connie Nielsen, David Thewlis, Danny Huston und Lucy Davis seien da stellvertretend erwähnt). Eine wohltuende Abweichung vom üblichen SuperheldInnen-Film-Muster – da wird einiges hinterfragt, auf den Kopf gestellt, umgemodelt. Da kommen einige Überraschungen, Twists und sogar philosophische Einsichten auf euch zu, die auch nach dem Abspann sicherlich für Nachdenklichkeit oder Diskussionen sorgen. Und wie gesagt… Taschentücher…

Kurz: Ein Superheldinnen-Abenteuer, das man einfach gesehen haben muss. Am besten in 3D. Der Song „To Be Human“ (Sia feat. Labrinth) ist ebenfalls super … nur weil es doch keine versteckte Szene im Abspann gibt, verweigere ich die Höchstnote …

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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