Kolumne

Und Tschüss, Google

Stell dir Folgendes vor:

Du hast diesen berühmten superreichen Typen aus der Nachbarschaft zu dir auf nen Kaffee eingeladen. Der stürmt dann rein, frisst dir ungebeten den Kühlschrank leer, k..kt ungeniert dein Badezimmer voll, schließt im Wohnzimmer ne riesige mega-stromfressende Spielkonsole an – zerstört dabei „versehentlich“ dein 200 Jahre altes Bonsaibäumchen, das Hamsterhabitat inklusive Hamster und eine Vase, kostbar weil dein einziges Familienerbstück – ehe er sich auf dem Sofa breit macht, so als gehörte nun die gesamte Bude ihm.

Als deine Proteste nichts nützen und du doch die Polizei holst, stellt sich raus, dass die kein passendes Gesetz haben, um den Kerl vor die Tür setzen oder verhaften zu können. Er kriegt nur eine Verwarnung, muss Bußgeld für Sachbeschädigung blechen, was er achselzuckend locker aus der Portokasse begleicht. Nur kann ja kein Geld der Welt deinen heißgeliebten Hamster, den 200 Jahre alten Bonsai oder das Erbstück deiner Ur-Ur-Urgroßmutter ersetzen … Überdies bleibt er einfach weiter „Hausgast“ auf deine Kosten, zerstört nach und nach deine gesamte Bude, DU musst auch noch die explodierenden Strom- und Reparaturkosten bezahlen …

Tja, ersetzt „Bude“ durch „Finnland“ und „stinkreichen Nachbar“ durch „Google“ – genau das ist unlängst tatsächlich passiert.

Deutschsprachiger Artikel dazu HIER

Im englischsprachigen Video ist deutlicher erkennbar, was die völlig illegal hier angerichtet haben.

Und Google hat das nicht das erste Mal gemacht: Für das Datencenter in Hamina wurde vor ein paar Jahren viel mehr als die beantragte Fläche Wald gerodet, u.a. ein SCHUTZGEBIET FÜR SELTENE EICHHÖRNCHEN… leider ist bereits dieses Öko-Verbrechen völlig straflos geblieben!! Die Folgen dieser befremdlichen „Nachsicht“ von Politik und Behörden kann nun die Bevölkerung im Raum Muhos ausbaden – und zugleich ist das eine deutliche Warnung an alle anderen Staaten in der EU, lieber die Finger von der „Zusammenarbeit“ mit derartigen Tech-Bros zu lassen!

Hier zum Artikel, in englischer Sprache

Sind die Gesetzgeber denn WIRKLICH so machtlos oder nur etwas unwillig, aus welchen Gründen auch immer?? Wie wäre es etwa, Google den Bau weiterer KI Zentren (geplant sind ja gleich 120 alleine in Finnland!!) zu verbieten, sie zur umfangreichen Wiederaufforstung, Schadenersatzleistung an Anrainer, Milliardenspende an Naturschutzvereine etc zu verdonnern? Oder in der gesamten EU von privat bis Verwaltung alternative Google-freie Service-Lösungen zu installieren?

Falls du genauso entsetzt und empört bist wie ich, die gute Nachricht: Letzteres können wir alle ja einfach gleich tun, sprich Google* aus unserem Online-Leben entfernen  – alles mit/von Google für das Magazin, wie zB Anzeigen, Tags etc, ist bereits gelöscht, Startpage statt Chrome oder HereWeGo statt Maps funzen wunderbar. Es gibt noch weitere europäische Alternativen – hier ein paar Tipps, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Schließlich haben jüngste Entwicklungen erneut klargemacht, welche Konsequenzen eine zu große Abhängigkeit von US Technikmonopolen für uns in Europa haben kann, Stichwort Datenspionage …
Wenn Google nun tatsächlich global einen Massenexodus und dadurch einen permanenten massiven Markteinbruch erleben sollte – das wäre die Strafe, die sie definitiv verdient haben!

*evtl. alles von Meta und Microsoft ebenfalls gleich rausschmeißen, wo es nur irgendwie möglich ist!

Klaudia Weber

Emeritus Chefredakteurin, sprich Mädchen für alles hier