A Day To Remember – You’re Welcome

Warner Music     VÖ: 5. März 2021

Eine Band, wo ich zwar viel über, aber nicht wirklich deren Musik gehört habe: A Day To Remember aus Ocala, Florida haben sich den Ruf als größte Post-Hardcore Underground-Band der Welt erarbeitet. „You’re Welcome“ ist deren drittes Album und wurde größtenteils von Colin „DOC” Brittain und Jeremy McKinnon produziert.

Nach dem kräftigen Einstieg in bester Pop-Punk/HC/Nu-Metal Manier – also harte Rhythmen, Melodien und klare Stimme wechseln mit Screams ab – mit „Brick Wall“ und dem Ohrwurm „Mindreader“ hatte ich mir ein dementsprechendes Album erwartet. Jedoch zeigen sich früh Anzeichen dafür, dass diese Band mehr Abwechslung und Überraschungen in petto hat. „Bloodsucker“ beispielsweise könnte von einer Pop-Boyband stammen, wären da nicht die satten Metal-Gitarren beim Chorus. „Last Chance to Dance (Bad Friend)“ macht sogar die völlige Transformation in einen Melodic Death Metal Track durch (und „Resentment“ später passt auch in diese Ecke).

Danach folgen einige voll radiotaugliche Songs Marke Poprock-Alternative: die sarkastische Ballade „F.Y.M“ (steht für “fuck you money”), “High Diving”, ein dancefloor-tauglicher Track trotz derber Metal-Riffs, “Looks Like Hell” und “Viva La Mexico” – letzterer hat was von 80er Britpop und ist ein unverschämter Ohrwurm. Mit “Only Money” geht es dann voll in das Boyband-Genre… um gleich mit “Degenerates” wieder voll auf Fun-Punk mit derben Riffs zu machen. “Permanent” und “Re-Entry” mischen Genres in einem Song, bleiben aber eher im schwungvollen Rock-Bereich, am Schluss wird es nochmal nachdenklicher mit „Everything We Need“, gemeinsam geschrieben mit Multiplatin-Superstar Jon Bellion.

Sprich, da kann sich niemand über Mangel an Abwechslung beklagen. Tolle Band, die ihre Fans mit diesem Album nicht enttäuscht und wohl einige neue dazugewinnt. Mein persönliches Lieblingsgenre ist es zwar nach wie vor nicht, aber ich erkenne Qualität…

Tracklist:
01. Brick Wall
02. Mindreader
03. Bloodsucker
04. Last Chance to Dance (Bad Friend)
05. F.Y.M.
06. High Diving
07. Resentment
08. Looks Like Hell
09. Viva La Mexico
10. Only Money
11. Degenerates
12. Permanent
13. Re-Entry
14. Everything We Need

  • 9/10
    Bewertung / rating - 9/10
9/10

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen. Mag.phil., zwei in 5 Jahren parallel abgeschlossene Vollstudien (English & American studies, Medienkommunikation) und stolz darauf, denn als Mädel aus einer Arbeiterfamilie in einem erzkonservativ-katholischen Land ging das nur dank Stipendium und etwas später im Leben als andere....