Gefle Metal Festival 2016 – Gävle, Schweden

Gefle Metal Festival

Sommerzeit, Festival Zeit – das gilt zumindest für das Gros der Metalheads. Ich für meinen Teil war quasi inaktiv für über 4 Jahre. Aus den unterschiedlichsten Gründen war ich einfach gelangweilt von den immer gleichen Bands auf Festivals und der Tatsache, dass einige Festivals einfach zu groß geworden waren. Dies war nur einer der Gründe, aber in diesem Jahr juckte es mich doch nochmal in den Fingern die Kamera abzustauben und ein Festival zu besuchen. Ich hielt Ausschau nach kleineren Festivals und fand den Newcome GEFLE METAL FESTIVAL. Hat sich irgendetwas in den 4 Jahren geändert? Naja, ja und nein.

Das Festival findet im beschaulichen Gävle, knapp 2 Stunden nördlich von Stockholm statt. Einige mögen jetzt sagen: „Gävle, da klingelt doch was!“, richtig, dort fand vorher das Getaway Rock Festival statt.

Das Festival gewann meine Aufmerksamkeit aus den unterschiedlichsten Gründen, zum einen war es ein Katzensprung von meinem neuen zu Hause, Stockholm, zum anderen die Location selbst (erinnert ein wenig an das Tuska Gelände), zum anderen kam das Lineup ohne allgegenwärtige Metalcore Bands aus und tendierte eher zu den Klassikern. Letzteres führte wohl auch dazu, dass das geschätzte Durchschnittsalter der Festivalbesucher bei etwa 25+ lag.

Leider durfte ich den ersten Teil des Freitags noch arbeiten, sprang dann aber gegen 12:00 ins Auto und erreichte Gävle nach rekordverdächtigen 1,5 Stunden. Dennoch sollte es eine Weile dauern bis das Auto geparkt war. Folgt man nur der Ausschilderung, so landete man direkt beim Festivaleingang. Es wäre schön gewesen, wenn das Camping extra ausgeschildert gewesen wäre, 2. statt 3. Ausfahrt am letzten Kreisel. Abgesehen davon jedoch war das Campinggelände und der angrenzende Parkplatz groß genug. Es schien jedoch gut zu sein, dass es nicht viel regnete, denn ansonsten hätte sich die Einfahrt wohl in eine rutschige Schlammparty verwandelt. Bis zum Festivalgelände war´s dann ein kurzer 500m Fußmarsch.

Was dort geholfen hätte, wären 2-3 mehr Leute bei der Bändchenausgabe. Die Schlangen waren nicht enorm, aber der ein oder andere verpasste sicherlich den Opener aufgrund des Schlangestehens.

Angekommen auf dem Festivalgelände wurde man links und rechts von Merchständen empfangen. Das Angebot war nicht riesig, aber dies war die erste Ausgabe des Festivals. Das Essensangebot jedoch war ordentlich und man hatte die Wahl zwischen Burgern, Gyros, Langos, Kebab, Pizza und veganem Foodtruck, u.a. Wasser gab´s kostenlos und ein Highlight war der mobile Kaffeestand mit wirklich gutem Kaffee. Diese Preise waren wirklich ok, für schwedische Verhältnisse fast schon günstig. Ähnlich wie auf deutschen Festivals und dort werden die Preise für Festivals ja gründlich angezogen.

Die beiden großen Outdoor Bühnen standen einander gegenüber, was das wechseln zwischen den beiden Bühnen sehr einfach machte. Die Bühnen wurden abwechselnd mit einer Pause von 5 Minuten bespielt – kein Stress also. Die einzige Kritik wäre, dass einige Bands besser auf der Indoor Bühne aufgehoben gewesen wäre (oder aber draußen), aber dazu später mehr.

Los ging´s mit FIRESPAWN (früher FIREBORN), die 2015 gegründet wurden und von denen ich nun die letzten beiden Songs ihres Debüts „Shadow Realms“ mitbekam. Man könnte es fast als eine Art Allstart Band bezeichnen, befinden sich doch Mitglieder von ENTOMBED (L.G. Petrov), Dark Funeral, Unleashed und Necrophobic in der Band. Geboten wurde eine ordentliche Portion Metal, die nicht so oldschool daherkam, wie man das bei den Bandmitgliedern vielleicht erwartet hätte. Cooles Warm-up für´s Festival, aber es wäre besser gewesen, hätten sie nicht so früh gespielt – aber irgendwer muss ja schließlich den Anfang machen.

Setlist: The Emperor – Imperical Burning – Infernal Eternal – All Hail – Necromance – Ginnunga – Shadow Reals – Lucifer Has Spoken – Ruination

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IHSAHN war dann als nächstes an der Reihe, direkt auf der Bühne gegenüber. Die Musik hätte ihre Wirkung definitiv besser auf der Indoor Bühne entfaltet. Während EMPEROR Fronter Ihsahn dafür bekannt ist, im Studio alle Instrumente selbst einzuspielen, hatte er sich für den Livegig natürlich Verstärkung besorgt – die lieferten einen ordentlichen Job ab. Seine recht progressive Musik forderte definitiv mehr Aufmerksamkeit als der geradlinige Death Metal kurz zuvor. Dank des Mixes den er präsentierte, dürfte aber dennoch für jeden etwas dabei gewesen sein. Ein lustigen Kommentar konnte ich aber dennoch von zwei Metalheads vor mir überhören: „So krass, der packt in ein Lied mehr Riffs als manche Bands in nen ganzen Gig!“ – damit könnte er durchaus Recht haben.

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Es ging kontrastreich weiter, OBITUARY warteten bereits auf der Bühne gegenüber und servierten dem nun wachsenden Publikum eine fette Portion Florida Death. John „uaaaargh“ Tardy und seine Kumpanen ließen es ordentlich krachen und die Haare flogen im Publikum vom ersten Song, „Redneck Stomp“ an. Das Fotografiervergnügen wurde durch Unmengen von Bühnennebl allerdings etwas getrübt – daran sollten wir uns im Laufe des Tages noch gewöhnen. Abgesehen davon ging es jedoch weiter rund mit „Visions in my head“, „Chopped in Half“ und dem Raußschmeißer „Slowly we rot“. Nach diesem Gig war die Menge dann wirklich auf Betriebstemperatur.

Setlist: Redneck Stomp – Centuries of Lies – Visions in my Head – Intoxicated – Bloodsoaked – Dying – Find the Arise – ´Til Death – Don´t Care – Chopped in Half – Turned Inside Out – Slowly we rot

Der Barbereich befand sich, ganz nebenbei bemerkt, praktischerweise direkt an der Seite zwischen den beiden Bühnen, so dass man sein Bierchen in aller Ruhe genießen konnte, ohne auch nur eine Band auf den Hauptbühnen zu verpassen. Auch von den Essensständen bekam man noch das meiste mit.

SIKTH enterten die Bühne und lieferten ein weiteres Kontrastprogramm ab. Bis ich den Bandnamen auf dem Festivalflyer gesehen habe, war ich der Meinung, dass sich die Band vor Ewigkeiten aufgelöst hatte. Tatsächlich aber sind sie seit 2013 wieder als Band unterwegs. Meine erste/letzte Begegnung mit der Band war wohl 2007 auf einem Festival in Frankreich. Danach hatte ich die Band wie bereits erwähnt aus den Augen verloren und hatte somit keine Ahnung, wie das neue Material wohl klingen würde. Durchgeknallt war es – ganz so wie ich die Band in Erinnerung hatte – vielleicht etwas zu komplex für einige Besucher, von denen die meisten die Band nicht zu kennen schienen. So oder so, die beiden Sänger Mikee und Justin ergänzten sich wunderbar und lieferten sich ein growl-clean Duell ab, welches bisweilen von beinah hysterisch-aggressiven Vocals durchbrochen wurde. Als dann gegen Ende auch noch mein Lieblingssong vom Debüt „The Trees Are Dead And Dried Out Waiting For Something Wild“ gespielt wurde, war ich zufrieden. Wer mit proggig durchgeknalltem Djent/Mathcore etwas anfangen kann, sollte mal reinhören.

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Von nun an wurde es merklich voller, AMORPHIS waren als nächste an der Reihe und rockten wie gewohnt die Menge. Die Finnen gehören wohl zu den Bands, mit denen man einfach wenig falsch machen kann, weil sie die Menge immer fest im Griff haben. Hier zeigte sich auch wieder eine Sache, die sich während meiner Abwesenheit aus den Fotopits dieser Welt geändert hatte: Sänger Tomi Joutsen hat sich von seinen Dreads verabschiedet – wirklich schade, denn die sorgten immer für interessante Bilder. Zudem konnte er sich nun nicht nur hinter seinem Mikro verstecken, sondern auch hinter den Haaren – was er auch ausgiebig tat. Scherz beseite – los ging´s mit „Under The Red Cloud“, gefolgt von „Sacrifice“ und „Bad Blood“. Bei „House of Sleep“ brauchte es dann nicht viel und die ganze Menge sang lauthals mit – immer wieder genial. 4 Lieder später, beendeten die Finnen mit „My Kantele“ dann einen tollen Gig.

Setlist: Under The Red Cloud – Sacrifice – Bad Blood – On Rich And Poor – Drowned Maid – Silver Bride – House of Sleep – Hopeless Days – The Four Wisde Ones – Death Of A King – My Kantele

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Während draußen DESTRUCTION zum Thrash-Tänzchen luden und mit ihren 34 Jahren sicherlich zu einer der dienstältesten Bands des Festivals gehörten, zog es mich nach zum ersten Mal zur Indoor Stage. Dort wurde auch Thrash kredenzt, allerdings female-fronted und einige Jährchen jünger. TYRANEX freuten sich sichtlich über die große Menge, die sie trotz der deutschen Konkurrenz draußen ins Innere der Gasklockorna locken konnten. Sängerin Linnea lieferte jedenfalls eine formidable Leistung ab und auch der Rest der Band war energiegeladen.

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Zeit für einen weiteren Höhepunkt! AT THE GATES waren als nächste an der Reihe, die Menge vor der Bühne groß und alle wartetenden gespannt auf ihre Portion Sweden Death. Das gesprochene Intro des letzten Albums „At War With Reality“ startete den Gig und dann ging´s rund mit „Death and the Labyrinth“. Ging das Publikum bereits hier steil, so wurde nochmal nachgelegt, als die ersten „klassischen“ Töne gespielt wurden, wie „Slaughter of the Soul“ vom 1995er Album. Sänger Tomas „Tompa“ Lindberg war in einer solch guten Laune, dass es fast schon beängstigend war. Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte Mal einen Death Metal fronter so viel Grinsen und sogar Luftküsschen verteilen gesehen habe. Die Band jedenfalls genoss es sichtlich vom Publikum so abgefeiert zu werden. Nach diesem Gig hasste mich mein Nacken auf jeden Fall, aber wie sollte man bitte bei „Suicide Nation“ oder „Nausea“ nicht ausrasten?! Nachdem das reguläre Set beendet war, ließ die Menge ATG natürlich nicht ohne laute At The Gates-Schreie und „Blinded By Fear“ gehen. Der Song ist einfach einer DER SDM Songs. „The Night Eternal“ beendet den Gig, welcher wieder einmal legendär war!

Setlist: El Altar Del Dios Desconocido – Death And The Labyrinth – Slaughter of the Soul – Cold – At War With Reality – The Swarm – Under a Serpent Sun – City of Mirrors – Suicide Nation – Heroes and Tombs – Nausea – Eater of Gods – The Book of Sand – Encore: Blinded by Fear – The Night Eternal

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Wo wir schon bei legendär sind, machen wir am besten direkt mit alten Bands weiter. Irgendwie fühlte ich mich gar nicht mehr so alt, wenn ich daran dachte, dass hier so einige Bands auf der Bühne standen, die, wenn auch nur 1-3 Jahre älter als ich waren. OVERKILL übernahmen nun das Zepter und machten da weiter wo ATG aufgehört hatten. 36 Jahre, nicht einmal aufgelöst und immer noch zwei Gründungsmitglieder in der Band. Los ging´s mit „Armorist“ und das Publikum sprang sofort darauf an. Wie auch so einige andere alte Bands, hatten auch OVERKILL kein Problem ihre Setlist mit Klassikern zu füllen.

So gut der Gig war, so langsam dachte auch mein Magen daran etwas Unterhaltung zu bekommen und so war es an der Zeit die Essensmeile zu checken, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.

Setlist: Armorist – Rotten to the Core – Electric Rattelsnake – Hello from the Gutter – Hammerhead – Feel the Fire – Blood and Iron – Coma – Infectious – Overkill – Ironbound – Elimination – Fuck You

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Weiter ging´s mit Bands „über 30“, ANTHRAX standen in den Startlöchern. So viel oldschool an einem Tag – der Großteil des Publikums hätte glücklicher nicht sein können. Es ist schon ein Weilchen her, dass ich die Band das letzte Mal live gesehen hatte und damals war es nicht mit Joey Belladonna…also irgendwann vor 2010? Die Zeit vergeht schnell…und so langsam neigte sich auch der erste Festival Tag dem Ende zu. ANTHRAX rockten, auch wenn sie mich nicht vollends überzeugten.

Setlist: You Gotta Believe – Monster at the End – Caught in a Mosh – Madhouse – Got The Time – Fight ´Em Til You Can´t – Evil Twin – Medusa – March of the S.O.D. – In the End – Antisocial – Encore: Breathing Lightning – Indians – Among the Living

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Vollends überzeugen konnten aber wieder einmal BEHEMOTH – die für mich den ersten Festivaltag ausläuteten. In einem Wort zusammengefasst, kann man diesen Gig getrost als „episch“ bezeichnen. Jedes Mal wenn ich die Polen live sehe, haben sie wieder etwas gefunden, was den Auftritt noch etwas krasser, überzeugender, epischer etc. macht – hier wird die Musik wirklich zelebriert. Fototechnisch waren die ersten Songs alles andere als gut, da es recht düster war – was die Atmosphäre anging, jedoch umso besser. Aber man will nicht meckern – Nergal und seine Mannen kam, sahen und siegten.

Danach beschloss ich, dass das nicht mehr zu steigern wäre und machte mich auf den Weg zum Campingplatz. Vielleicht ein Fehlentschluss, denn die Berichte über die letzte Band des Tages, SPORTLOV, ließen erahnen, dass dort am Ende des Tages auf der Indoor Stage die Party so richtig abging. Auf der anderen Seite jedoch, war es bei der Indoor Stage am Ende des BEHEMOTH Gigs bereits so überfüllt, dass ich es so oder so nicht mehr hineingeschafft hätte. SPORTLOV sind wohl eine der Bands, die außerhalb ihres Heimatlandes vielleicht nur wenig Sinn machen, aber hier in Schweden wurden die Jungs abgefeiert.

Der zweite Tag war zugegebenermaßen weniger „legendär“ als der erste und es gab weniger Bands, die eine große Menge vor die Bühne zu ziehen vermochten, aber an und für sich machte das den Tag recht erholsam. Viele Besucher hatten sich am ersten Tag so ziemlich verausgabt und ließen es nun etwas langsamer angehen.

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Langsam aber brutal ging es dann auch mit VALLENFYRE los, die wirklich wesentlich später und auf der Indoor Stage hätten spielen sollen – ihr doomiger Death Metal hätte dort sicherlich seine Wucht besser entfalten können. Geliefert wurde ein ordentlicher Mix aus den beiden Alben „Splinters“ und „A Fragile King“. Sänger Greg war recht redselig und mischte seine teils recht britisch-schwarzhumorigen Ansagen zwischen die Songs. Ein Beispiel war die Ansage: „Der nächste Song „Ravenous Whore“ handelt von meiner Exfrau – ich nehme an, ihr versteht wie sehr ich sie liebe!“ – Lacher aus dem Publikum und los ging´s. Drummer Erlandsson war leider nicht dabei, aufgrund von weiteren Verpflichtungen mit seiner anderen Band. Ersetzt wurde er von einem jungen Finnen namens Waltteri Väyrynen, der sich sauber durch´s Set trommelte. „Desecration“ war definitiv eines der Hightlights – schließlich war es der erste Song, den die Band bei Gründung als Single ausgekoppelt hatte. Leider war der Gig viel zu kurz – hoffentlich gibt es bald ein neues Album und weitere Konzerte in Schweden!

Das Publikum sollte danach also bereits gut aufgewärmt sein für das, was auf der Bühne gegenüber wartete: ABORTED. Geschwindigskeitstechnisch wurde nun ein paar Gänge nach oben geschaltet und es gab eine Portion Grindcore zum späten Frühstück. Meins war´s nicht, aber die Menge ging steil und Spaß hat es so oder so gemacht. Auch konnten die Belgier ein paar Moshpits für sich verbuchen – sauber!

HOLY MOSES waren nun an der Reihe, aber mit dieser Band werde ich nie warm. Spätestens nach einem seltsamen Gig vor einigen Jahren, bei dem Sängerin Sabina die Text ablas, war´s das dann für mich. Muss das nach 30 Bandjahren echt sein?

Aber egal, auf der kleinen Bühne warteten die Schweden von PUTERAEON mit ihrem Zombie-Horror-Death Metal, der recht unterhaltsam war und eine ansehnliche Menge ins Innere lockte.

MANTAR spielten während ich eine Mittagspause einlegten. So wirklich hatte ich sie noch nie auf dem Schirm und ob diese Musik die richtige Wahl für einen ruhiger beginnenden zweiten Festivaltag war, vermag ich nicht zu sagen.

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Weiter ging´s zu MISERY LOVES CO. Gegründet wurde die Band in den frühen 90ern, es folgte der Split 2000 und nun, 16 Jahre später stehen sie beim Gävle Metal Festival auf der Bühne und liefern ihren ersten Gig nach langer Pause ab. Wenn man in Betracht zieht, wie lange die Schweden in der Versenkung verschwunden waren, gelang es ihnen jedoch eine ordentliche Menge vor der Bühne zu versammeln. Los ging´s mit „Them Nails“, gefolgt von „Kiss Your Boots“ – Industrial Metal. Nicht schlecht, nach einer Weile aber etwas voraussehbar.

Setlist: Them Nails – Kiss Your Boots – Prove Me Wrong – No Exit – Sonic Attack – On Top Of the World – A Million Lies – Would You – Your Vision Was Never Mine to Share – My Mind Still Speaks – Damage Driven

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Während es bisher, im Vergleich zum Vortag, doch etwas leerer auf dem Festivalgelände war, begann es sich nun zu füllen. VADER hätten es beinah nicht zu ihrem Auftriff geschafft, dank verspäteter Flüge – dieses Schicksal teilten wohl so einige Bands an diesem Wochenende. Aber sie haben es geschafft und konnten nun für eine weitere Portion Death Metal sorgen. Mit den Polen kann man einfach nichts falsch machen. „Wings“ eröffnete das Todesblei-Tänzchen und weiter ging´s mit „Go To Hell“. Fronter Peter war wie üblich gut aufgelegt und zeigte, dass er es wirklich genoss auf der Bühne zu stehen. Vader ist eine weitere Band an diesem Wochenende, die seit über 30 Jahren auf den Bühnen dieser Welt unterwegs ist – hoffen wir, dass da noch weitere Jahre hinzukommen.

Setlist: Wings – Go to Hell – Reborn in Flames – Come and See My Sacrifice – Decapitated Saints – Triumph of Death – Carnal – Dark Age – Vicious Circle – Cold Demons – Silent Empire – Sothis – Helleluyah

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Bleiben wir in „den 80ern“ – CANDLEMASS waren nun an der Reihe und es ist schon ein ganzes Weilchen her, dass ich sie das letzte Mal gesehen habe. Ich weiß nicht, ob ich sie mit Robert Lowe gesehen habe, erinnere mich aber nur zu gut an die unterhaltsamen Auftritte mit Messiah Marcolin, u.a. den Auftritt beim legendären BYH 2005 (Unwetter, Überschwemmungen…). Daher kommt mir als erstes „Doom mit Gemüse“ in den Sinn. Aber genug der Nostalgie, heute ist Mats Levén am Mikro und er ist sicherlich einer der charismatischsten Fronter mit einer wunderbaren Stimme. „Mirror, Mirror“ und „At The Gallows End“ wurden begeistert von der nun wachsenden Menge aufgenommen. Während das Konzert bereits genial war, legten die Schweden noch einen drauf und kündigten einen Gastauftritt an. Mats verschwand hinter der Bühne und Papa Emeritus III von GHOST erschien auf der Bühne und performte „Well of Souls“. Massiver Sound, epischer Auftritt – Daumen hoch!

Setlist: Mirror Mirror – The Dying Illusion – A Cry From The Crypt – Emperor of the Void – Demons Gate – At the Gallows End – The Well of Souls – Crystal Ball – Solitude

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Erwähnt ich episch? Nun, genau dort machen wir dann gleich weiter, denn DARK TRANQUILLITY warteten auf der Bühne gegenüber und konnten sich nun einer wirklich ahnsehnlichen Menge erfreuen. „The Science of Noise“, gefolgt vom wunderbaren „White Noise/Black Silence. Für mich ist diese Band einfach ein Gute Laune Garant – und wenn ich mich so im Publikum umsehe, scheint es dort nicht anders zu sein. Ein Grund dafür ist sicherlich Fronter Mikael Stanne – der beste Frontman – Punkt! Der Kerl grinst einfach non-stop und freut sich nach Jahren auf der Bühne immer noch wie ein Kind über das Publikum, was die Band abfeiert. Das zeigt sich auch an der konstanten Interaktion mit dem Publikum. Mein Grinsen wurde größer als mein alltime Fav „The Wonders at your Feet“ gespielt wurde. Was ein Auftritt! Muss ich noch erwähnen, dass die Band das Publikum nicht großartig zum Mitklatschen/Singen animieren musste?

Am Ende des Konzerts sah man, dass die Band ziemlich überwältigt von der großartigen Reaktion des Gigs war und begeistert zum abklatschen und Umarmungen geben in den Graben sprang.

Setlist: The Science of Noise – White Noise/Black Silence – Monochromatic Stains – The Wonders at Your Feet – The Lesser Faith – The Silence in Between – Terminus (Where Death is Most Alive) – The Mundane and the Magic – Therein – State of Trust – Final Resistance – The Treason Wall – Endtime Hearts – Misery´s Crown

Leider war es nun an der Zeit sich auf den Heimweg zu machen. AVATARIUM konnte ich so nicht sehen, aber in die Halle hätte ich es nach dem Auftritt von DARK TRANQUILLITY wohl so oder so nicht geschafft. Draußen stand bereits eine riesige Menge an und wartete darauf noch reingelassen zu werden. Damit machte ich noch ein paar Schnappschüsse von KREATOR, die mit „Enemy of God“ gerade die Meute vor die Hauptbühne zogen, gefolgt von „Terrible Certainity“. Begleitet von den Klängen von „Phobia“ verließ ich das Gelände, mit dem Wissen ein kleines, aber feines Festival gefunden zu haben.

Abgesehen von den Bands, gibt es noch ein paar andere Dinge, die ein Daumen hoch verdienen, da sie leider auf Festivals nicht selbstverständlich sind:

Die Toiletten, immer ein leidiges Thema auf Festivals, aber Gefle zeigt, dass es geht. Die Dixies stanken nicht, es war sogar Toilettenpapier da und – wie herrlich – Desinfektionsgel. Die Toiletten waren sogar so sauber, dass man sogar seine Tasche auf den Boden stellen konnte. Danke an den Versanstalter für soviel Aufmerksamkeit für einen oft eher ignorierten Bereich des Festivals.

Wasser! Es gab einen Stand, an dem die Besucher während der beiden Festivaltage kostenlos mit Wasser versorgt wurden. Man brauchte also weder eine Flasche mit sich herumschleppen, noch tonnenweise Geld für Wasser zu bezahlen. Da könnte sich so manches Festival eine Scheibe von abschneiden, die 3-4 € für Wasser verlangen und sich dann wundern, dass eine Menge Leute umkippen, dehydriert sind, etc. Es war bei diesem Festival zwar nicht superheiß, jedoch wurde die Erfrischung gern angenommen und Alkoholleichen gab es keine.

Security: Sehr relaxte Truppe, sowohl am Eingang, als auch vor den Bühnen – passend zum relaxten Festival. Herzlichen Dank!

Eine Notiz für nächstes Jahr: Hätte ich mir nicht den Festivalguide auf der Homepage genau angeschaut, wäre es wohl etwas schwieriger gewesen den Campingplatz zu finden. Die Hinweise für´s Festival lotsten einen nämlich direkt zum Haupteingang des Festivals, nicht aber zum Campingplatz. Ein kleines extra Schild am letzen Kreisel hätte das Problem gelöst.

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Alles in Allem sollte klar sein, dass man sich dieses Festival für nächstes Jahr vormerken sollte. Die ersten Bands sind bereits bekannt und lassen auf ein weiteres großartiges Festival hoffen:

ARCH ENEMY – BLOODBATH – PARADISE LOST – SODOM – DEATH ANGEL – DESTRÖYER666 – TAAKE – KRISIUM – COBRA AND THE LOTUS – EREB ALTOR – NERVOSA.

Tickets sind ab dem 1. September erhältlich. Gefle Metal Festival 2017 finden vom 14-15.7.2017 statt!

Cornelia Wickel

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