Fire Rose – Fresh Act März 2016

Die Musik, die sie machen, stammt aus Zeiten, in denen sie selber gar noch nicht geboren waren oder gerade noch in Windeln dazu rocken konnten. Nichts desto trotz wissen diese Baselbieter Jungs genau, wie sie es anpacken müssen, um guten Hard Rock zu kreieren. Simon, Adrian und Florian von Fire Rose, stellen sich in diesem Monat unseren Fragen.

Hallo Jungs, könnt ihr uns zu aller erst etwas zur Band sagen, wer sind die Mitglieder und seit wann macht ihr zusammen Musik?

Simon: Uns gibt es jetzt seit 2005, und abgesehen von mir sind eigentlich alles komplett andere Leute heute dabei. Aber seit 08 sind wir abgesehen vom Sänger eigentlich die gleiche Besetzung. Und mit unserem neuen Sänger Pascal haben wir natürlich einen grossen Schritt vorwärts gemacht. Musikalisch aber auch gesanglich.

 

Es war 2013, als Pascal in die Fussstapfen von Andreas Bossard trat. War es schwierig, ihn hier zu finden? Ich stell es mir wahnsinnig schwierig vor, gerade hier in der Region geeignete Mitmusiker zu finden.

Florian: Es ist allgemein sehr schwer. Ich glaube, es ist in der ganzen Schweiz schwierig, einen Rocksänger zu finden. Das bringt einen fast zur Verzweiflung.

 

Ich nehme an, ihr hattet am Schluss dennoch mehrere zur Auswahl, warum fiel die Wahl gerade auf ihn?

Florian: Wir hatten mehrere im Band Raum und darunter auch ein paar mit einer guten Stimme, die aber alle mehr eine Band für ihre eigenen Sachen gesucht haben und Songs, die wir ihnen gaben, um sie einzustudieren, haben sie schon prinzipiell ganz anders gesungen, und das wollten wir nicht. Und Pascal kam und sang es so, wie wir das wollten.

Simon: Und setzte vor allem noch mal einen Obendrauf gegenüber den anderen Sängern.

 

Kanntet ihr ihn zuvor schon oder habt ihr mit einem Inserat gesucht?

Simon: Also ich kannte die Stimme bereits von Excentric, bei denen er zuvor gesungen hatte. Ich habe ihn aber nie über das Internet gefunden, weil er dort unter seinem Künstlernamen James Prayer zu finden ist, und dann hat ein Freund mich darauf hingewiesen, dass er jemanden kennt, der bei Excentric war, der eine neue Band sucht, und ich wusste natürlich gleich, von wem er redet.

Adrian: Er kam dann vorbei und wir arbeiteten zusammen und fanden das es passt.

 

Und das war schnell klar für euch alle, dass es passt?

Florian: Für mich schon, ich fand, dass diese Stimme sicher sehr gut passen würde.

Adrian: Er musste natürlich erstmal mehrere Songs singen, bis wir sagten, doch das passt

Simon: Bevor wir es offiziell machten, mussten wir uns auch beidseitig einleben, schauen, ob es auch zwischenmenschlich stimmt, bevor wir sagen konnten, wir haben einen neuen Sänger.

 

Mittlerweile hat sich das alles gefestigt und man sieht und hört vor allem, dass es zusammenpasst. Wie ist es mit dem Rest der Mitglieder? Ihr seid Geschwister Simon und Florian, richtig? Und der Rest?

Simon & Florian: Genau

Adrian: Ich habe zuerst Simon kennengelernt im Ausgang. Wir waren immer im letzten Zug zusammen in die selber Richtung und betrunken fängt man an miteinander zu quatschen, beides Lederjacken Typen und lange Haare. Und irgendwann kam ich aus den Ferien zurück und sie suchten einen Bassisten und so bin ich zu der Band gekommen.

Du hast zuvor schon Bass gespielt oder extra dafür gelernt?

Adrian: Ich spielte zuvor schon in Bands.

Wart ihr alle zuvor schon in anderen Bands?

Florian: Ich schon.

Simon: Ich habe eigentlich immer nur mit dir Musik gemacht, Florian.

Das ergibt sich ja auch als Geschwister.

Florian: Ja ich bin mal zweispurig gefahren, damals noch als Schlagzeuger.

 

Aha und dann hast du dich für die Gitarre entschlossen, weil man da mehr Groupies abbekommt? (alle lachen)

Florian: Nein, es ist einfacher, weil man nur eine Gitarre rumtragen muss. Nein dort war auch ein Wechsel, als der Gitarrist ausstieg fand ich, ich würde mich lieber an der Gitarre versuchen als am Schlagzeug, bis zu einem Punkt, wo es nicht mehr passte und Fire Rose dann einfach besser war und mehr Erfolg hatte, da wollte ich dann doch lieber wieder bei ihnen spielen.

 

Und wie kam euer Schlagzeuger zur Band?

Simon: Unser alter Schlagzeuger ging für ein halbes Jahr nach Kanada und wir brauchten einen Ersatz. Und dann haben wir uns mal betrunken angetroffen und er meinte, er könne SUPER Schlagzeug spielen. Was ich ihm auf Anhieb eigentlich nicht geglaubt habe, und habe ihn dann zum Vorspiel eingeladen. Und er spielte es doppelt so gut wie der alte Schlagzeuger und somit war eigentlich klar, dass wir den alten nicht mehr zurücknehmen.

 

Simon, du bist der Gründer der Band, ist es so, dass du hauptsächlich alleine für das Songwriting zuständig bist oder macht ihr das alle zusammen?

Simon: Nein das ist so, hauptsächlich mache ich das und das Fine Tuning machen wir dann zusammen. Jeder bringt seinen Stil mit ein.

 

Wie ist es jetzt, wo ihr einen neuen Sänger habt, bringt er seine Texte selber oder machst das auch du?

Simon: Nein das kommt auch von mir, aber wie gesagt, jeder bringt seinen Grundstil mit ein. Jeder kann Ideen mitbeisteuern und viel beim Feinschliff ergibt sich dann einfach automatisch beim Spielen.

 

Also müsst ihr quasi vor ihm kuschen? (alle lachen)

Adrian: Naja, ich meine die Songs die er bringt sind geil. Ich habe prinzipiell nichts einzuwenden. Und der eigene Stil, den jeder hat, bringt den Rest.

Florian: Und in der Zwischenzeit durch das Jahre lange zusammen spielen ergibt es sich auch, dass wir auch sonst mal Jam Ideen haben, und wir finden, das klingt gut, das entwickeln wir weiter.

 

Wie lässt sich eure Musik am besten beschreiben und was hebt euch von anderen Bands in diesem Genre ab?

Simon: Also unsere Musik ist eigentlich überhaupt nicht neu. Aber es ist etwas, das man gar nicht mehr so oft hört.

Florian: Also das Rad haben wir sicher nicht neu erfunden mit unserer Musik. Es sind aber sicher alles Elemente, die uns selber sehr gut gefallen, im Bereich Hard Rock, Heavy Metal, eben auch das melodiöse Zeug.

Adrian: Was mir einfach sehr gut gefällt, ist einfach der Stil, den Simon bringt, wenn er Songs schreibt. Er hat einfach seine ganz persönliche Art, wie er Songs schreibt. Man hört natürlich, was er gerne hört.

Simon: Ich höre nur unsere Single! AUSNAHMSLOS! (Lacht)

 

Aha, das glaube ich aber nicht ganz, für das bist du zu oft im Z7!

Simon: Definitiv, aber nur als Bestätigung, dass wir eigentlich besser sind (lacht) Nein Quatsch! Ich habe gar nicht diese Einstellung, wenn es jetzt gerade so rüberkam.

 

Das ist gut, das ist mal eine Abwechslung, denn leider haben die meisten Schweizer Bands einfach das Gefühl, die Welt hat nur auf sie gewartet. Wie seid ihr auf den Bandnamen Fire Rose gekommen?

Simon: Das ist schwierig zu sagen, ich glaube, ich habe mal einen Sinn dahinter gesehen, den ich allerdings scheinbar über die Jahre vergessen habe. (lacht) Ich wollte aber auf jeden Fall einen einfachen Namen, den jeder aussprechen kann, jeder lesen kann, der keine Fremdwörter beinhaltet, einfach einen, denn man sich gut merken kann.

 

JA also keine Fremdwörter, da müsste aber etwas wie «Schwitzer Bebis» hin. (lacht)

Simon: Ja das stimmt.

Florian: Man kann ihn lesen, das gefällt mir, was ja bei Death Metal meistens nicht so der Fall ist.

 

Simon, Florian, Adrian
Simon, Florian, Adrian

Warum habt ihr euch eigentlich gerade für Hard Rock entschieden und nicht für Death Metal? In der Schweiz ist ja doch eher der Death Metal gefragt um «erfolgreich» zu sein.

Florian: Ich kann mit Death Metal persönlich nicht sehr viel anfangen. Adi und Dani sind schon breiter gefächert, aber für mich ist Hard Rock, Heavy Metal, eben das ältere Zeug eher mein Ding.

Adrian: Ich höre halt einfach gerne vom Klassischen Hard Rock, Heavy Metal , eher das ältere Zeug bis hin zum Death Metal. Als ich in die Band kam, spielte ich selber noch in einer Black Metal Band. Aber meine Bands waren auch immer AC/DC, das ist nach wie vor meine Lieblingsband. Aber Thrash Metal Bands höre ich mir auch heute noch sehr gerne an.

 

Ihr habt 2013 ein Live-Album in Eigenregie veröffentlicht, welches auch gleichzeitig euer erstes Album überhaupt war, warum gerade ein Live Album als erstes?

Simon: Das hat sich schlicht und einfach so ergeben. Als wir im Z7 mit Molly Hatchet spielten, hiess es, ob wir den Sound aufnehmen wollten, er könne nur den Knopf drücken und könnte diese Aufnahme machen. Dann haben wir uns den Rohmix angehört, das klang sehr gut und das haben wir dann abgemischt und fanden, das vervielfältigen wir gleich.

 

Ihr bietet sie aber zurzeit nicht mehr auf eurer Webseite an?

Florian: Doch, das wollen wir bald wieder.

Simon: Als der neue Sänger kam, fanden wir einfach, wir nehmen die alte Scheibe erst mal aus dem Webshop, dass man erst mal das Aktuelle hört und wenn wir sie wieder anbieten, schreiben wir sicher dazu, dass es noch mit dem alten Sänger ist, und am besten noch mit einer Hörprobe dazu, so dass man nicht enttäuscht ist.

Adrian: Es ist halt eben auch musikalisch nicht aktuell. Wir waren ein Jahr im Band Raum ohne Sänger und haben daran gefeilt und gearbeitet. Es hat sich musikalisch auch sehr viel entwickelt. Ein neues Live Album würde heute ganz anders klingen.

 

Plant ihr nach der Single auch ein Album zu veröffentlichen? Auch wieder Live oder ein Studio Album?

Florian: Nein, nein jetzt wird es Zeit für ein Studio Album. Im Mai gehen wir ins Studio.

Simon: Die drei Songs, die auf der Single sind, sind dort sicher auch mit drauf.

Adrian: Sicherlich auch 10 weitere, es sind ca. 13 Songs am Schluss.

Simon: In Gelterkinden bei V.O Pulver in den Little Creek Studios. Das Studio ist wirklich Tiptop. Es ist nicht nur nahe gelegen für uns, nicht dass das der ausschlaggebende Punkt wäre, es ist einfach ein sehr gutes Studio. Er ist für den Metal Style einfach einer der besten und ich glaube nicht, wenn man dreimal so viel Geld in die Hand nimmt und nach Amerika fliegt, dass es am Ende mehr bringen würde.

 

Ihr habt letzte Woche eure neue Single veröffentlicht «Wheels on Fire» – was dürfen die Käufer von diesen ersten drei vorab Songs erwarten?

Simon: Ich habe nur was blödes auf der Zunge (lacht)

Adrian: Sicher mal einen guten Vorgeschmack auf das Album. Drei sehr gute Songs.

Simon: Ich wollte nur sagen, nach dem man diese CD gehört hat, schätzt jeder wieder sein Leben, weil er denkt, «Gott sei Dank habe ich es sonst gut» (lacht)

 

Also so schlimm ist sie sicher nicht!

Simon: Nein. Aber es ist eine Einweg CD, sie explodiert, nachdem man sie gehört hat (alle lachen)

 

Gut das ihr mich vorwarnt. Ihr macht bisher alles in Eigenregie und habt noch keinen Plattenvertrag, würdet ihr das gerne ändern oder glaubt ihr, heute ist es nicht mehr zwingend, einen Plattenvertrag zu haben, um als Band erfolgreich zu sein?

Simon: Wir hätten schon lieber einen Plattenvertrag, aber es gibt heute so viele, die es machen, aber die bringen nicht wirklich etwas. Die kleinen Labels bringen einem nicht viel, also entweder ein gutes Label oder Eigenregie. Es kommt eben immer auf die Bedingungen drauf an.

 

Also glaubt ihr, es ist besser, ein kleiner Fisch bei einem grossen Label zu sein als ein grosser Fisch bei einem kleinen Label?

Simon: Ja lieber wo stehen, wo man sich verbessern kann als bereits an der Spitze zu sein.

 

Ihr habt bisher an die 50 Konzerte, meist als Support in kleineren und grösseren Clubs, in der Schweiz gespielt und auch an ein paar Festivals und ihr geht neben der Musik alle einem Alltagsjob nach; ist der grosse Traum, von der Musik leben zu können, oder bleibt ihr da eher realistisch und seht es mehr als ein Hobby an, das nebenbei läuft?

Simon: Solche Träume darf man haben, aber es ist ein schwieriger Weg.

Florian: Wir sind glaube ich alles Realisten, die wissen, dass das nicht heute und morgen der Fall sein wird. Aber so einen kleinen Traum im Hinterkopf darf man doch trotzdem noch haben.

Adrian: Es wäre schon schön, wenn man den Job ein bisschen reduzieren könnte oder so einen kleinen Nebenverdienst hätte, wäre das auch nicht schlecht. Aber so ist es einfach unsere Leidenschaft, Musik zu machen, also würden wir es so oder so machen.

 

Daniel, Pascal
Daniel, Pascal

Was ist euer Traum, was wollt ihr mit der Band erreichen?

Adrian: Wir hatten mal den Traum im Z7 zu spielen, diesen Traum haben wir uns erfüllt. Also einen Traum haben wir nicht gross, aber einfach die nächsten Schritte, die wir erreichen wollen. ¨

Florian: Was mal sehr interessant wäre, wäre mit einer grösseren Band auf Tour zu gehen.

 

Glaubt ihr, es ist als Schweizer Band besonders schwierig, in der Musikszene Fuss zu fassen, oder glaubt ihr, dass es überall gleich ist?

Simon: Ich denke, in der Schweiz hast du es zumindest von den Konzerten her gut. In Deutschland bekommt zum Beispiel keine Band eine Gage, die in unserer Grösse ist. Aber sonst ist es in der Schweiz schon auch schwierig, aber das ist es sicher auch sonst überall als Band. Vor allem auch, wenn man eher eine Randmusik macht, die weder im Radio noch im Fernsehen gängig ist.

 

Habt ihr noch etwas, das ihr unseren Lesern mitteilen wollt? Was sie sich unbedingt nicht entgehen lassen sollten? Was sie sich anschauen sollten?

Simon: Augusta Raurica (Römer Stadt in der Region) wäre was! (lacht)

 

Warum sollten sie euch anhören?

Simon: Da kann man auch wieder fast nichts dazu sagen, ohne überheblich zu klingen. (lacht)

Florian: Ich finde, man sollte sich uns einfach mal antun, mal reinhören oder an ein Konzert kommen.

Simon: Entweder schätzt man das Leben wieder, weil die Musik so gut ist, oder weil sie so schlecht ist. (lacht) Nein, alle die 80er Musik gut finden und die alten Bands, die werden sicher auch Freude an unserer Musik haben. …Punkt!

Gut, dann danke ich euch für das Interview!

Florian: Danke dir!

Mehr Infos und Single unter: http://www.firerose.ch/ & https://www.facebook.com/fireroseofficial

Die Single “Wheels on Fire” mit drei grossartigen Songs könnt ihr hier bestellen: http://www.firerose.ch/shop/

 

Vielen Dank auch an das Caffe Mooi im Guggenheim Hotel & Konzertsaal Liestal.

Photos: Marion Gross

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death,Black, Grind Core

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