Marathonmann feiern Halloween in Berlin!
31.10.2025, Cassiopeia Berlin
Die Galerie zur Show findet ihr **HIER**
Es ist dunkel, nass, die Bahn hört nach der Hälfte der Strecke auf zu fahren und alle lachen. Klingt gruselig, ja, das war es auch – passend zu Halloween irgendwie. Zusammen zog man dann in die gleiche Richtung, bevor sich die Wege trennten und ich zum Cassiopeia abbog, während der Rest sich eher für eine der diversen Halloween Partys entschieden hatte – nicht wissend, dass sie wirklich etwas verpassen würden.
Im Keller des Cassiopeia fand sich ein gut durchmischtes Publikum zusammen – alle Altersklassen, die Halloween-Verweigerer (wie ich) tummelten sich unter Verkleideten. Am Ende waren wir alle aus einem Grund da: wir wollten einen tollen Abend mit Musik erleben, und zusammen singen, tanzen und am Ende eben auch schwitzen.

Als die Berliner Band PIGEONS als Support pünktlich die kleine Bühne betraten, war der Raum noch vergleichsweise leer, und wie das dann immer so ist: es traute sich keiner so wirklich in die erste Reihe, und es hab eine unsichtbare kreisförmige Linie, hinter der sich dann alle einfanden, um dieser Mädelstruppe zu lauschen. Sichtbar hatte jeder auf der Bühne Spaß, auch musikalisch war da sicherlich für jeden etwas dabei.
Spannend war, dass es die Band noch nicht so lange gibt – und davor auch eher weniger musikalisch aufgewachsen wurde, sondern das ganze auf Basis von „man ist nie zu alt, etwas Neues anzufangen / auszuprobieren“ gestartet wurde. Ich bin gespannt, wohin die Reise der Band in der Zukunft gehen wird, wenn es dann noch mehr Sicherheit auf der Bühne und an den Instrumenten und somit dann mehr Schwung gibt.

Die kleine Umbaupause wurde dann von sehr vielen zum Auftanken (aka Bier-Nachschub) genutzt, und es wurde auch spürbar und sichtbar voller, jeder machte einen oder zwei Schritte näher an die Bühne heran und schwupps, plötzlich war da so viel mehr Konzertfeeling da im Vergleich zu davor. Die Vorfreude wuchs minütlich, während auf der Bühne mit Hochdruck alles bereit gemacht wurde. Und dann…3…2…1…los geht´s! 90 Minuten volle Kraft voraus mit MARATHONMANN in Halloween-Verkleidung.

Hand auf´s Herz, ich hab eine Sekunde gebraucht um zu realisieren: Verkleidung! Passend zu Halloween! Für mich als Halloween-Anti etwas, was ich schlucken musste – aber gut, was erwarte ich auch, wenn ich an diesem Tag auf ein Konzert gehe? Im Verlaufe des Konzertes wurden die Verkleidungen auch teilweise zum Hindernis – wie sehr schwitzt man so hinter einer Maske mitsamt Stoff über den ganzen Kopf? Oder einem Polyester-Onesie in Skelett-Optik? Scheinbar dann doch sehr stark – aber keine Sorge, auch im Publikum wurde sehr gut geschwitzt, und mit jeder Sekunde im kleinen Moshpit und jeder mitgesungenen Liedzeile lief einem der Strom an Schweiß einmal mehr den Rücken hinunter.

Die Band hat eine tolle Mischung aus all ihren Songs gespielt – und man konnte durchaus auf den Gesichtern der Fans sehen, wer für welche „Epoche“ dann doch ein bisschen mehr empfindet als für Andere. Auch war es wirklich schön auch Lieder vom ganz frischen Album „Poltergeist“ live zu hören, und ich fand es toll, dass auch dort jeder textsicher und mit voller Leidenschaft dabei war. Ich persönlich bin ein Fan weder von ganz alt noch ganz neu, sondern von der Musik „zwischendrin“ – und habe daher durchaus einige Songs vermisst, die ich eigentlich als gesetzt erwartet hatte – aber: ich finde es immer gut, wenn sich Setlisten ändern und (weiter)entwickeln, denn es macht weder Band noch Publikum Spaß, wenn man immer die genau gleiche Setliste abarbeitet.

Besonders gefreut habe ich mich aber über „Die Stadt gehört den Besten“, „Maniac“, „Feuer“ , „Nie wieder Licht“ und besonders „The Void“ – dieser war einer meiner ganz persönlichen Highlights. Letzter genannter Song hat eben auch einmal andere Emotionen im Publikum ausgelöst als Partylaune und gute Stimmung – in manch einem Auge sah man es glitzern, hier und da lief auch eine Träne während der Song 100%ig gelebt wurde. Musik schafft es einfach immer wieder, alle Emotionen auszulösen und den Zuschauern die Chance zu geben, diese einfach auszuleben, in einer Art „sicherer Raum“. Und besonders Shows von MARATHONMANN sind für viele einfach genau dieser Raum: man kommt so dorthin, wie man ist, und man hat nie das Gefühl, nicht hineinzupassen.
Und mit genau diesem wohligen Gefühl ist man dann auch nach Hause gegangen – wie immer bei guten Shows viel zu früh wurde man in die Dunkelheit dieser Halloween-Nacht entlassen.
Wer die Jungs noch nicht gesehen hat oder sogar noch keine Tickets für Shows dieser Tour hat – ihr habt noch ein paar Chancen das zu ändern!
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Setliste Marathonmann
Sie
Memento
In einer kleinen Stadt
Die Stadt gehört den Besten
Frequenzen
Blick in die Zukunft
Maniac
Feuer (wenn es brennt)
Deflektorschild
Rücklauf
Neumondnacht
Wo ein Versprechen noch was wert ist
Nie genug
Totgeglaubt
Vertigo
The Void
Nie wieder Licht
Wir sind immer noch hier
Schachmatt
Holzschwert

