Pagan Altar: Ein wenig Okkultes, ein wenig Bauwesen
Zu jenen legendären Rock/Metal-Bands, die seit Jahrzehnten im Geschäft sind, gehört auch Pagan Altar, die gerade ein neues Album auf den Markt brachten! Die 1978 von Terry Jones und seinem Sohn Alan gegründete Londoner Band kennt man als Teil der berühmten New Wave of British Heavy Metal (NWOBHM). In unserem Interview schwelgt Gitarrist, Sänger und Gründungsmitglied Alan Jones ein wenig in der Vergangenheit …
Wann und wie wurden Pagan Altar gegründet?
Pagan Altar entstand 1978 in Brockley, London. Unsere Band Hydra hatte sich etwa 6 Monate zuvor aufgelöst und wir wollten einen Neuanfang wagen.
Würdest du Pagan Altar als NWOBHM-Band oder als Doom Metal-Band definieren?
Weder noch, wir haben uns als Heavy-Rock-Band gegründet und haben den Begriff Doom erst viel später gehört. Wir waren immer viel zu langsam, um eine NWOBHM zu sein.
Hatte die Band irgendwelche Schwierigkeiten, ihr erstes Album zu veröffentlichen?
Nein, nicht wirklich, aber wir haben das Mastering selbst bezahlt und wir hatten bereits das Masterband von 1982 fertig.

Interessierst du dich für okkulte Themen, Alan?
Jetzt nicht mehr wirklich, denn es war mein Vater, der sich viel mehr für dieses Thema interessiert hat.
Welche Art von Bühnenshow hat die Band live geboten?
Als wir Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre mit Auftritten anfingen, war es eher wie Silvester. Damals konnte man so ziemlich alles machen, was man wollte, und wir haben damals sicherlich ein paar feurige Sachen geboten.
Erzähl uns was über die Aufnahmen zu „Lords of Hypocrisy“.
Lords Of Hypocrisy wurde zwischen dem ursprünglichen Studio hinter unserem Haus in Brockley und einem eigens gebauten Studio am Ende des Gartens meines Vaters in Plumstead aufgenommen. Wir benutzten eine 16-Spur-Roland-Workstation, die ich gerade gekauft hatte, und wir nahmen sie im Auto mit, wenn wir zwischen den beiden Studios pendelten.
Wie liefen diese Sessions?
Sehr laut. Als wir das Schlagzeug im Studio meines Vaters in Plumstead aufnahmen, hatte mein Vater die Hohlräume schalldicht gemacht, dann aber Gipskartonplatten angebracht und die Wände verputzt. Das sah zwar toll aus, aber sobald man ein Live-Kit dort aufstellte, prallte der Schall einfach zurück. Unser Schlagzeuger Mark hatte ein Loch im Trommelfell und musste schließlich zum Arzt gehen.
Was haltet ihr von anderen Okkultismus-Bands, die in den frühen 80ern die Szene unsicher machten?
Um ehrlich zu sein, haben wir nie viel von dem mitbekommen, was andere gemacht haben.
Hast du irgendwelche Bücher über okkulte Themen gelesen?
Habe ich nie getan, das war eher das Ding meines Vaters, er hat eventuell er Aleister Crowley gelesen. Ich bin mir nicht sicher, obwohl wir beide in den 80er Jahren für einen okkulten Laden arbeiteten, aber sie waren im Bauwesen als Nebenzweig und wir waren auf dieser Seite der Dinge tätig. Dadurch hatte mein Vater viel Zugang zu einer Menge okkultem Material.
Was hältst du von Okkultismus und der Heavy-Metal-Szene, als der Black Metal und Death Metal in den 80er und 90er Jahren aufkam?
Zum Okkultismus habe ich eigentlich keine Meinung, weder in die eine noch in die andere Richtung.
Dennis, unser anderer Gitarrist, ist der Experte für Black Metal und Death Metal usw. Ich weiß wirklich nicht, was nun was ist und er muss es mir erklären, wenn wir auf einschlägigen Festivals spielen.
Wie sieht die aktuelle Metalszene in Großbritannien aus?
Bei diesem Thema sprichst du mit der falschen Person. Meine Plattensammlung endet ungefähr 1985 und danach gibt es nicht mehr viel. Allerdings habe ich mir das neueste Album von Tanith gekauft, das ich liebe und das sich sehr gut in meine 1970er Alben einfügen könnte.

Gibt es irgendwelche neuen Veröffentlichungen von Pagan Altar, über die du uns etwas erzählen könntest?
Wir haben gerade ein Album namens „Never Quite Dead“ herausgebracht.
Was sind die Zukunftspläne für die Band?
Ich muss Anfang Juni für eine Operation ins Krankenhaus, also war dieses Jahr showtechnisch ein bisschen ein Reinfall. Da sie mir unlängst erst einen Termin gegeben haben, konnten wir noch nichts buchen, aber wenn alles gut geht und ich es in einem Stück heraus schaffe, sollten wir nächstes Jahr viel mehr unterwegs sein.
Was hat die Band über so viele Jahre am Laufen gehalten, Alan?
Ich liebe es einfach, live zu spielen. Mit der aktuellen Bandbesetzung ist es so, dass wir einander alle sehr gut verstehen, und bei Konzerten ist es eher wie ein Haufen Freunde, die einen Beano trinken gehen. Obwohl wir die Shows sehr ernst nehmen, wenn wir alle zusammen sind, haben wir eine tolle Zeit.
Vielen Dank für das Interview, Alan, und im Namen der gesamten STALKER-Crew alles Gute für deine bevorstehende Operation!
Text: John Wisniewski
Bandphotos: JReinhard

