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Kataklysm, Vader, Blood Red Throne in Bochum

22.03.2026 Bochum, Zeche

Sonntagabend, erstes sonniges Wochenende nach dem Winter. Es gibt bessere Bedingungen für Death Metal. So ist die ehrwürdige Zeche kurz vor Veranstaltungsbeginn auch eher lose gefüllt. Zum Glück soll sich das noch ändern.

Als Blood Red Throne pünktlich um 19:15 ihr halbstündiges Set beginnen stellt sich raus, dass doch noch einige Konzertgäste die letzten Sonnenstrahlen des Tages im Biergarten der Zeche genossen haben müssen. So füllt sich das Auditorium rasch und schließlich auch ordentlich. Die Norweger bringen über 20 Jahre Bühnenerfahrung mit und das merkt man ab Sekunde eins. Auf der Bühne wird gebangt, gepost und munter die Positionen durchgewechselt. Aber die große Stärke des Quintetts ist ihr nonverbale Kommunikation mit dem Publikum.

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Basser Erlend spielt einen Song im Graben und geht dort auf Tuchfühlung mit den ersten Reihen. Nicht verwunderlich also, dass Bochum ihnen aus der Hand frisst. Es gibt bereits den ersten Moshpit des Abends und gegen Ende des Sets gehen die Hände bis hinterm Mischpult in die Höhe. Am Schluss kündigt Sänger Vald noch an, dass die Band den restlichen Abend am Merchstand verbringen wird. Ein toller Auftritt und ein dickes Plus in Sachen Fannähe!

Anhand der Shirts im Publikum ist unschwer zu erkennen, dass nicht wenige der Anwesenden wegen Vader (Startfoto) gekommen sind. Kein Wunder, bringt die Band doch über 40 Jahre Erfahrung mit und hat sich durch ihr ausgiebiges Touren eine feste Fanbase erspielt.

Der heutige Auftritt wird ein Art Geschichtsstunde: 13 Songs von 15 Alben aus 43 Jahren Bandhistorie. Peter kündigt zu Beginn an, dass heute in der Mottenkiste gekramt wird. Und so ist es: Der Schwerpunkt des Sets liegt um die Jahrtausendwende. Dabei bildet „Litany“ mit ‚Wings’, ‚The One Made of Dreams’ und ‚Cold Demons’ den Schwerpunkt. Erst als die Show auf die Zielgerade einbiegt werden mit ‚Triumph of Death’ und ‚Hellelujah’ (auch schon 20 Jahre alt! Junge, wie die Zeit vergeht…) neuere Nackenbrecher rausgeholt.
Insgesamt ein amtlicher Abriss, bei dem sich Frontman und Gründungsmitglied Peter wiederholt ergriffen die Hand auf die Brust legt, wenn die Menge in laute „Vader“-Sprechchöre einsetzt. Eine kurzweilige Geschichtsstunde!

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Kataklysm verbinden den klassischen Death Metal mit den Grooves und den tiefer gelegten Gitarren des Metalcore und erreichen dadurch eine jüngere Zielgruppe als viele andere Bands dieses Genres. Auch wenn man im Publikum vereinzelt Angehörige der Generation 50+ sehen kann, dominieren Menschen der Geburtsjahrgänge um 1990. Und die haben Power! So wird fast das ganze Konzert ab dem Opener ,Push the Venom’ ein einziger Moshpit. Erster Kulminationspunkt ‚Prevail‘: Unfassbar, was hier abgeht!
Vor ‚Rabbit Hole‘ setzt Maurizio dann zur einzigen längeren Ansprache des Abends an. Tenor: Die Welt ist schlecht geworden und Social Media zieht uns mit seinen Algorithmen noch weiter runter. Aber Metal Fans trotzen diesen Trends und haben gemeinsam Spaß, unabhängig von Alter, Hautfarbe und Herkunft. Coole Message, geiler Song! Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: ‚As I Slither‘ wird zum Security Stress Test ausgerufen und tatsächlich bewegt sich spätestens ab jetzt die ganze Zeche. Beeindruckend!
Und so fräst sich der Northern Hyperblast weiter mit hoher Intensität durch Bochum, bis der Abend schließlich nach 3 Bands und 3,5 Stunden ein Ende findet. Fazit: Geiles Package, noch geileres Publikum, gerne schnell wieder kommen!

photos: Timo Pässler

Timo Pässler

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