Vader – Solitude in Madness

Label: Nuclear Blast  Spielzeit: 30 Min  VÖ: 1.5.2020

 

Unglaublich! Seit bald vier Dekaden sind Vader in der Szene unterwegs und gehören spätestens seit ihrem 2000er Album „Litany“ zur unangefochtenen internationalen Speerspitze des Death Metal. In den Jahren haben sie alleine 13 Studioalben sowie diverse EPs, Compilations und Live-Alben veröffentlicht. Jedes Album hatte seine Qualitäten und Höhepunkte, richtige Stinker waren nie dabei. Dies ist bemerkswert, denn die Rahmendaten sprechen eigentlich gegen die Band. Gegründet wurden Vader in den 80er Jahr im kommunistischen Polen. Zunächst war es die Verwaltung, die den Heavy Metal kritisch beäugt und die Band schikanierte, wo es nur ging. Nach dem Fall der Mauer war es dann die erstarkende katholische Kirche, die ihren Einfluss nutzte, um der Band das Leben schwer zu machen. Über viele Jahre war es für polnische Fans deshalb einfacher, die Band im Ausland als in der Heimat zu sehen. Kein Wunder, dass dies für einen steten Personalwechsel sorgte. Einzige Konstante im Line-Up ist Sänger und Gitarrist Piotr „Peter“ Wiwczarek. Wikipedia zählt insgesamt 16 ehemalige Bandmitglieder, sowie fünf weitere Tourmitglieder. Seit gut neun Jahren ist aber Ruhe in das Personalkarussel gekommen.

Mit „Solitude in Madness“ legen Vader heuer ihr 16. Studioalbum vor. Darauf zeigen sie sich durchweg von ihren schnellen und brutalen Seite. Melodische Ausflüge, wie es zum Beispiel noch auf „Tibi et Igni“ gab, gehören der Vergangenheit an. Die Folge ist ein intensives, kraftvolles Album, das den Hörer nach knappen 30 Minuten plattgewalzt zurück lässt. Der sehr gute, druckvolle Sound hat daran einen hohen Anteil. Die Songs sind ebenfalls sehr gelungen und kommen innerhalb kürzester Zeit auf den Punkt. Spielzeiten über drei Minuten sind hier die absolute Ausnahme. Was jedoch fehlt, sind die ganz großen Highlights der Marke ‚Carnal‘, ‚Litany‘ oder ‚Hexenkessel‘. Am ehesten geht noch der Opener ‚Shock And Awe‘ als solcher durch.

Schön dass es, allen Widrigkeiten zum Trotz, solch eine beständige Band im harten Metal gibt!

 

www.vader.pl

  • 7.5/10
    Bewertung / rating - 7.5/10
7.5/10
Timo Pässler

Timo Pässler

timo@stalker-magazine.rocks - Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Hauptsächlich Speed, Power, Melodic, Symphonic and Thrash Metal, manchmal auch Black und Death Metal - - - Favorisierte Bands? - - - Blind Guardian, Iced Earth, Children of Bodom, Powerwolf, Kreator, Vader, Amon Amarth, Subway to Sally, Avantasia, U.D.O., Accept, Sinbreed und viele mehr! - - - Sonstige Interessen? - - - Musik (hören und spielen), Wing Tsun, Pfadfinder, Whiskey