Mirrorplain – Heavy Metal Landeier!

Diese Band gab schon Wohnzimmer-Konzerte, ehe diese in der virtuellen Version Mode und notwendig wurden! Mirrorplain beweisen, dass eine Band immer noch am besten funktioniert, wenn man sie mit Freunden gründet. Die sechs Jungs aus dem Sauerland waren bereits mit Queensryche & Firewind auf Tour. Sie scheuen sich nicht davor, ganz nahe an ihre Fans ranzugehen und ihnen ein besonderes Erlebniss zu schenken. Die Band ist nicht nur musikalisch Top, sondern auch noch in ihrer Art äusserst sympatisch, Grund genug, euch die Jungs mal näher vorzustellen!

Hallo Jungs, vielen Dank für eure Zeit – könnt ihr erstmal euch und eure Band vorstellen?

Hey Sandy! Wir haben zu danken! Es freut uns, dass du dir die Zeit für uns nimmst. Wer wir sind, ist eigentlich recht schnell erklärt. Wir sind sechs Jungs aus dem beschaulichen Sauerland, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, der Welt zu zeigen, dass sechs Landeier nicht nur für ein Omelette gut sind!

Woher kommt ihr und wie ist die Band entstanden?

Wir kommen aus Finnentrop, einer kleinen Gemeinde mittem im Sauerland. Im Grunde genommen ist unsere Geschichte recht schnell erzählt. Wir waren damals 5 Freunde die einfach nur Musik machen wollten. Dass wir mal einen Plattenvertrag bekommen oder gar Tourneen spielen würden, hätte damals niemand für möglich gehalten. Pünktlich zur ersten Clubtour zu unserem Album ‚Path of Salvation‘ haben wir dann unseren Gitarristen Jan verpflichtet, somit war unser Sextett komplett.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Die immerwährende Frage (lacht). Wir haben durch unsere privaten Musikgeschmäcker so einige Einflüsse, die wir auch stets versuchen, in unserer Musik zu platzieren. Wir machen die Art Musik, die uns gefällt, in welche Richtung es geht, ist zu Beginn nie ganz klar. Ob Metal oder Rock, bei uns findet alles seinen Platz. Das ist das Spannende an unserer Musik. Man kann sich grundsätzlich nur einer Sache sicher sein. Egal, was man von uns hört, es ist zu 100% Mirrorplain!

Ihr kommt aus dem Sauerland, aus Finnentrop, was gibt es denn dort, das man unbedingt mal gesehen haben müsste?

In Finnentrop, neben zahlreichen Schnellimbissen und kleineren Grünflächen eher weniger. Hier macht man sich die Stimmung selbst. Deshalb haben wir auch so viele Bands hier im Umkreis (lacht). Das Sauerland hingegen ist mit seinen großen Grünflächen, den Bergen und Wäldern ein Paradies für Wanderer und Naturbegeisterte. Landwirtschaft wird hier noch groß geschrieben und mit ‚Winterberg‘ und seiner Region haben wir hier sogar ein echtes Urlaubsziel für Ski-Begeisterte. Halten wir fest: das Sauerland ist eine Reise wert!

Ihr habt euch selbst über eure Webseite für Wohnzimmer Konzerte angeboten, jeder konnte sich euch als Band ins eigene Wohnzimmer holen, coole Aktion, aber warum habt ihr das gemacht? Und wie waren die Gigs, die ihr bisher hattet?

Die Grundidee der Wohnzimmerkonzerte ist damals aus der Not geboren worden. Wir sind im Jahr 2018 ausgeraubt worden. Musikequipment im Wert von 20.000 €, einfach weg. Jedoch war es uns möglich, über Spenden und eine groß angelegte Crowdfunding-Aktion das Schlimmste abzuwenden und weiter Musik zu machen. Bei einer Crowdfunding Kampagne bietet man seinen Unterstützern kleine Dienstleistungen oder Sachgegenstände als ‚Dankeschön‘ für die großzügigen Spenden. Da kam uns damals die Idee eines Akustik-Konzerts für Zuhause. Eine Idee, die großen Anklang fand und den Leuten sehr zusagte. Das Feedback war durchweg positiv und auch unsere Erfahrungen waren wunderbar. So nah am Publikum ist man heutzutage selten. Wir haben jeden der bisherigen Abende sehr genossen.

Was waren denn die Rahmenbedingungen dafür, dass ihr zu jemandem ins Wohnzimmer spielen geht?

Die Rahmenbedingungen waren, ‚du hast an einem der Termine Zeit? Du hast einen etwas größeren Raum zur Verfügung? Dann spielen wir‘! Natürlich haben wir ebenfalls einen gewissen Obolus für uns verbucht, da die Konzerte auch mit Arbeit verbunden sind und wir laufende Kosten haben, doch waren die Leute immer sehr zufrieden und meinten oftmals, dass sie für das Erlebnis auch gern mehr gezahlt hätten.

Wird es solche Wohnzimmertour-Aktionen auch zukünftig von euch geben?

Da sind wir uns nicht ganz sicher. Die Nachfrage wird zeigen, ob wir diesen Weg weiter verfolgen sollten. Aktuell planen wir erstmal nur die eine Tour. Doch wer weiß, ausschließen möchte ich an dieser Stelle nichts.

Ihr wart im letzten Jahr mit Queensryche und Firewind auf Europatournee, wie war dieses Erlebnis für euch und habt ihr schon neue Tourpläne für dieses Jahr?

Die Tour mit Queensryche und Firewind war für uns ein wahr gewordener Traum! Wir haben noch nie mit einem solch kompetenten und gleichermaßen entspanntem Team gearbeitet. Alle Bands gingen auf Augenhöhe miteinander um und man half sich gegenseitig, wo man nur konnte. Man könnte sagen, es glich einer Schulfreizeit mit genialer Musik!
Für uns war das Touren im Bus eine gänzlich neue Erfahrung aber auch dies ging nach über 10 Jahren Freundschaft wie von selbst. Die Tour hat uns nochmal enger zusammengeschweißt und für uns ist klar, wir touren wieder! Eher früher als später.
Für dieses Jahr wollten wir die Wohnzimmer-Tour und eine Clubtour organisieren. Ob das noch was wird bleibt abzuwarten.

Habt ihr eine besondere Tourstory zu erzählen, die euch besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Puh, da wird sicherlich jeder von uns etwas anderes sagen. Für mich persönlich war es das Treffen mit einem Fan aus London, Mr. Robert Bailey. Solltest du das lesen, Robert, viele Grüße an der Stelle! (lacht)
Robert war unser erster und einziger Fan in UK und war einer der ersten Ticketkäufer für die Queensryche-Show. Er hatte uns bereits mehrfach über Facebook kontaktiert und so wussten wir schon zu Beginn, wer er war. Nach der Show kam er zu uns zum Merch-Stand, begleitet von seinem Sohn. Er erzählte uns davon, wie er auf uns aufmerksam wurde und welche tiefe Bedeutung der Song ‚Angel Without Wings‘ von der ‚Path Of Salvation‘ für ihn hat. Für mich als Texter der Ritterschlag und ein mehr als emotionaler Moment. Alles in allem, mein Tourmoment!

Ihr habt im letzten Oktober euer Album „Lost in Paradise“ veröffentlicht, wie waren die Rückmeldungen auf das Album?

Die Rückmeldungen waren im großen und ganzen sehr positiv. Natürlich gibt es immer den ein oder anderen, der mehr oder weniger zu meckern hat, doch ist das ja auch bei bekannten Bands nichts anderes. Wir sind froh über jedes Feedback, das wir erhalten, sowohl positiv als auch negativ. Beides hilft der Entwicklung und dafür sind wir dankbar. Doch wie zu Begin schon gesagt, können wir uns nicht beklagen. Die Reaktionen waren sehr wohlwollend und das macht uns sehr stolz!

Habt ihr schon Pläne für ein neues Album? Arbeitet ihr bereits daran?

Ja, es gibt bereits Pläne und ja, wir arbeiten auch schon daran. Das neue Material ist meines Erachtens nach schon jetzt ein Beweis dafür, dass diese Band sich wahnsinnig schnell weiterentwickelt und noch lange nicht am Ende ist. Die Art und Weise, wie wir Songs schreiben, wie flüssig sie klingen und die Qualität sind schon in diesem frühen Stadium des Albums deutlich ausgereifter. Man darf gespannt sein!

Was für Pläne habt ihr für 2020, wenn das Coronavirus sie nicht alle durchkreuzt?

Covid-19 hat auch uns sehr hart getroffen, die Wohnzimmer-Tour wurde verlegt, die kommenden Plugged-Konzerte fallen aus oder werden verschoben und Proben ist aktuell leider ebenfalls nicht möglich. Jedoch arbeiten wir zur Zeit von zuhause aus an neuem Material, nicht nur für das neue Album, sondern auch für neue Singles. Plan ist es, sobald sich die Lage etwas beruhigt hat, ins Studio zu gehen und noch in diesem Jahr eine neue Single samt Musikvideo zu veröffentlichen. Unterstützt werden wir dabei weiterhin von unserem Sponsor, Musik-Talent-Box, wofür wir extrem dankbar sind.

Was wäre euer grösster Traum als Band, was würdet ihr gerne erreichen?

Wie jede andere Band würden wir natürlich gern ‚DEN Song‘ schreiben. Das eine Lied, welches jeder hören möchte, der so vielen Leuten Mut, Kraft und Hoffnung gibt, dass er um die ganze Welt geht. Der Song, der die Band bekannt machen und dafür sorgen würde das uns jeder Booker die Tür einrennt (lacht). Das wäre der Traum. Aber wir sind auch mit unserem gesunden Wachstum mehr als zufrieden. Wir werden weiter Musik machen, weiter touren und vor allem: Durchhalten. Dann kommen auch die Resultate!

Fotos: Silberfalke Media

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death, Black, Grind Core