Heidebeben Festival 2019

Ebstorf (D), 31.08.2019

Ebstorf, wo war das nochmal? Falls sich das jemand beim Lesen fragt, dem sei gesagt: zwischen Lüneburg und Uelzen befindet sich dieser kleine Ort, der einfach nur beschaulich ist. Alte Fachwerkhäuser, ein altes Kloster, viel Idylle. Und einmal im Jahr das Heidebeben Festival, das dieses Jahr Kraftakt, SirBon und als Hauptact die Rammstein Tribute-Band Feuerengel auf dem LineUp stehen hatte und nicht nur Ortsansässige anlockte.
Das Publikum vor Ort war eine angenehme Mischung aus jung und alt, schwarz gekleidet, bunt gekleidet – einmal quer durch die Gesellschaft, alle da, um diesen wunderschönen Sommerabend gemeinsam mit guter Musik (und dem ein oder anderen Kaltgetränk) zu verbringen. Aber es wurde nur langsam voll, die heißen Temperaturen ließen vielleicht den ein oder anderen lieber im Kühlen bleiben, als sich der Sonne auszusetzen.

So war während Kraftakt, der ersten Band des Nachmittags/Abends, das Areal noch recht spärlich gefüllt – aber schon dort fanden sich ein paar Zuschauer, welche die Töne der Band mit Enthusiasmus begrüßten. Das war aber eher die Ausnahme, mehr als ein leichtes Kopfnicken war den meisten nicht zu entlocken, was wohl nicht nur daran lag, dass die Band musikalisch nicht so ganz zum Gesamtpaket passen wollte.

Der deutsche Gesang wirkte unbeständig und bei Passagen mit mehrstimmigem Gesang war es noch etwas hin mit Synchronität. Das hätte aber alles durch sichtbare Spielfreude wettgemacht werden können – doch das schaffte die Band nicht. Wo war da das Feuer, die Anzeichen dafür, dass man Lust hatte, die Leute mitzureißen? Auf jeden Fall nicht auf der Bühne, und so war es kaum verwunderlich, dass sich der Auftritt dann doch gefühlt in die Länge zog und nicht gerade ein in Erinnerung bleibender Einstieg war.

Weiter ging es dann doch wesentlich überzeugender mit SirBon – einer AC/DC Tribute-Band, der man es durchweg ansah, dass es ihnen Spaß machte, dort auf der Bühne zu stehen. Ob das daran lag, dass es auch auf dem Gelände schon etwas voller geworden war oder ob die Band es schaffte, die Leute (wie mich) dann doch mehr anzuziehen und zur Bühne zu locken, das bleibt offen. Sicher ist, dass es Spaß gemacht hat zuzuschauen und zuzuhören – das haben nicht nur headbangende Zuschauer gezeigt, sondern auch das zufriedene Lächeln auf den Gesichtern vieler.

Es wurde mitgesungen und man merkte doch den Vorteil, dass das Publikum die Texte kannte – denn AC/DC kennt man nun mal, egal welche Altersklasse. Und da singt es sich auch viel leichter mit, mit dem Bier in der einen und dem Fischbrötchen in der anderen Hand. Ein kurzweiliges Set, das auch mit Zugabe-Rufen bedacht wurde – für mich hätte es auch noch etwas andauern können, denn die Zeit verging wie im Flug. Der Sound passte, die Stimmung passte, der Spaß war weit vorne mit dabei – mehr kann man nicht wollen!

Die Umbaupause wurde rege dazu genutzt, sich noch einmal zu stärken – oder aber vor den nicht ganz so zahlreich vorhandenen Toilettenhäuschen neue Leute kennen zu lernen, denn irgendwie musste man sich die Zeit vertreiben.

Wann immer ich sage, dass ich Feuerengel gut finde, schaue ich in fragende Gesichter – denn: die Band hat es geschafft, mich als eigentlich nicht-Rammstein-Fan zu jemandem umzuwandeln, der die Musik gut findet und die Show von Feuerengel feiert. Und das mit vielen guten Gründen – es ist jedes Mal eine Show, der man ansehen und anhören kann, mit wieviel Herzblut rangegangen wird. Man sieht die Freude auf der Bühne, man sieht die Energie, die in jede Bewegung fließt, wie viel Perfektion aber auch eigene Handschrift investiert wird. Und genau das ist es, was das Publikum auch in Scharen anzieht.

Und zwar nicht nur Rammstein-Hardcore-Fans, die die Zeit bis zur nächsten großen Show überbrücken wollen – nein, man findet auch ganz schön viele, die Rammstein zwar „nett“ finden, aber dann sich doch viel lieber Feuerengel ansehen. Und dieses gut gemischte Publikum feierte von der erste Sekunde an die Show, die sich mit einer guten Mischung aus Songs des letzten Rammstein-Albums und älteren Songs präsentierte – es war für jeden etwas dabei, selbst Skeptiker konnte man mit einem Lächeln im Gesicht in den ersten Reihen stehen sehen.

Es war eine heiße Show, in vielerlei Hinsicht – wem nicht durch Mitsingen oder Headbangen warm wurde, der hatte schon einmal per se etwas falsch gemacht. Aber auch dafür hatte man eine Lösung – und die nannte sich Pyrotechnik. Denn die darf bei einer so guten Tributeband wie Feuerengel natürlich nicht fehlen, um den Auftritt zu einer wahren Show werden zu lassen. Die eigenen Pyrotechniker haben wieder abgebrannt, was man abbrennen konnte, und es war toll anzusehen – es hat die Show einfach perfektioniert.

Ich bin gespannt, ob es nächstes Jahr eine neue Edition Heidebeben gibt und ob Feuerengel wieder dabei sein werden – wenn ja, dann kann ich guten Gewissens sagen: hingehen, es ist wundervoll lokal, sympathisch und die Fahrt einfach wert!

Dies sind die kommenden Shows für 2019 von Feuerengel – aber Achtung: einiges ist bereits ausverkauft, der Rest der Shows verkauft sich besser als geschnitten Brot!

05.10.2019 BOCHUM (D) Matrix
26.10.2019 GÖRLITZ (D) Landskron Kulturbrauerei
01.11.2019 HELMOND (NL) De Cacaofabriek
02.11.2019 HENGELO (NL) Metropool – SOLD OUT
08.11.2019 LEEUWARDEN (NL) Neushoorn
09.11.2019 BERGEN OP ZOOM (NL) Gebouw-T
15.11.2019 AMSTERDAM (NL) Q Factory
16.11.2019 GRONAU (D) Bürgerhalle
23.11.2019 NEURUPPIN (D) Kulturhaus – SOLD OUT
29.11.2019 WITTLICH (D) Atrium des Cusanus Gymnasiums
30.11.2019 LÜDENSCHEID (D) Schützenhalle
13.12.2019 BREMEN (D) Aladin
14.12.2019 BREMEN (D) Aladin – SOLD OUT
19.12.2019 WILHELMSHAVEN (D) Pumpwerk
20.12.2019 WILHELMSHAVEN (D) Pumpwerk – SOLD OUT
21.12.2019 SCHWERIN (D) Sport- und</span&gt; Kongresshalle
27.12.2019 LÜBECK (D) Kulturwerft Gollan
28.12.2019 LÜBECK (D) Kulturwerft Gollan
29.12.2019 ROSTOCK (D) Moya

Carina Ullmann

Carina Ullmann

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