Wolfheart – Constellation Of The Black Light

Label: Napalm Records   Release: 28.9.2018

In Finnland gibt es ja eine Reihe von Metal-Acts, bei denen man blind zugreifen kann, egal ob Konzertticket oder Tonträger, die den Spagat schaffen zwischen „dem ureigenen Stil treu bleiben“ und „nicht einfach sich selbst kopieren, sondern was Neues liefern“. Dazu gehören z.B. Amorphis, die heuer mit „Queen of Time“ wieder ein zum Niederknien geiles 10/10 Album geliefert haben. Und ja, Wolfheart gehören ebenfalls in diese Kategorie, denn auch das vierte Album Constellation of the Black Light bürgt für Qualität.

Und schon bei Amorphis war es notwendig, die Kategorie „Kalevala-Metal“ zu erfinden, um deren Stil, deren Genre zu definieren. Bei Wolfheart ist es nicht anders … denn da mischen sich Epic Pagan und Black Metal, Old School Metal mit Old School Death, Melodic Death mit einem Hauch Thrash. Stichwort Abwechslung, das Songwriting folgt ebenfalls keinem „Schema F“ und bleibt unvorhersehbar mit Akzenten und Wendungen… Die Band selbst bietet „Winter Metal“ an, nur finde ich das unzureichend für diesen brutalen fetten Sound … wie wäre es mit „Schneesturm-Metal“ – oder „Frostbeulen-Metal“ wegen den fiesen bissigen Gitarrensoli? Oder falls Ihr, die werte Leserschaft, Vorschläge habt, bitte Kommentare via Facebook, Twitter…

Aber nun zur CD selbst – zunächst geht es ja noch ruhig los mit dem akustischen Intro zu Everlasting Fall (ist das noch eine Gitarre oder schon eine Kantele?) – aber dann ist Schluss mit lustig, volles Brett und eine episch-majestätische Mischung in jene Richtung, die schon Black Sun Aeon ausmachte – brutal aber dennoch melodisch-eingängig und so abwechslungsreich, dass die über 10min Länge des Songs kaum auffallen.

Abwechslungsreich, wuchtig, episch und majestätisch charakterisiert das gesamte Album, und viele Songs grooven genau im richtigen Tempo, um die Headbanger unter euch glücklich zu machen. Mastermind Tuomas hat auch hörbar an seiner Stimme gearbeitet und setzt die Growls mit viel mehr Ausdrucksfarben ein. Bei Breakwater – siehe Video unten – kommt das Stilmittel Clean-Shouts und Growls im Chorus zum Tragen. Dann noch die herzergreifende Melodie – sowohl in akustischen Teilen als auch in den gnadenlos fetten Riffs – und der Headbang-Rhythmus – alleine dieser Track verdient die Höchstnote.

The Saw und Forge with Fire bringen überdies Pianoakzente mit ins Spiel. Wenn Warfare mit einem astreinen Thrash-Intro aufwartet, könnte Defender als der „poppigste“ Song des Albums durchgehen, da Ohrwurmqualität und eher im Midtempo groovend. Sonst frag ich mich, was Joonas gegessen hat – wie hält er diese irren Blastbeats durch, wo alleine Hinhören schon anstrengend wird? Der abschließende Track Valkyre ist von der Stimmung her wohl der melancholischte, wo einem bei den Gitarenharmonien sogar Swallow The Sun einfallen, jedoch legen Wolfheart da viel mehr Tempo vor… und ich wette mit euch, nach dem letzten Song drückt ihr auf „Replay“ …

Eigentlich habe ich mit den ersten Sätzen ohnehin schon alles gesagt. Fans der Band brauchen ohnehin keine Review mehr … und allen anderen sei diese CD und Wolfheart generell als Must-Have ans Herz gelegt.

WOLFHEART – Line Up:
Tuomas Saukkonen: Guitar, Vocals
Mika Lammassaari: Lead guitar
Joonas Kauppinen: Drums
Lauri Silvonen: Bass, Backing Vocals

 

  • 10/10
    Bewertung / rating - 10/10
10/10
Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.