Ant-Man and the Wasp

PG-13 | 1h 58min |  6 July 2018 – SPOILERFREI
Nunja, Ameisen und Wespen mögen eher negative Assoziationen auslösen und Sommerkino bei schönem Wetter nicht so attraktiv erscheinen… wenn allerdings das Barometer wochenlang auf 30 Grad steckenbleibt, sind 2h Marvel-Filmabenteuer in angenehm vollklimatisierter Umgebung plötzlich sehr interessant, egal welche Insekten sich da auf der Leinwand tummeln … Und hat da wirklich jemand ernsthaft behauptet, dass es zu viele Superheldenfiguren und zu viele Filme darüber gibt?

Dennoch ein Geständnis vorab, der erste Ant-Man-Film vermochte mich gar nicht ins Kino zu locken – denn mir völlig unbekannte Figur und nur vom Trailer her nicht ganz schlüssig. Erst dessen Gastauftritt in Captain America und die DVD überzeugten mich davon, dass ich etwas zu Unrecht einfach ad acta gelegt hatte. Denn Paul Rudd ist an sich schon super sympathisch und sein Scott Lang / Ant-Man absolut liebenswert, so gar nicht der typische Superheld. Ein Durchschnittsmensch, Null Superkräfte oder Martial-Art-Künste, ein Nerd und Kleinkrimineller, der durch eine Kombination von falschem Freundeskreis, Gutmütigkeit und Pech ständig in Schlamassel gerät. Was ihn außerdem ständig in heikle Situationen bringt ist sein Ziel, für seine Tochter Cassie (Abby Ryder Fortson) aus der zerbrochenen Ehe der beste Papa der Welt zu sein.

Dann tauchen auch noch Hope van Dyne (Evangeline Lilly) und Dr. Hank Pym (Michael Douglas) erneut in seinem ohnehin schon komplizierten Leben auf, mit einer neuen Mission und neuen Gegnern. Eine mysteriöse Geistergestalt (Hannah John-Kamen) kommt ihnen zu allem Überfluss auch noch in die Quere… Kurz, die rasante Story hat es mal wieder in sich, ist dennoch trotz all dem High-Tech-Kram absolut nachvollziehbar – denn schließlich wäre auch Scott Lang mit zu viel Wissenschaft hoffnungslos überfordert und braucht Unterstützung von allen Seiten. Sogar von seinen chaotischen Kumpels (allen voran, schlicht genial: „Luis“ Michael Peña). Gerade das macht ihn ja so sympathisch…

Trotz all der Action wirkt dieser Film irgendwie „familienfreundlich“ – viel amüsanter, leichter-fluffiger und herzerwärmender als etwa die Avengers. Ohne dabei peinlich-kitschig-schleimig daherzukommen wie es so viele Ami-Filme sonst tun, mein Kompliment an die Autoren Chris McKenna, Erik Sommers, Paul Rudd, Andrew Barrer und Gabriel Ferrari sowie Regisseur Peyton Reed. All diese augenzwinkernden Spielereien mit Größenverhältnissen, klassischen Filmszenen und anderen Insider-Gags („ANTonio Banderas“) – viele LOL-Momente, ich empfehle daher (wie immer bei Marvel) wirklich bis GANZ zum Schluss da zu bleiben…

Ein weiterer Bonus – Veteranen wie Michelle Pfeiffer und Laurence Fishburne beweisen, dass sie auch lange nach Catwoman oder Matrix-Morpheus exzellente Leistungen in Action-Abenteuern liefern. Also ab ins Kino!

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.