25. Life Ball 2018: The Next Generation

Eine der größten Wohltätigkeitsveranstaltungen der Welt ist der «Life Ball», der jedes Frühjahr in Wien stattfindet. Er dient dazu, auf HIV/AIDS aufmerksam zu machen, gibt AIDS Aktivisten und Prominenten eine Stimme sowie eine Botschaft an alle daran Erkrankten und zeigt, wie wir helfen können. Viele Freiwillige helfen hinter den Kulissen, viele spenden Geld und viele Firmen tragen durch ihre Spenden ebenfalls zum Life Ball und der AIDS Forschung bei.

Traditionellerweise fand der Life Ball auf dem Platz vor dem Wiener Rathaus statt. Dieses Jahr feierte die Veranstaltung ihr 25. Bestandsjahr. Als schillernder Hybrid aus Botschaft und Unterhaltung hat sich der Life Ball als Fest des Lebens etabliert und erreicht ein zunehmend internationales Publikum. Alle Einnahmen des Events gehen an den Verein LIFE + (ehemals AIDS LIFE), der 1992 gegründet wurde. Der Verein LIFE + dient ausschließlich mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken, sowie der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe. Er unterstützt nationale wie internationale Non-Profit-Organisationen, die sich für HIV-positive und an AIDS-erkrankte Menschen einsetzen. Ein wichtiges Ziel ist auch, Öffentlichkeitsarbeit in Sachen AIDS Hilfe und Prävention zu leisten.

Dieses Jahr drehte sich alles um den Film The Sound of Music (1965), welcher als international erfolgreichster Musikfilm  gilt und sieht Österreich durch eine lebensfrohe Linse, die eindeutig die filmische Handschrift Hollywoods trägt und mit weltbekannten Melodien Millionen Menschen von Amerika bis Asien berührt. Ein ideales Thema, geht es im Film doch um Freiheit und Akzeptanz in der Welt.

Das bedeutete, dass Stilelemente dieses Films im Mittelpunkt des Life Balls und den extravaganten glamorösen Outfits standen, die auf dem roten Teppich und auch außerhalb zu sehen waren. Je extravaganter desto besser.
Durch den Abend mit internatinonalen Stars wie u. a. Adrian Brody, Paris Jackson, Charlize Theron, Caitlyn Jenner, Kelly Osbourne, Brad Goreski, Rufus Wainwright, Patti LaBelle, Gus Kenworthy, Kim Petras, Betty Who, Alcazar, Ian Bohen, JR Borne, Michiel Huisman, Gilles Marini, Katee Sackhoff, Cindy Bruna, Carmen Carrera, Alain Fabien Delon, Nats Getty, Gigi Gorgeous, Erika Jayne, Jonas Kaufmann, Yasmine Petty, Victoria Swarovski und Debra Shaw.

Die österreichische Künstlerpersönlichkeit Conchita Wurst war kaum zu erkennen mit weißblondem Haar und Bart. Conchita übernahm auch in der Life Ball Show die Rolle von Maria, der Heldin aus “The Sound of Music”, wobei sie auch die Themen Menschenrechte, HIV Bewußtsein sowie LGBTQ Rechte ansprach.

Eine zentrale Botschaft des Festivals – neben der fulminanten Show und erstklassigen Gästen – ist auch Aufklärungsarbeit zum Thema HIV und dessen Bekämpfung. Vielfach wird AIDS verleugnet, als ob HIV nicht existierte oder nichts mit AIDS zu tun hätte. Dieses Unwissen herrscht häufig auch unter unlängst mit HIV Diagnostizierten vor. Das ist eine leichtsinnige Gefährdung der allgemeinen Gesundheit. Daher ist die Aufklärungsarbeit hinsichtlich HIV und AIDS, die Bekämpfung der Unwissenheit, eines der wichtigsten Ziele.

Aber warum verleugnen Menschen das Problem? Viele fürchten, von der Gesellschaft verurteilt zu werden. Auch jetzt noch löst HIV Panik bei Menschen aus. Viele wissen noch immer nicht, dass es zwischen HIV und AIDS einen Unterschied gibt, dass HIV nun kein Todesurteil mehr ist. Je mehr Leute Bescheid wissen, desto besser. Die Aufklärungsarbeit von Life Ball konzentriert sich daher auf unterschiedliche Gruppen, zunächst die unlängst Diagnostizierten als auch jene, die noch immer nichts über HIV wissen und leicht von AIDS Leugnern beeinflusst werden können.

 

Life Ball – das ist nicht nur ein schönes Event in buntem Szenario. Alle, die hierher kommen, können einen Gratis AIDS Test machen lassen. Es ist wichtig, weitreichende HIV Testmöglichkeiten in Europa zur Verfügung zu stellen, denn die Tests und die möglichst frühe Diagnose ist in vielen Teilen Europas noch immer ein Problem. Etwa die Hälfte der 2017 mit HIV Diagnostizierten erfuhren erst in einem fortgeschrittenen Stadium von ihrer Erkrankung. Das führt nicht nur dazu, dass die Therapie erst spät beginnt, sondern dass auch die Gefahr höher ist, andere Menschen zu infizieren. Schnelle Diagnosen und Hilfe für die Erkrankten sind Strategien, die helfen, das Problem HIV in den Griff zu bekommen.

Photos: Patrick Florian, Daniel Gossmann, Andreas Rentz
Text: Julia Andreeva

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Melanie Kircher, Sander Burmeister, Grit Kabiersch, Marina Minkler, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski