Solo: A Star Wars Story

PG-13 | 2h 15min | 23.5.2018 (EU), 25.5.2018 (USA) – SPOILERFREI

Obwohl ich schon als Teenie von Han Solo nicht genug kriegen konnte (z.B. Bücher wie „Han Solo auf Stars End“), war es bei diesem Film sicher nicht Liebe auf den ersten Blick. Schon gar nicht mit dem Darsteller des jungen Solo… und dann noch all die schlechte Presse über die Dreharbeiten, der Verschleiß an Regisseuren, ehe Ron Howard als Retter-was-zu-retten-ist auf der Bildfläche erschien… klang gar nicht gut. Doch dann tauchte der erste Trailer auf…

Und ja, das kann ich schon vorwegnehmen, die Versprechungen, die dieser Trailer macht, werden gehalten!

Alden Ehrenreich hatte meine Zweifel eigentlich schon mit seiner Leistung in Hail, Cesar ausgeräumt, und was er hier macht ist – HELL YEAH! Einfach unglaublich! Nach den ersten – actionreichen – Minuten nimmst du ihm den jungen Han Solo schon total ab! Schwer zu sagen, ob er als Method Actor seinen inneren Harrison Ford gefunden hat oder ob gewisse Manierismen beiden Männern ohnehin eigen sind – Hut ab! Eine hinreißende Darstellung, 100% überzeugend, a new star is born! (Er begeistert mit Sicherheit auch Mädels wie mich, die Han Solo nicht heiraten, sondern Han Solo SEIN wollen…)

Der junge Lando Calrissian, Donald Glover, ist ebenso hinreißend glamorös, mit dieser Performance ist wohl auch Billy Dee Williams sehr zufrieden. Alleine das Zusammenspiel mit Robot-Kopilot L3 (Phoebe Waller-Bridge) und diese Roboter / Mensch Gleichberechtigungssache – wo hoffentlich nicht zu viel Idiotisches hinterher reininterpretiert wird… Die gesamte Besetzung liefert eine tolle Leistung, Woody Harrelson als Beckett, Emilia Clarke (ja, die Khalissi) als Qi’ra sowie Paul Bettany als Dryden Vos sollen hier stellvertretend lobend erwähnt werden.

Und ja, da ist noch Chewbacca, neuerdings dargestellt von einem Finnen: Joonas Suotamo, welcher das Erbe von Peter Mayhew nicht nur getreu weiterführt, sondern der Figur zusätzliche Dimension verleiht. Er hat (wie Alden in einem Interview berichtete) sogar die Wookie-Sprache selbst weiterentwickelt, damit die beiden O-Ton Dialoge vor der Kamera führen können. Für mich keine große Überraschung, sind Knurr- und Grunzlaute nicht ohnehin das übliche Kommunikationsmittel männlicher Finnen? Ahem…

Zur Handlung will ich eigentlich GAR NIX verraten…  Ein paar Sachen werden aufgeklärt, etwa wie Han zu seinem Namen und zu seinem Job beim Imperium kam, wie er und Chewie Freunde werden und die Umstände des Kessel-Runs. Kurz werden auch Hans familiäre Hintergründe angesprochen… Einiges – etwa die Millenium Falcon-Story – sollte man als bekannt voraussetzen, aber auch dazu jede Menge Wendungen, Einsichten und Überraschungen, Gags, Anspielungen (auch in der Hintergrundmusik) und Cameos, die man als eingefleischter Fan absolut genießt. Und einiges bleibt noch immer offen, z.B. wo hat Han seinen Glücksbringer eigentlich her?

Gut, da sind ein paar Szenen, die eventuell eine Kürzung vertragen hätten, andere wieder kommen fast als zu hektisch rüber, um wirklich alles mitzukriegen. Aber was da beim Dreh schief lief, ist für das Publikum nicht nachvollziehbar – die Story rollt wie am Schnürchen, die Charaktere haben Tiefgang, keinerlei peinliche Dialoge  (denn das kennen wir ja auch anders von anderen Filmen der Saga …), kurz, es kommt nie Langeweile oder Enttäuschung auf. Und auch nach 2:15 h willst du mehr von Han, Chewie, Lando & Co sehen! Ein würdiger Teil der Star Wars-Saga, wo es mit „nur ein Mal ansehen“ sicherlich nicht getan ist …

PS: Endlich hat auch Han Solo sein eigenes John Williams-Thema!

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.