Cypecore und die 7 Todsünden

Cypecore, eine Sci-Fi Metalband aus dem Süden Deutschlands, platzieren ihre Musik in das post-apokalyptische Jahr 2133. Wir wissen nicht, ob Sünden und Religionen zu diesem Zeitpunkt noch existieren, aber wir hatten das Vergnügen, die zwei Frontmänner (Nils Lesser and Dominic Christoph) hinter der coolen Cyber-Rüstung (beim Gig im Jungle Club am 2.3. in Köln) kennen zu lernen.

Habgier

Dominic: “Sehr verbreitet” ist der erste Gedanke, der mir dazu einfällt. So ziemlich überall.

Nils: Es gibt eine enge Verbindung zwischen dem Finanzsystem und Habgier, ja.

D: Und nicht nur das. Wenn man erfolgreich ist, werden Leute schnell eifersüchtig, das kann schwierig sein. Wir als Band sind nicht habgierig. Wir haben Ambitionen! Das ist etwas anderes.

N: Wir gieren nach der Atmosphäre bei unserem live Gig heute Abend (allgemeines Gelächter)

Zorn

D: Naja… meistens wohl nicht berechtigt. Zorn ist ein sehr starkes Wort meines Erachtens, ich verwende es selten.

Eitelkeit

D: Was ist das?! Sagt mir nichts!

N: Er ist das komplette Gegenteil davon! (Dominic lacht). Wir haben unsere Bühnenausrüstung und Look weil wir Science Fiction Fans sind. Filme, Videospiele, Fallout…

D: Wir haben etwas begonnen, was in ein allumfassendes Konzept gewachsen ist, da müssen wir jetzt reinpassen. Dies ist unsere Rüstung, die müssen wir jetzt tragen.

Trägheit

D: Faultiere? Was soll ich sagen… wir können es uns nicht leisten, faul zu sein. Ich war früher faul, aber inzwischen gibt es so viel Sachen, die wir planen müssen, keine Zeit, faul zu sein.

N: Auf Tour kommt es eh nicht auf, es gibt immer was zu tun.

D: Und nicht nur auf Tour, auch sonst! Ich arbeite Vollzeit, habe 2 Hunde und eine Freundin, dieses und jenes, treibe Sport und plötzlich ist es 3 Uhr morgens!

Wollust

D: Ist meine Dame in Hörweite …? (alle lachen) Was soll ich sagen, ich bin einfach gestrickt. Ich sehe Brüste und alles ist gut!

Völlerei

D: Ich denke wir sind in der glücklichen Position, in einem erste-Welt-Land zu leben und daher alles jederzeit verfügbar ist; daher kann man sich schnell im Konsum verlieren. Aber ich denke, es ist auch wichtig mal einen Schritt zurück zu treten und darüber nachzudenken, was man machen möchte und ob es einem gut tut. Ich denke, hier sollte man vorsichtig sein.

Neid

D: Ich persönlich setze da keinen solchen Fokus drauf. Ich bin stolz auf jeden, der etwas erreicht. Ich bin nicht neidisch, eher sehe ich zu solchen Menschen auf. Ich bin keine neidische Person, ich denke, Neid kann einem nur selber schaden. Neid ist ein falsches Konzept.

N: Man könnte sagen, Neid sei etwas Deutsches.

D: JA! Deutsche neigen dazu, sehr schnell sehr neidisch auf jeden kleinen Erfolg zu sein. (alle lachen). Und wenn andere Menschen auf uns neidisch sind… naja, was wir geschafft haben sind alles Dinge, die man auch selber schaffen kann. Ich meine, wir haben uns das alles selber ausgedacht, was hinderte Dich daran, es selber zu tun? Wahrscheinlich der Neid und dass Du Dir nicht den Arsch abgearbeitet hast. Das ist der Unterschied zwischen Jungs und Männern. Ist das die seltsamste Antwort, die Du je bekommen hast?

Nein.

D: (flüstert) von einem Deutschen.

(Alle lachen)

Interview: Marina Minkler     Übersetzung: Uwe Minkler
Fotografin: Kira Hagen

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

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Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Melanie Kircher, Sander Burmeister, Grit Kabiersch, Marina Minkler, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski