Black Panther

PG-13   VÖ  15. Feber 2018 2h 14min  – SPOILERFREI

Ist ja wohl kein Geheimnis, dass ich auf Superheldenfilme stehe, besonders auf der großen Leinwand in 3D, und bei einer Franchise wie Marvel wird man ja selten (völlig) enttäuscht…. Black Panther ist allerdings einer jener Charaktere, von denen ich keinen einzigen Comic im Vorfeld kannte und daher dementsprechend gespannt war. Eine ganze Serie von Konzerten (siehe unsere Berichte und Galerien) hat mich allerdings davon abgehalten, mir Black Panther gleich am Premierentag anzusehen. Der Vorteil – ich kann meine persönlichen Eindrücke mit jenen anderer vergleichen.

Was in diesem Fall relativ einfach ist, sind sich hier anscheinend mal Fans und Kritiker völlig einig: Klasse! Ein Film-Abenteuer, das es in sich hat, wo einfach alles stimmt – Story, Charaktere, Kostüme, Action und Effekte, und der Soundtrack dürfte einer der geilsten des Marvel-Universums sein (nunja, gemeinsam mit Guardians of the Galaxy).

Kurz zur Story: T’Challa (Chadwick Boseman) wird nach dem Attentat auf seinen Vater (siehe Captain America: Civil War) der neue König von Wakanda, eine isolierte Nation in Afrika, die technisch hoch entwickelt ist. Jedoch taucht da plötzlich ein weiterer Anwärter auf den Thron auf, und T’Challa muss sich nicht nur mit neuen Problemen, sondern auch mit Fehlern seines Vaters in der Vergangenheit auseinander setzen…

Es wurde ja schon im Vorfeld betont, dass hier eine schwarze Darstellerriege unter der Regie von Ryan Coogler dominiert und weiße Schauspieler trotz deren Blockbuster-Hintergrund nur in Nebenrollen vorkommen (Martin Freeman, Andy Serkis aus den Lord of The Rings / Hobbit Trilogien). Weiters wird neben englisch ausgiebig Swahili, Nama und Xhosa gesprochen  – und ihr könnt auch hier eine Reihe von mega-starken intelligenten Frauenfiguren erwarten.  Die  schauspielerischen Fähigkeiten von z.B. Angela Basset, Forest Whitaker, Lupita Nyong’o (Star Wars), Danai Gurira (The Walking Dead) und des Titelhelden muss ich wohl nicht erwähnen… Winston Duke sorgt als M’Baku für gelegentliche LOL-Momente, und Michael B. Jordan legt einen der heißesten Bösewichte des gesamten Superhelden-Universums hin, den man irgendwie verstehen und deshalb gar nicht so richtig hassen kann …

Ein rasantes Filmabenteuer, das überdies so nebenbei jede Menge Gedankenfutter und aktuelle Bezüge bietet – die Frage „sich völlig abschotten oder Grenzen öffnen/anderen helfen“ (bereits bei Wonder Woman behandelt) bildet beispielsweise das zentrale Thema des gesamten Films. Unter dem Gesichtspunkt gesellschaftliche Aktualität setzt Black Panther neue Maßstäbe – wie geht man mit Fehlern und Vergehen der Vorfahren, der Umwelt, dem gesellschaftlichen Umfeld, Rassismus, Gewalt und dem Verlangen nach Rache, diversen gesellschaftlichen Veränderungen um? Irgendwann fällt der Satz, dass es weiser ist, Brücken zu bauen statt Barrikaden / Mauern. Irgendwie traurig, derartige philosophische Einsichten in einem Comic-Blockbuster zu hören statt von Akteuren der Tagespolitik… Egal, wenn diese Botschaft bei Kids und Teens ankommt, die schließlich in Kürze die Tagespolitik mitbestimmen werden, umso besser. Ein Film, der daher Hoffnung schöpfen lässt, in vielfacher Hinsicht … Unbedingt ansehen!

PS: Wieder mal der Hinweis, bei Marvel-Filmen unbedingt bis zum Ende des Abspanns sitzen zu bleiben…

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.