Heavatar: Opus II – The Annihilation

Label: earMusic  Spielzeit: 59 Min  VÖ: 16.02.2018

 

Obwohl bei Heavatar einige namhafte Musiker spielen, dürften sie bislang nur einigen absoluten Insidern ein Begriff gewesen sein. Um ehrlich zu sein ist diese Band um Stefan Schmidt (Gitarre und Gesang, Van Canto) und Jörg Michael (Drums, u.a. ex-Stratovarius) bislang ebenfalls an mir vorbeigegangen. Ein fast unverzeihlicher Fauxpas, denn was das Quartett auf „Opus II-the Annihilation“ veranstaltet, ist großes deutsches Power Metal-Kino! Heavatar haben dabei an sich den Anspruch die großen klassischen Komponisten wie Beethoven, Chopin oder Mozart in das schwermetallische Paralleluniversum zu transferieren. „Opus II“ soll aber keine Kopie oder Ansammlung von geklauten Melodien sein, sondern viel mehr klingen, als hätten besagte Komponisten heute Metal-Songs geschrieben.

Ob das Ergebnis realistisch ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Beurteilen kann ich aber, dass hier einige hervorragende Songs vorliegen. Songs wie ‚None Shall Sleep‘, ‚The Annihilation‘, ‚Battle Against All Hope‘ und ‚Wake Up Now‘ gefallen vor allem durch ihre mitreißenden Melodien und Refrains. Darüber hinaus fällt das Album aber auch sehr abwechslungsreich aus. So streuen Heavatar immer mal wieder ruhige Parts zum Luft holen in ihre Songs. Das Highlight in dieser Hinsicht ist das folkig-orchestrierte ‚An Awakening‘. Großartig! Wo Licht ist, ist bekanntermaßen aber auch Schatten: Zum Glück gibt es davon hier nicht all zu viel. Das wirklich schreckliche ‚Hijacked By Unicorns‘ ist aber so sein Schatten. Und das liegt nicht nur am Namen. Gruselig! Besser überspringen…

Ich möchte noch ergänzen, dass die Sorge, dass es sich hier um ein weiteres Kitsch Metal Album handeln könnte, unbegründet ist (mit Ausnahme von ‚Hijacked…‘ – Puh, ich schüttel mich schon wieder). Ja, die Band arbeitet auch mit orchestralen Part. Der instrumentale Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf ordentlich groovendem Heavy Metal. Die symphonischen Elemente werden nur akzentuiert eingesetzt und gewinnen nie die Oberhand. Ob Beethoven und Mozart heute wohl auch so klingen würden? Ich schätze eher nicht. Ist aber auch nicht wichtig!

www.heavatar.net

Timo Pässler

Timo Pässler

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