Nothing More / Psycho Village

14.12.2017, Hamburg, HeadCrash, GER

Was macht man in Hamburg an einem nass-kalten Donnerstag? Genau, man (oder auch frau) geht auf die Reeperbahn – und zwar zu einer Show im HeadCrash! Meine Erinnerungen an meinen ersten Besuch von vor Jahren sind minimal, daher lief ich erst einmal schnurstracks an der Tür vorbei nur um dann wie ein reumütiger Hund wieder zurückzudackeln.

Ich hatte das Glück, dass ich mit NOTHING MORE Sänger Jonny im Backstage einmal über die Tour, die Herausforderungen beim Schreiben von Songs und noch einigem mehr unterhalten konnte – und somit zumindest ein bisschen Wärme tanken konnte, bevor ich mich zu den anderen Fans vor den Türen der Venue gesellt habe.
Als sich eben diese Tür öffnete, spürte man die Erleichterung: rein in die Wärme! Jacke aus, Hoodie aus – Moment, nein, den lassen wir lieber an. Denn zunächst und bevor die Show begann, war es alles andere als warm in der kleinen Venue mit einer Bühne, die einem kleinen Menschen wie mir nur bis zum Knie reichte.


Los ging es dann mit PSYCHO VILLAGE – sie waren schon auf der ganzen Tour dabei gewesen, drei Jungs aus Wien, die mit ihrem Spaß auf der Bühne zu begeistern wussten. Wir in der ersten Reihe hatten nur einen großen Nachteil: man hörte die Drums und ein bisschen Bass, aber Gesang und Gitarre hörte man nur, wenn man direkt mitten dabei stand. Der Mix war da definitiv nicht gelungen, was ich wirklich schade finde – denn Supportband hin oder her, jeder sollte einen geilen Mix bekommen.

Spaß gemacht hat der Auftritt aber trotzdem, nicht zuletzt, weil Berührungsängste etwas waren, was man nicht kannte – Sänger Daniel tauchte einfach mal ins Publikum ab, zur Freude der Anwesenden.
Und dann war es auch schon vorbei –also Teil eins des Abend. Denn Teil zwei sollte die Bude noch so richtig zum Wackeln und Beben bringen.

Sobald NOTHING MORE auf der Bühne war wohl jeder im Publikum von 0 auf 100 – von der entspannten Stimmung war nichts mehr zu sehen. Es wurde enger, und man spürte, wie die Luft nicht nur auf der Bühne brannte, sondern auch unter den Fans. Und das ausschließlich im positiven Sinne.


Es wurde gerockt, als gäbe es kein Morgen mehr – der Band sah man es nicht im Ansatz an, dass die Nächte im Van verbracht wurden und man kurz davor war, nicht mehr zu können. Ältere Tracks wie „Christ Copyright“ wurden gemischt mit vielen neuen Tracks vom „The Stories That We Tell Ourselves“, die allesamt mehr als gut ankamen. Nicht nur auf Basis von dieser Show, sondern auch des Albums, sollte es keinen mehr wundern, wieso die Jungs für Grammys nominiert sind.


Ihr wollt wissen, was das Highlight der Show war? Für mich ganz persönlich ist das eine rhetorische Frage – denn das Bass-Solo ist und bleibt für mich das, was wohl jedem im Kopf bleibt. Einmalig eben, auf allen Leveln! Und obwohl es ein langes Bass-Solo war, konnte man den Enthusiasmus im Gesicht von jedem Fan sehen. Aber egal wie viel Energie da floss – manchmal sind es doch auch die ruhigen Momente, wie bei „Just say when“, gut und gerne mal vom rockenden Publikum willkommen geheißen werden.

Alles in allem – schwitzend, headbangend, mitsingend und nach den 90 Minuten komplett am Ende. Und unheimlich glücklich. Das dürfte wohl den Zustand der Meisten beschreiben, mir inklusive. Es war eine Show, wo man mitgehen musste und die im Gedächtnis bleibt – und definitiv Lust auf eine Wiederholdung macht!

Mehr Fotos: https://www.facebook.com/pg/carinaullmannphotography

Setliste
Intro / Christ Copyright
Let ´em burn
Mr MTV
Don´t Stop
Bass Solo
Ripping me apart
Go to war
Just say when
Do you really want it
I´ll be okay / Heartache
Jenny
Ocean Floor / This ist the Time (Ballast)
First of the Year (Skrillex cover)
Salem

Carina Ullmann

Carina Ullmann

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