Hardcore Superstar / Fozzy / The Last Band / Madame Mayhem

09.11.2017 Z7 Pratteln, Schweiz

So richtiges Novemberwetter herrscht heute. In der Annahme, dass die Türöffnung um 18.30 h stattfindet, bin ich durch den Stau auf dieser Stecke um diese Zeit auch noch spät dran und verpasse bis auf zwei Songs die erste Band.

Madame Mayhem aus den USA überzeugen aber leider nicht wirklich. Musikalisch zwar nicht schlecht, aber die Bademode vorführende Sängerin ist nicht gerade hochbegabt, dafür sorgt das kleine Stücken Stoff um ihren Hintern für glückliche Männer vor der Bühne. Jedoch nach dem Konzert nimmt die Dame fast keiner mehr wahr, obwohl sie sich ziemlich lange im Publikum tummelt, um ihren Kollegen zuzusehen.

Weiter geht es nach viel zu langer Umbauphase mit den Göteborgern The Last Band, die aber nicht die letzte Band von heute Abend sind. Die Hardcore Punk spielende Band kommt auf Anhieb ziemlich gut an. Mit viel Power bieten die Skinny Bitches, wie sie sich selber nennen, ihre Songs dar. Und ja vor allem beim Sänger trifft das zu, der oben ohne darbietet, wie dürr und sehnig er ist. Sie passen zwar nicht wirklich zum übrigen Line-up, aber sie überzeugen das Publikum.

 

Gefühlte Stunden später geht es dann endlich mit der Band los, die mich eigentlich Interessiert. Fozzy, die Band von Wrestler Chris Jericho. Bereits beim letzten Mal konnten sie überzeugen und viele Leute sind heute angeblich nur wegen Fozzy gekommen. Im voll Glitter-Nieten Outfit tritt Jericho auf die Bühne und beweist einmal mehr, was für ein Showman er ist. Auch seine Mitmusiker wissen, wie man etwas fürs Auge bietet, und wirbeln über die Bühne. Und sogar Drummer Frank Fontsere bietet akrobatische Einlagen mit seinen Drumsticks. Es wird nie langweilig, die Setliste ist gut gewählt und Jericho geniesst die Aufmerksamkeit zwischen den Songs, denn die Fans stimmen immer wieder zum Happy Birthday an – ganze fünf Mal an diesem Abend. Sogar ein Geburtstagskuchen wird ihm von einem Herrn im Blue Oyster Bar – Outfit gebracht, den er aber lieber an die Fans übergibt, Ja mit steigendem Alter darf man nicht mal mehr einen Geburtstagskuchen genießen, ohne gleich 5kg schwerer zu sein. Die Fozzy- Chor Gesänge und das Publikum, das jeden Scheiss mitmacht, sind dann Geburtstagsgeschenk genug und die Band scheint die Bühne glücklich zu verlassen.

Ich bin erstaunt, dass es bei Hardcore Superstar doch nur so wenig Leute sind, ich bin aus dem Norden ausverkaufte Konzerte gewohnt. Ungefähr 250 Leute sind sehr wenig für diese Party Band. Aber sie haben doch einige Leute mehr vor der Bühne als die Bands zuvor und natürlich vor allem weibliches Publikum. Eines muss man dieser schwedischen Party Band lassen, sie haben ein Gespür für eingängige Beats und mitsingbare Songs. Und Sänger Jocke Berg hat eine abartige Kondition, er tigert von links nach rechts ohne Unterbruch und hüpft auf der Bühne herum wie ein Gummiball, ohne dass man ihm gesanglich was anmerkt. Die Schweden liefern eine gute Show und das Publikum ist von Anfang bis Ende dabei und feiert mit ihnen unter anderem auch auf der Bühne bei «Last Call for Alcohol». Das ist immer wieder lustig zu sehen, wie sich die Fans auf der Bühne verhalten. Mit den Fans kommt auch Chris Jericho nochmal in den Genuss von einem weiteren Happy Birthday, dieser Mann wird heute gebauchpinselt. Man hat das Gefühl, dass die Band noch gar nicht so lange spielt, als sie bereits direkt in die Zugaben übergehen und mit «We don’t celebrate Sundays» das Konzert beenden.

Ein guter Konzertabend mit Bands, die wissen, wie man das Publikum unterhält.

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Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin,
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Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc.
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