Justice League

PG-13, 2h, VÖ 17 November 2017 (USA)  – SPOILERFREI!

Warum bloß sehen sich auch Erwachsene gerne Superheldenfilme an? Tja, ein Blick auf die täglichen Nachrichten genügt, um diese Frage zu beantworten – da hat man doch das Bedürfnis, mal die Guten als schlagkräftige Justice League gegen das Böse antreten zu sehen …

Und was für eine Truppe, WOW, alleine Wonder Woman (Gal Gadot) oder Aquaman (Jason Momoa) sollten als Lockmittel ins Kino reichen, und ja, beide werden den in sie gesetzten Erwartungen absolut gerecht. Wer mit Henry Cavill als Superman oder Ben Affleck als Batman bisher nicht so glücklich war, (obwohl ich z.B.  nicht so schlecht fand), sollte spätestens mit diesem Film überzeugt werden. Denn im Unterschied zum düsteren Epos Batman vs. Superman wird Justice League generell von einer etwas leichteren, heitereren Stimmung beherrscht. Das ist nicht nur alleine der Verdienst von Ezra Miller/Flash, der es schafft, sogar noch „nerdiger“, schlaksiger und liebenswerter rüberzukommen als der Flash/Barry Allen der TV-Serie (die ich übrigens ebenfalls wärmstens empfehlen kann). Wer ihn als Titelhelden in „We Need to Talk About Kevin“ gesehen hat, weiss ja, dass er gaaaaanz anders auch kann…. Für mich war also nur Cyborg (Ray Fisher) ein bisher unbeschriebenes Blatt, der aber auch hier, getrieben vom Konflikt „Mensch oder Maschine?“ eine überzeugende Leistung liefert.

Da ich nicht zu viel von der Story verraten will, nur so viel: Um eine immense Bedrohung abzuwenden, muss Batman Verstärkung rekrutieren für ein neuartiges Team. Doch nicht alle Superhelden sind auch willig…

Regisseur Zak Snyder ist es auf alle Fälle gelungen, diese Story (am Drehbuch waren auch Chris Terrio und Joss Whedon beteiligt) als eigenständiges Abenteuer und zugleich Fortsetzung der Filme davor hinzubiegen, ohne die Avengers oder die Suicide Squad zu kopieren. Es ist zum Genuss der Justice League nicht unbedingt notwendig, die Einzelabenteuer von Wonder Woman, Superman oder Batman zu kennen, wäre bei all diesen kurzen Referenzen (und Gags) allerdings wohl hilfreich.

Fazit: Zwei Stunden Superheldenteam werden als viel zu kurz empfunden, ich hätte gerne mehr Zeit mit z.B. Aquaman oder Flash verbracht und freue mich daher schon auf ein weiteres Abenteuer mit der Justice League. Beziehungsweise auf weitere Abenteuer der einzelnen Superhelden, die ja angeblich bereits in Arbeit sind…

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir!
Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also „Mädchen für alles“ – – –
Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater… also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.