Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten

PG-13, VÖ Juli 2017

Eigentlich bin ich überrascht, dass dieser Film am US Markt ein totaler Flop war (bisher zumindest) – denn schlecht ist er nicht und sollte eigentlich die Teens ansprechen. Gut, die französischen Valerian Comics – die heuer 50 Jahre alt werden – sind nicht so bekannt, ebensowenig die Hauptdarsteller, zwischen denen es angeblich auch nicht funkt, und die Story soll viel zu kompliziert sein. Jedoch haben alle durchwachsenen Kritiken die visuellen Effekte gelobt, die „wie ein LSD Trip“ sein sollen. Is doch genau richtig nach einem anstrengenden Tag – außerdem haben es Luc Besson Filme so an sich, dass sie nicht sofort zünden, sondern eine Weile brauchen, bis sie Kult-Klassiker werden.

Die Valerian-Comics waren mir nicht völlig unbekannt (als Teen hatte ich mal welche gelesen), jedoch konnte mir das die spannende Story nicht verderben: Im 28. Jahrhundert müssen die Spezialeinheit-Offiziere Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) auf eine Mission in der fantastischen Weltraumstadt Alpha, die von tausenden Spezies aus allen Ecken des Universums bewohnt ist. Es gilt ein Mysterium im Herzen von Alpha zu klären, das sich zur Bedrohung für alle entwickelt…

Dieser Hintergrund bietet Luc Besson die Gelegenheit, die fantastischen Kreationen der Zeichner Pierre Christin und Jean-Claude Mézières mit seinen eigenen bizarren Schöpfungen zu erweitern. Da wirst du einige Male kichern bei Insider-Witzen… Und die Story, die wir gar nicht zu kompliziert fanden, wird auch noch mit Gastauftritten von Clive Owen, Ethan Hawke, Rutger Hauer, Herbie Hancock und Rihanna angereichert – das alleine sollte genügen, um dem Film eine Chance in 3D zu geben.

Was das SF Abenteuer etwas beeinträchtigt: Die Protagonisten alleine können diesen Film nicht tragen – erstens sehen sie zu sehr wie Teenager aus, um glaubwürdig a) Spezialeinheit-Offiziere b) inniges Pärchen zu verkaufen (ausser wenn sie auf „Aragorn“ machen und schon 80 wären…) Zweitens agieren sie zu hölzern – weder Dane noch Cara haben dieses Charisma eines Paares wie Carrie Fisher / Harrison Ford (oder Bacall / Bogart, oder andere legendäre Screwball Komödien). Vielleicht hätten die Macher die Love Story eher bleiben lassen und durch skurrilen Humor ersetzen sollen, welcher nicht zuletzt Das Fünfte Element zu einem Kultfilm gemacht hat. Außerdem, jemand in der CGI Abteilung (Weta Digital und ILM – Industrial Light & Magic) muß wohl ein großer Fan von Jessica Alba, oder Avatar, oder beiden sein …

Fazit, kein Volltreffer – aber immer noch wert, angesehen zu werden.

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir!
Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also „Mädchen für alles“ – – –
Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater… also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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