FINNISH DEATH METAL MANIACS 2017

2.-3. Juni 2017, Annis Kulturzentrum, Pori, FIN  
Gastreporterin: Nina Ratavaara
Am ersten Juniwochenende eilten zahlreiche Death Metal Jünger und Jüngerinnen nach Pori zur zweiten und letzten Ausgabe (wie Organisator Immu verkündetet) des Finnish Death Metal Maniacs Festivals.

Der Freitag begann im Annis, einem Kulturzentrum, welches in seinem Innern mit sehr farbigen, beinahe psychedelischen Bildern bemalt ist. Die perfekte Umgebung für ein Wochenende voller harschem Death Metal mit einigen von Finnlands Besten aus diesem Genre sowie ausgewählten, internationalen Bands.
Nach der 4-stündigen Busfahrt von Helsinki war es Zeit um etwas vorzuglühen, und so schaffte ich gerade noch ins Annis, um Corpsessed (Startfoto) auf der Hauptbühne oben zu sehen. Die Band lieferte ein brutales Set ab, das es gleich von Anfang an klarmachte, dass es dieses Wochenende um Death Metal ging, und nicht um irgendwelches zaghaftes Geklimper. Es wurde dann auch ordentlich voll, und das Publikum ließ sich willig in den Abgrund geleiten.

Nach einem kurzen Besuch auf der Sidestage im Erdgeschoss bei Spirit Disease Plays Death, die noch mehr gute Death Metal Vibes ablieferten, war es an der Zeit für eine kurze Bierpause draußen. Draußen nicht, weil das Wetter so schön und warm war, nein, es war sogar ziemlich kühl nachdem die Sonne weg war. Aber da das Lokal keinen Alkohol verkauft, befand sich der Biergarten draußen. Naja, immerhin war das Bier (und manchmal auch man selbst) kalt!

Pestigore (Foto) waren für Freitag die letzte Band im Annis, und man konnte ihnen ansehen, dass sie gute Laune hatten und es genossen, den Gig zu spielen. Der Funke sprang auch auf das Publikum über, und Pestigore wurden je länger je heavier und grooviger. Und das einzige, was ich denken konnte war: „Verdammt, Death Metal ist großartig!“

Der Abend endete jedoch nicht damit, sondern ging im Kino, einem – ihr habt es erraten – ehemaligen Kino, das nun ein Nachtklub ist. Death Metal, Diskokugel und bunte Lichter, wieso nicht.

Die Schweden Moondark (Foto) brachten den Stein ins Rollen, und spielten ein strammes, energiegeladenes Set, das sowohl auf der Bühne als auch davor zu Headbanging führte.

Die Nacht ging mit Crucifixion, Death Strike und Phrenelith weiter – was für ein Paket!

Für manche begann der Samstag früh mit dem Death Metal-Flohmarkt im Annis, aber ich startete etwas langsamer in den Tag. Für Undergang aus Dänemark war ich aber am Start, und zwar zum Glück. Sobald man in den Raum kam wurde man nicht nur von der stickigen Wärme, sondern auch dem schweren Sound und den tiefen Growls umarmt, die direkt aus den Tiefen der Hölle zu entstammen schienen. Volles Brett!


Der Abend ging mit Vorum (Foto) auf der Sidestage weiter, wo frische Luft immer noch Mangelware war. Aber Vorum ließen einen das schnell vergessen als sie ihre rohe Energie auf Pori losließen, und eine brutale Show voller Wut spielten, welches dem Publikum den nötigen Arschtritt gab, um für den Rest des Abends wach zu bleiben.

Die danach folgenden Bands Galvanizer und Ride For Revenge fielen einer Bier-und-Plauder-Pause draußen zum Opfer. Schade, dass man nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, den mir wurde gesagt Ride For Revenge hätten alle umgehauen. Nun ja, das kann man nicht ändern und so waren Witchcraft, die ein spezielles Beherit-Set spielten, als nächstes dran. Man konnte die Erwartung in der Luft spüren. Das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten, und begrüßte die Old School-Stimmung mit Begeisterung und Applaus.

Funebrarum standen dem in Intensität in nichts nach, und spielten auf der in Rot gebadeten Sidestage auch Songs von Abhorrence, und holten David von Phrenelith als Gastsänger auf die Bühne. Ein weiterer, großartiger Auftritt.
Auf der Hauptbühne oben wurde es für Rippikoulu ordentlich voll. Die Band hielt sich mit Songs wie Kuolematon Totuus auf der heftigen, tiefen Seite des Metals auf, und sowohl die Band als auch das Publikum schienen das Konzert in vollen Zügen zu genießen. Was für eine Atmosphäre überall!


Profetus (Foto) beendeten den Annis-Teil des Festivals mit einer ruhigeren und düstereren Stimmung. Das am Anfang noch eher spärliche Publikum wurde während des Auftrittes zahlreicher, und von der in blau getauchten Bühne rollten meditative Doom-Wellen langsam über das Festival hinweg. Ein Moment der Ruhe und des Verweilens bevor die Nacht mit Barathrum, Necromonastery und Huoripukki in der Rock Bar Monttu endete, natürlich inklusive weiterer Drinks. Kiitos Immu für ein fantastisches Wochenende!

Fotos: Nina Ratavaara

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski

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