Jorn – Life on Death Road

VÖ: 2. Juni 2017 Label: Frontiers Records

Lange musste man auf ein neues, reines Jorn-Album warten. Auf „Traveller“, welches 2013 erschien, folgten zwar noch das „Dracula-Swing of Death“-Album mit Trond Holter 2015 und das Cover-Album „Heavy Rock Radio“ im letzten Jahr, aber kein reines Jorn-Album mehr. Nun ist es mit „Life on Death Road“ endlich soweit. Gespannt, fragen wir uns, was sich in diesen vier Jahren musikalisch bei Jorn Lande getan hat. Zuletzt hat mich die Zusammenarbeit mit Mat Sinner und Alessandro Del Vecchio doch etwas verunsichert. Denn auch wenn die beiden durchaus großartige Musiker sind, passen sie, für meinen Geschmack, nicht so gut zu einem Sänger wie Jorn.

Wie klingt nun das neue Album? Zuallererst fällt einem auf, dass es tatsächlich nicht mehr so nach Jorn klingt. Die Songs sind einfacher, nicht mehr so schwer wie auf den älteren Alben. Ich bin mir sicher, dass das viele gut finden werden, aber ist das wirklich noch „Jorn“? Ich sehe ihn nicht als Sänger, der so viel Background-Chor und Schnickschnack in der Stimmbearbeitung braucht – seine Stimme ist doch wirklich beeindruckend genug. Das soll jetzt nicht heißen, dass „Life on Death Road“ ein schlechtes Album ist. Auf gar keinen Fall. Aber vielleicht hätte man dem Ganzen einfach einen anderen Namen geben sollen, ein neues Projekt mit Jorn Lande eben. Denn diese Art von Musik ist man von dem norwegischen Wikinger einfach nicht gewohnt. Normalerweise hat er nämlich eine klare Vorliebe für kompliziertere Songs, die vielleicht nicht so eingängig sind, ihn dafür aber als Künstler ausmachten. Aber vielleicht ändert man auch mal seinen Geschmack und möchte etwas Anderes ausprobieren. Das sei ihm gegönnt. Für die treuen Fans könnte es allerdings eine echte Umstellung bedeuten.

Dass man an Jorns Stimme dermaßen rumschraubt, daran werde, zumindest ich, mich nicht gewöhnen können. Abgesehen davon, sind die Songs gut gemacht und man kann schnell mitsingen. „Life on Death Road“ ist mit ziemlicher Sicherheit ein Album mit Überraschungseffekt, weil es eben so keiner erwartet hätte. Von den Kritikern gibt’s bestimmt gute Noten, weil es einfachere Musik ist. Ich werde mich mit dieser Art „kommerzieller“ Musik wohl nicht so schnell anfreunden können.

Sandy Mahrer

Sandy Mahrer

Fresh Act Redakteurin, Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Hard Rock, Heavy Metal und Pop-Rock, etc. Weniger Death,Black, Grind Core

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