King Arthur: Legend of the Sword

12. Mai, PG 12 Jahre, Warner Bros.   –  SPOILERFREI
Tja, zugegeben, es lag am „Superpäivä“ (Supertag) mit 3D-Tickets fast 50% billiger, und mangelnder Alternativen im aktuellen Programm hier. Denn Trickfilme oder Realversionen davon in 3D – äh, nee, und „romantisch, Liebesgeschichte“ – bei den Stichworten alleine suche ich fluchtartig das Weite. Dann schon lieber Fantasy, Action und (hirnloses) Gemetzel… Aufgrund des Trailers erwartete ich mir ehrlich gesagt nicht mehr als halbwegs unterhaltsamen Zeitvertreib.

Und schon von Anfang an wird klar, dass die Story, von Namen der Zentralfiguren und legendären Schlüsselszenen (das Schwert im Stein) abgesehen, kaum was mit dem Artus-Sagenkreis gemein hat. Wer englische Literatur bzw. diesen Stoff studiert hat und diesbezüglich etwas empfindlich sein könnte, sollte den Film also eher meiden.

Denn, wie ich zu meiner Überraschung rausfinden sollte, diese völlige Freiheit beim Umgang mit dem Quellstoff kann durchaus was Erfrischendes und Spannendes haben – kein enges Charakter- oder Handlungskorsett für die Hauptfiguren, und du hast keine Ahnung, was als nächstes da auf der Leinwand passieren könnte, dann unendliche Möglichkeiten für massive CGI Tableaus … ich war selber baff, wie gut mir diese Modernisierung gefiel. Und Hurraa, ich kam auch einmal um diese doofe Liebesgeschichte, die sonst immer in so nen Film irgendwie mit reingequetscht wird, rum…

Zu verdanken ist das Regisseur Guy Ritchie. Ja, der von Snatch – und was Snatch so toll machte, davon liefert er auch reichlich hier. Sarkasmus und schnoddrige Dialoge sind ein Pluspunkt des Films, neben dem Soundtrack zwischen Irish Folk und Apocalyptica, und das in Kombination mit epischen Kampfszenen – da bildet sich schon das eine oder andere Gänsehäutchen…

Charlie Hunnam in der Titelrolle hat sich als muskulöser, ruppiger, unwilliger Held ja schon im TV bewährt und liefert eine solide, intensive Leistung. Weitere hochkarätige Darsteller sind u.a. Astrid Berges-Frisbey, Djimon Hounsou, Aidan Gillen, Mikael Persbrandt, Jude Law, Eric Bana, Annabelle Wallis, Peter Ferdinando, Kingsley Ben-Adir, Geoff Bell etc. Dann gibt es noch einen lustigen Cameoauftritt … bitte genau hingucken bei der Stein-Szene…

Ausserdem, so ein Film über den Widerstand gegen einen tyrannischen, wahnsinnigen Herrscher, das sieht man doch immer wieder gerne, gerade in Zeiten wie diesen, gell?

Kurz, im Spektrum zwischen „Excalibur“ und „Ritter der Kokosnuss“ nähert sich diese Filmversion mit ihrem Hang zu Augenzwinkern eher letztgenannten, und es lohnt sich, in ein 3D Ticket zu investieren. Noch mehr Snatch und weniger „Computerspiel“ (obwohl zugegebenerweise einige dieser Szenen verdammt geil rüberkommen), und hätt sogar ne höhere Note gegeben…

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir!
Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also „Mädchen für alles“ – – –
Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater… also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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