Nu Nation, Diablerie, Evestus @ HRC Helsinki

Hard Rock Cafe Helsinki, Finnland, 24. März 2017
Gastautorin: Grit Kabiersch
Nachdem der Club oberhalb des Bäkkari’s den Besitzer gewechselt hat, wurde das Findustry-Event mit den Bands Evestus (Estland, Industrial/Rock), Diablerie (Finnland, Death/Industrial Metal), Nu Nation (Russland, Metal Core) ins Hard Rock Cafe verlagert.
Das Hard Rock Cafe ist in einen Restaurantteil und einen Barteil unterteilt. Gäste wurden nach 22 Uhr nur noch im Barteil platziert, so dass der Restaurantteil, der durch einen Vorhang abgeteilt wurde und in dem die Bühne stand, zu Konzertbeginn leer war. Ganz leer war er dann doch nicht, da es für die Bands keinen Backstagebereich gab. Daher saßen nicht spielende Bandmitglieder unter den Zuschauern. Oder man traf sie auf dem Raucherbalkon, wie zum Beispiel die Schlagzeugerin der estnischen Band Evestus, die im Übrigen sehr nett ist.
Evestus starteten ihren Gig mit Verspätung, wobei der Soundcheck direkt in den eigentlichen Gig überging. Vermutlich konnten sie nicht ihre komplette Playlist durchspielen, es gab zumindest heftige Handzeichen Richtung Uhr vom Veranstalter. Aber sie gingen mit der ungewöhnlichen Situation und dem sehr dünnen Publikum überaus professionell um. Ich mochte den Sound und speziell die Passagen, in denen das Keyboard zum Einsatz kam. Von den Anwesenden lief auch keiner weg – man hätte das Konzert auch hinterm Vorhang auf der Barseite akustisch verfolgen können – aber alle Leute kamen mit ihrem Bier wieder zurück.
Diablerie spielten als nächstes und hatten als Lokalmatadoren bereits etwas mehr Publikum. Anfangs gab es ein paar Synchronisierungsschwierigkeiten zwischen digitaler (die Drums kamen vom Computer) und handgespielter Musik. Später ergab sich auch ein besseres Zusammenspiel mit den Synthiklängen vom Computer. Diablerie hörten sich für mich wie eine Deathmetal-Version von Rammstein an. Einige Songs waren sehr eingängig und wurden noch von Growls untermalt. Diablerie hätten sehr gerne etwas mehr über sich erzählt, bekamen aber bei jeder Plauderrunde Zeichen Richtung Uhr. Der Zeitverzug betrug auch schon mehr als eine halbe Stunde.
Bei Nu Nation dauerte der Umbau etwas länger, bei ihnen kamen die Drums nicht aus der Konserve. Auch der Soundcheck wurde sehr gewissenhaft vorgenommen, so dass sie gegen 1:30 Uhr erst loslegten. Sie spielten absolut klassischen Metal Core und sehr präzise. Auch die Bühnenshow war absolut klassisch. Bassisten und Gitarristen drehten absolut synchron ihre langen Haare, was auf eine sehr kräftige Nackenmuskulatur und sehr effizientes Squattraining schließen ließ. Leider ist das Hard Rock Cafe kein Nachtclub, so dass Punkt 2 Uhr morgens das Licht im Saal anging und das Personal mit Putzlappen anrückte.

ZUR FOTOGALERIE   Fotos: K.Weber

GastmitarbeiterInnen / guest contributions

Reguläre GastmitarbeiterInnen u.a. Grit Kabiersch, Maria Levin, Nina Ratavaara, Elvira Visser, John Wisniewski

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