Wolfheart – Tyhjyys

Label: Spinefarm records   VÖ: 03.03.2017

Multiinstrumentalist Tuomas Saukkonen, bekannt u.a. von „Before the Dawn“ und der One-Man-Show „Black Sun Aeon“, veröffentlicht das dritte Album „Tyhjyys“ (Leere) seiner neuen Band Wolfheart.  (HIER zum Interview mit ihm).

Hatte er das erste Album noch (nahezu) alleine eingespielt*, vertraut er hier zum zweiten Mal dem Line-Up Mika Lammassaari an der Lead Gitarre, Ex-Before-the-Dawn-Drummer Joonas Kauppinen am Schlagzeug, Lauri Silvonen am Bass, und ihm selbst an Gitarre und Mikro.   (* Mika Lammassaari spielte alle Soli auf dem ersten Wolfheart-Album, Anm.d.Red)

Entstanden ist eine atmosphärische dichte Platte, die den Hörer laut Infotext „in die Einsamkeit der nordischen Wälder entführen soll“, und das gelingt diesem Album bestens: der Zuhörer gleitet auf einem Klangpolster aus verzerrten Gitarren und hämmerndem Schlagzeug in eine Welt der Melancholie und Einsamkeit und wird durch abwechslungsreiche Harmonien und Soli immer wieder in die Realität zurückgeholt.

Dominierten beim Vorgänger „Shadow World“ noch Piano-Intros, entführt uns das erste Stück mit einem einminütigen Akustikintro an „The shores of Lake Simpele“, um in einem bombastischen Instrumental aufzugehen, welches das Terrain für das dramatisch aufgeladene Siebenminutenstück „Boneyard“ bereitet. Es folgt ein schnelles, melodiöses „World of Fire“ sowie die melancholische Singleauskopplung „The Flood“.

„The Rift“ startet ebenfalls akustisch, driftet dann in stakkatoartiges Schlagzeug und Gitarren ab, bleibt schnell und hart, aber dennoch melodiös, mein Lieblingsstück auf diesem Album.

„Call of the Winter“ kommt eher getragen daher, und lässt sowohl dem Schlagzeug als auch der Leadgitarre viel Freiraum für Solos. Das beinahe fröhliche „Dead White“ könnte mit seinen berührenden Soli ein Kandidat für eine weiter Singleauskopplung sein, und der Titletrack „Tyhjyys“ versetzt uns musikalisch wieder in die melancholische Einsamkeit der nordischen Winternacht.

„Tyhjyys“ ist ein Festschmaus für die Ohren, virtuose Instrumentalisten vereinigen durchdacht komponierte Stücke mit einer Produktion, der man anmerkt, dass Wert auf Details gelegt wurde.

Der „Winter Metal“ wird angetrieben von einem unermüdlichen präzisen Schlagzeug, geschmückt von harter aber melodiöser Gitarrenarbeit mit eingängigen Soli, die die Seele streicheln und ergänzt vom traurigen Gesang Saukkonens. Genau die richtige Musik um sich ins Drachenboot zu schwingen, um Richtung Bottnischen Meerbusen zum Rauben und Brandschatzen zu rudern. Und wenn Schlagzeuger Joonas Kauppinnen den Rudertakt vorgibt, dauert die Fahrt auch nur knapp eine CD-Länge…

Saukkonen-Fans werden nicht enttäuscht sein, die Scheibe ist musikalisch rauer, aber wirkt auch runder produziert  als der Vorgänger Shadow World. Es lohnt sich in jedem Fall reinzuhören.

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www.spinefarmrecords.com

 

 

Blackabbot

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