Insomnium / Barren Earth / Wolfheart

Winter’s Gate Tour – 20.1.2017, Grünspan, Hamburg

Wie ich in der Warteschlange vor dem Club mitkriegte, war ich nicht die einzige, die eigens für dieses geniale Package von etwas weiter her angereist war… zumal die finnischen Heimatgründe auf dieser Tour leider ausgelassen wurden. Wie gut selbige bisher lief, bestätigte sich umgehend – Wolfheart hatten bereits eine volle Bude vor sich. Viele im Publikum schienen bestens mit dem Material vertraut und sogar ganz hinten gingen Leute auch bei den Brutalo-Blasts mit. Sprich die Jungs punkteten mit erstklassigem Gig, klarem Sound und gewannen mit Sicherheit einige neue Fans dazu.
Setlist: The Hunt, Strength and Valor, Ghosts of Karelia, Boneyard, Zero Gravity, Routa Part II

Die Melodic Death Metaller Barren Earth setzten eher auf Melodic als Death, der glasklare Sound liess auch die mehrstimmigen Chöre astrein wirken, und das ohne Ohrstöpsel. Im Vergleich zur Vorband definitiv langsamer, doomiger, auch eine Ecke progressiver, jedoch keineswegs weniger kraftvoll.

Hut ab vor Sänger Jón Aldará, der das Spektrum von Heldentenor bis Growl draufhat – und zwischendrin über seine Heimat, die Faröer Inseln, witzelte.
Setlist: The Leer, Dead Exiles, Set Alight, Flicker, Shapeless Derelict, On Lonely Towers

Beim Headliner Insomnium machte der Club einen nahezu ausverkauften Eindruck, zumal einige Leute erst später eintrudelten. Und ja, wieder einmal ein Triumphzug der Finnen, die nur nach mehreren Zugaben wieder von der Bühne durften – Details sowie zusätzliche Fotos dann von der Kollegin, bzw von den KollegInnen, die den Gig in Erfurt begutachtet haben. (KW)

Insomnium verstanden es, eine positive Stimmung im Publikum zu erzeugen, auch wenn der Kennerblick oft „typisch Hamburg“ wahrnahm: eher genießen ohne grossartig was zu machen, anstatt sichtbar mitzugehen bei einem Headliner – nur die ersten Reihen waren wirklich energetisch mit dabei. Jedoch hatten alle Altersgruppen Spaß zusammen, vom Kindesalter bis zum mehr als nur gestandenen Mann, die jede auf ihre Art das Konzert genossen. Der Sound war gut, und auch das Licht passte zu den Songs und unterstrich die Atmosphäre und Stimmung noch zusätzlich (wenn auch die FotografInnen fluchten bei dem vielen Nebel und nur Hintergrundlicht). Kurz: rundum gelungene Show! (Carina Ullmann)

HIER zur Fotogalerie, oder seht euch unten den Videoclip vom Konzert an.

21.01.2017, Erfurt, From Hell

Nahe des thüringischen Hauptstadtflughafens, dem Airfurt Airport, hat sich an diesem Abend eine Horde bärtiger Mannen aus dem Norden eingefunden, um melodischen Death Metal in den Osten Deutschlands zu bringen. Dieses musikalische Schmankerl wollten sich offensichtlich nur wenige entgehen lassen. Seit Wochen war das Konzert von Insomnium, Barren Earth und Wolfheart ausverkauft. Die KFZ-Zeichen auf dem Parkplatz verrieten, dass die Aussicht auf einen gediegenen Metal-Abend weit über die Grenzen Thüringens hinaus anziehend wirkt. Nach Hamburg am Abend zuvor, war dies der 11. Gig auf der noch laufenden Winter’s Gate Tour.

Zum Aufheizen der geschätzt 500 Leute (ja, der Klub war zu diesem Zeitpunkt schon voll) hatten sich unter anderem Wolfheart bereit erklärt. Bereits nach den ersten Tönen wurden die ersten Pommesgabeln aufgezeigt. Der Sound kommt an! Deftig, intensiv, auf die Zwölf, aber auch mit sanfteren Elementen spielen die vier Finnen genau die Musik, die das Publikum an diesem Abend hören will. Statt Wolfsgeheul drängt sich allerdings eher das ohrenbetäubende Gebrüll eines Bären auf, und das ist auch gut so. Leicht kann hier jedes nahende Flugzeug übertönt werden.

Als zweite Aufheizer betreten kurz darauf Barren Earth die Bühne. Seit 2014 schwingt hier nicht mehr Swallow the Sun’s Mikko Kotamäki die Stimmbänder, sondern Jón Aldará von den Faröer Inseln, wie Wikipedia weiß. So ungewöhnlich wie seine Herkunft ist auch Aldará’s Look (kurze Haare, Jeansjacke), Auftreten (quirlig, gesprächig) und vor allem seine Vocals. Letztere reichen von tenorähnlicher Stimmlage bis hin zu kraftvollen Growls, beides sehr gekonnt. Und so vielfältig wie seine Range ist auch der Stil der Band, die verschiedenste Genre und Stile vereint. Mal laut, mal leise (die ruhigen Momente werden gern zelebriert); mal progressiv, mal psychedelic (Keyboard), mal downright metallisch. Hier wird einiges geboten und das Publikum braucht etwas Zeit, die eigenwillige, anspruchsvolle Mischung zu verdauen. Auch das STALKER-Reporter-Team ist zwiegespalten.

Danach sind die Sympathien wieder klar verteilt. Endlich sind Insomnium an der Reihe und legen gleich mit einem Soundgewitter mit mystischen Keyboards im Halbdunkel (ein Alptraum für jeden Fotografen) los. In unmittelbarer Nähe der Bühne prasselt das Unwetter (vor allem die Drums) unaufhörlich auf einen ein und übertönt so ziemlich den gesamten Rest. Selbst weiter hinten im Saal kriegt man von den melodiösen, melancholischen Gitarren (von denen die Musik von Insomnium ja lebt) nicht viel mit. All das stört die Menge allerdings wenig, Haare fliegen, diverse Finger werden in die Luft gereckt, es wird mitgesungen und mitgerockt. Ein voller Erfolg – für Band und Fans.

Kurz nach 23 Uhr tauschen wir Donner gegen Kälte und begeben uns auf den Heimweg. (KG)

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Photos: Klaudia Weber, Falko Windisch

Contributors

Kathleen Gransalke

Kathleen Gransalke

Redakteurin für Reviews - Übersetzungen, Reportagen, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Punk, Rock, Death Metal, Mathcore - - - Favorisierte Bands? - - - Coheed & Cambria, Black Dahlia Murder, Dillinger Escape Plan, Mastodon

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