Blind Guardian / Cirrha Niva – Rijssen (NL)

09.12.2016  Lucky  Club Rijssen, Niederlande

 

Wer sich eine Blind Guardian Show in Deutschland anschaut, der kommt in den Genuss der bombastischen, fast schon cineastischen Seite der Band. Wer jedoch die intimere, basischere Seite der Krefelder kennen lernen will, der sollte die Fahrt nach Holland auf sich nehmen. Dort ist die Band deutlich kleiner als bei uns und spielt dementsprechend in „normalen“ Clubs, statt in großen Hallen.

 

Zum Jahresausklang spielen Guardian eine Clubshow im „Lucky“ in Rijssen. Das „Lucky“ ist ein sehr gepflegter und sehr gemütlicher Club, der etwa 800 Personen fassen dürfte. Der Innenraum vor der Bühne ist in 2 Höhenstufen aufgebaut, sodass man auch von der Seite und weiter hinten eine gute Sicht auf die Bühne hat. Dazu gibt es eine kleine Galerie, von der aus man das Konzert verfolgen kann. Die Sichtbedingungen somit von fast jedem Platz hervorragend.

 

 

Bevor jedoch die Fantasy Metaller ans Werk gehen, dürfen zunächst Cirrha Niva aus Holland den Club aufheizen. Ein Unterfangen, dass ihnen – Heimvorteil hin oder her – nicht so recht gelingt. Zu sperrig ist ihr Songmaterial, das scheinbar ohne Refrains auskommt und zu wenig stilistische Nähe zum Hauptact besteht. Da hilft auch das Robert Plant-artige Stageacting des Sängers wenig.

 

 

Auch wenn Blind Guardian deutlich größere Bühnen gewohnt sind, merkt man von den ersten Sekunden an, dass sie Bock auf die heutige Show haben. Kein Wunder, so sind heute große Teile der Familien aus Krefeld angereist, um sich die Show anzusehen. Entsprechend motiviert gehen die Jungs zu Werke. Nach einem kleinem Warm Up Programm wird auch heute – wie bei den anderen Konzerten in der 2. Jahreshälfte –  das „Imaginations From The Other Side“-Album in voller Länge dargeboten. Danach gibt es noch stattliche sechs Zugaben, bei denen das rare ‚The Curse of Feanor‘ heraussticht.

 

 

Auch wenn Produzent Charly Bauerfeind gegenwärtig schon Songs für das nächste Livealbum abmischt, wird die Show trotzdem nach wie vor aufgezeichnet. Die Band bliebt somit bei ihrer Philosophie, jede Show der Tour aufzeichnen zu wollen. Damit aber nicht genug, denn André und Frederik filmen ihre komplette Performance mittels GoPro-Kameras. Ich bin gespannt, ob das Material irgendwann – in welcher Form auch immer – mal veröffentlicht wird.

Die Stimmung ist insgesamt hervorragend, was auch am sehr guten Sound liegen dürfte. Es hat sich wohl auch bis nach Rijssen herumgesprochen, dass sich Blind Guardian zum Teil erweichen lassen und nach ihrem geplant letzten Song noch weitere Zugaben spielen. So fordert das „Lucky“ heute geschlossen ‚Majesty‘, leider verhallen diese Rufe heute aber ungehört. Macht aber nichts, denn es war trotzdem ein schöner Abend mit einer der größten deutschen Metal Bands und das in intimen Rahmen.

 

Blind_Guardian-1

Timo Pässler

Timo Pässler

timo@stalker-magazine.rocks - Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Hauptsächlich Speed, Power, Melodic, Symphonic and Thrash Metal, manchmal auch Black und Death Metal - - - Favorisierte Bands? - - - Blind Guardian, Iced Earth, Children of Bodom, Powerwolf, Kreator, Vader, Amon Amarth, Subway to Sally, Avantasia, U.D.O., Accept, Sinbreed und viele mehr! - - - Sonstige Interessen? - - - Musik (hören und spielen), Wing Tsun, Pfadfinder, Whiskey

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.