Doctor Strange

SPOILERFREI!  1:55min, USA: PG-13
Ich habe noch nie ne Graphic Novel dieses Protagonisten gelesen, und den ersten Verfilmungsversuch aus 1978 kenn ich auch nicht – ergo die Gelegenheit, völlig vorurteilsfrei den Film auf mich wirken zu lassen. Kurz zum Inhalt:
Der talentierte Neurochirurg Doctor Stephen Strange muss nach einem Autounfall sein Ego beiseite stellen und sein Leben neu orientieren; er lernt eine mysteriöse Welt voller Geheimnisse und alternative Dimensionen kennen. Mitten in New York Citys Greenwich Village muss Doctor Strange als Vermittler zwischen Realität und dem, was darüber hinaus geht, agieren, wobei er eine Reihe metaphysischer Fähigkeiten und Artefakte nutzt, um das Marvel-(Kino-)Universum zu beschützen.

Zugegebenermassen kriegte ich die erste Gänsehaut schon vor Filmbeginn – wegen dem Rogue One Trailer, auf dieser RIESEN Leinwand, und in 3D … und naja, das sollte nicht die einzige Gänsehaut an diesem Abend bleiben.
Meine Vermutung, dass ja schon die Besetzung alleine diesen Film sehenswert macht, sollte sich bewahrheiten: Benedict Cumberbatch füllt diese Figur mit Leben, bleibt in allen Facetten absolut glaubhaft – was ja an sich schon eine Herausforderung für die Darstellung eines Comicbuchhelden ist, und ganz besonders diesen, der ja wirklich ein wenig seltsam ist. Muss ja wohl die Qualitäten von Mads Mikkelsen oder Tilda Swinton nicht erwähnen, und Rachel McAdams, Benedict Wong oder Chiwetel Ejiofor schaffen es, den zweidimensionalen Vorbildern eine dritte (und vierte) Dimension zu verleihen.

Apropos Dimensionen – tja, nicht nur die Special-Effects sind geil und gänsehautverursachend, es gibt auch genug Material zum Grübeln. Vielleicht nicht so krass wie bei Interstellar, aber ich würde diesen Film fast als den philosophischten aller Marvel-Filme bisher einstufen. Was nun keinesfalls heissen soll, dass es langweilig wird oder zu wenig Action gibt – im Gegenteil. Das ist einer von den Filmen, die einen mit Sicherheit 2h köstlich unterhalten, und einer von denen, die man unbedingt in 3D geniessen sollte.

Das einzige, was mich gestört hat (neben der Musik, die hätte vielleicht etwas fetziger sein können) – es war schon viel zu früh Schluss! Ich hätte gerne noch 20-30 min mehr von Mystik und Artefakten (etwa wo sie herkommen, was sie eigentlich sind, was sie machen) gehabt, oder mehr von Interaktion der Charaktere… daher freue ich mich schon auf die nächsten Abenteuer von Doctor Strange. Die Bonus-Szene im Abspann scheint ja drauf hinzudeuten, dass ich nicht zu lange warten muss…

PS: Ich dürfte in naher Zukunft auch die örtliche Bibliothek nach Dr. Strange-Comics durchwühlen…

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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