THRASH MERCENARIES TOUR 2016

ONSLAUGHT + MORS PRINCIPIUM EST + NO RETURN + BLAAKYUM, Hamburg, 21. September 2016

Ich wurde gefragt, ob ich nicht Zeit und Lust hätte, mir die Thrash Mercenaries Tour anzusehen – Thrash Metal. Oha. Und das ich. Eigentlich wirklich nicht mein Genre, aber da ich immer offen für neue Erfahrungen bin, habe ich mich dann auf den Weg gemacht zu diesem kleinen Club – und eine große Überraschung erlebt.

Ein kleiner Kellerraum, kuschelig, intim, und relativ schnell ohne Luft und stattdessen gefüllt mit Rauch. Also definitiv kein Club für Nichtraucher wie mich, aber Mund und Nase zu und durch, headbangen kann man auch ohne Sauerstoff im Kopf!

monolyth

Es begann relativ ruhig – zumindest wenn es um die Menge der Zuschauer geht, die den Weg zu MONOLYTH gefunden hatten, die als aller erstes an diesem Abend auf der Bühne standen (nur für 4 Gigs auf dieser Tour). Als es losging war ich relativ überrascht darüber, wie viel Melodie die Band dann doch noch eingebaut hatte in ihre Songs, meistens geleitet durch ein wirklich gutes Gitarrenspiel und unterstützt durch einen Gesang, der sowohl in den thrashigen als auch in den cleanen Passagen überzeugen konnte. Und das Gesamtpaket hat durchaus mitgerissen, die Zuschauer hatten ihren Spaß und die Band gab volle Power!

blaakyum

Nach der ersten Umbaupause war es schon ein bisschen voller (obwohl, „voller“ ist schon fast übertrieben) für BLAAKYUM. Es muss enttäuschend sein, wenn bei den anderen Shows der Tour durchaus mehr Publikum da ist, was auch enthusiastischer war – aber in Hamburg und unter der Woche, ist das leider nicht so einfach. Aber das Publikum hat die Band durchaus unterstützt, und man konnte sehen wie viel Spaß die ersten Reihen hatten. Bier weg gestellt, und dann mitklatschen, feiern und headbangen – denn die Musik lud wirklich dazu ein. Wer da noch stillstand, dem war nicht mehr groß zu helfen. Die Mischung aus Thrash mit orientalischen Einflüssen hat mich wirklich begeistert, es war spannend zu sehen wie viel Percussion dann doch ausmachen kann – die Band hat sicherlich nicht nur mich als neuen Fan gewonnen, wenn ich mich daran erinnere, was nach dem Auftritt so vom Publikum als Feedback kam.

Langsam aber sicher wurden die Umbaupausen dazu genutzt, draußen einmal frische Luft zu schnappen und zu schauen, was wohl so auf den Social Media Kanälen los war – denn nicht nur Luft war Mangelware, sondern auch Mobilfunksignal, was so einige, die die Venue nicht kannte, verwundert den Kopf schütteln ließ.

no-return

Luft getankt, dann noch schnell ein neues Bier geholt – dann waren die Anwesenden (mit Babyschritten wurden es mehr) bereit für die schon dritte Band des Abends: NO RETURN. Im Vergleich zu den vorhergehenden Bands war der Sound nicht mehr ganz so klar und gut, , aber die viele Interaktion mit dem Publikum und ein Publikum, dass keine Angst vor Nähe hat, machten das kleine Soundproblem dann definitiv wett. Ich hatte das Gefühl, dass jeder von der kraftvollen Performance mitgerissen wurden, und ich wohl die Einzige war, die sich so ziemlich fehl am Platz fühlte. Aber lieber so, als andersrum!

morsprincipumest

Weiter ging es dann mit MORS PRINCIPIUM EST – und ich war ein wenig sprachlos, als ich sah, wie viele im Publikum wirklich mitsangen und die Lyrics kannten. Scheinbar hat die mir bis dato unbekannt gewesene Band durchaus eine Fanbasis hier in Hamburg, die sich vor Ort versammelt hatte. Es war wirklich schön anzusehen, da Band und Publikum den Auftritt rundum genossen haben. Und ich auch, wenn mich nicht gerade ein Backing Track genervt hat – die Nutzung eben dieser werde ich nie verstehen, denn die betroffenen Songs hätten auch super ohne eben diese Backing Tracks gewirkt. Alles in allem aber ein Auftritt, der durch und durch mitgerissen hat und eine Musik, die zumindest für mich einen typisch finnischen Touch hatte und somit ein wenig Melodie mit sich brachte.

onslaught

Nach der aller letzten Umbaupause des Abends wurde es dann gefühlt wieder voller als zuvor – ONSLAUGHT stürmten auf die Bühne und rockten diese (wenn auch kleine) Bretter die die Welt bedeuten. Und das Publikum rockte mit und kostete jede Minute aus, und es floss der Schweiß und es wurde nach Luft gerungen. Die Band ging volle Kraft voraus, und das Publikum hatte schon keine andere Chance als mitzugehen und das letzte bisschen Kraft und Stimme zu investieren, um den Abends gebührend abzuschließen.

Alles in Allem war ich positiv überrascht vom Line-Up – ich muss gestehen, ich kannte die Bands alle nur vom Namen, und habe mich in die Eine oder Andere doch verschaut. Und ich glaube, dass das Gesamtpaket auch bei allen anderen Anwesenden sehr gut ankam – zumindest wenn man am Ende die sehr zufriedenen Gesichter sah.

Photos: Carina Ullmann

Carina Ullmann

Carina Ullmann

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