Ilosaarirock 2016

July 14-16, Linnunlahdentie 3, Joensuu, FIN
Freitag begann mit einer LANGEN Busfahrt von Helsinki bis nach Joensuu, um jenem Festival beizuwohnen, das mir die Finnen als DAS FESTIVAL schmackhaft gemacht haben … wir werden sehen!

Freitag hat nicht dasselbe Format wie der Rest des Festivals, nur 2 Bühnen, die Tähtitella Stage mit einigen grossen Namen in der finnischen Industrie, und die Metalstage (Metalli-teltta) mit hauptsächlich finnischen Newcomern.

Also nahm ich mir den Opening Act des Festivals vor, Tiisu, der auf den ersten Blick eine Partyband zu sein schien. Das war dann auch der Fall, und während die Band durch ein fröhliches Set rockte, trafen langsam die ersten Zuschauer ein, um ihr feuchtes Wochenende zu beginnen!

Fr 19.35 - Särkyneet1
Photo – Särkyneet

Die erste Band auf meiner Liste war dann Särkyneet, ein Quintett mit Sängerin, viel Selbstbewusstsein und einigen guten Songs. Sie zogen nicht wirklich die Menge mit etwas Spektakulärem an, aber mit ein paar echten Hits im Ärmel könnte diese Truppe was werden.

Ein schneller Spaziergang durchs Gelände, um einen der Künstler anzuchecken, den die Finnen liebend gerne hassen: Stig. Er ist der erste Act, der Live nicht viel zu bieten hat (hauptsächlich ein Typ, der irgendwelche Knöpfe drückt und 2 Tänzer). Ganz lustig, aber nicht so wirklich eine richtige Live-Show für mich.

Fr 20.10 - Kesä1
Photo – Kesä

Die nächsten sind Kesä auf der Metalstage. Der Frontmann hat nen wilden Blick und äussert sich volle Leidenschaft. Die Menge wird langsam motivierter und viele mehr versammeln sich im Lauf des Sets. Ziemlich gut für eine ”kleine” Band.

Fr 21.35 - The Mutants

Photo- The Mutants

Wieder auf der Metalstage, aber diesmal mit gutem alten Punk and Roll (obwohl eher Rock and Roll für meine Ohren) und das sind The Mutants. Ein echt geiler Act, den ich mir schon lange mal reinziehen wollte. Diese 6 kommen mit einem Percussionisten und einem Frontmann, der für dieses grossteils Instrumentale Set-Up Keyboard spielt. Diese Band hat Stil und kriegt die Leute in Bewegung, und mit deren Groove geht für mich das Festival erst so richtig los. Definitiv eine Band, die ihr euch ansehen solltet, wenn ihr die Gelegenheit dazu habt.

Schnell wieder rüber zur Tähtitelttastage, um die letzten 10 Minuten von Chisu mitzukriegen, und Wow, hier steigt mittlerweile ne echte Party! War nie ein Fan von ihr, ehrlich gesagt, aber ihre Live-Show war viel spannender als ihre Cds vermuten liessen. Fantastische Lichtshow und tolle Musiker machten das zu einem Auftritt, der viel besser war, als ich mir hätte vorstellen können, und live kann sie wirklich singen.

Leider fing es dann an zu regnen und ich begab mich wieder zu meinem Zelt (ja, ich sagte Zelt, denn ich hatte mich entschlossen, an diesem Wochenende der örtlichen Tradition zu folgen), um meine wasserdichte Jacke zu holen. Mein Schlafsack erwies sich allerdings als unwiderstehlich, und ich entschloss mich zu bleiben und mir den Rest des Abends von dort an anzuhören (ich war in der Nähe der Metalstage, also kaum ein Problem, mitzukriegen was da lief). Leider funktionierte auch dieser Plan nicht wirklich, denn nach einer fast 8h Busfahrt schlossen sich meine Augen, und das war es für diesen Tag!
Samstag Morgen, und es regnet noch immer!
Ein Kommentar zu den beiden, die eine ”Fanfare” um 10h losliessen – die Idee war cool und hätte besser funktioniert, wenn der zweite das Timing beherrscht oder die richtigen Noten getroffen hätte!!
Sa 13.00 - Kotiteollisuus
Photo – Kotiteollisuus

Und so begannen Kotiteollisuus den ersten offiziellen Ilosaari Festivaltag unter grossem Jubel. Die Veteranen der finnischen Musikszene scheinen immer zu wissen, was sie tun müssen… und tun es einfach! Hardrock ist ihr Spezialgebiet und auf der Bühne sind sie in ihrem Element, und sie begeistern die Menge mit einem starken Set an Hits und Gepose.
Sa 14.00 - Death Hawks
Photo – Death Hawks

Wieder bei der kleineren Metal Stage für Death Hawks, eine Band, auf die ich mich gefreut hatte und sie enttäuschten mich nicht. Prog-Rock von Annodazumal ist deren Kennzeichen, und sie kamen mit Glitzerklamotten und (vermutlich) 70er Perücken auf die Büuhne. Diese Jungs schreiben fantastische Melodien und die ansehliche Menge kannte sie alle, spendete ausgiebigen Applaus – diese Band wird es weit bringen.
Sa 16.00 - Viikate
Viikate waren meine nächste Wahl auf der Hauptbühne, und 10min davor war kaum einer da… dann kamen die Leute, und leider auch wieder der Regen. Man muss diesem Quartett von Männern mittleren Alters eines zugestehen – sie rocken! Mit einem harten Sound und mehr Gepose (ich glaube, das wird mein Wort des Tages), brachten sie die Menge zum Rocken, und ebenso zum ersten Mal die Hauptbühne (der Opener war SANNI gewesen, eine finnische Bubblegum-Pop-Künstlerin). Qualitätsriffs, die jenen aus Metallicas besseren Zeiten ähneln.

Saimaa sind auf der Bühne schon 10min vor ihrem Set, teilweise wegen dem Regen und der Kälte, teilweise, weil sie mit dem DJ System, das vor der Bühne dudelt, jammen. So viele Leute, dass die Bühne voll wird. 3 Drumkits, keine Ahnung wie viele Gitarren, Keyboards, und ein Saxophon / so ähnliche Instrumente. Das ist World Music, das ist Partymusik, und die Menge lässt es nicht zu, sich von den Monsun-ähnlichen Beingungen die Laune verderben zu lassen – die Leute tanzen und rocken mit und scheinen erleichtert, dass sie ne Weile nicht nur rumstehen und mehr an Rap oder Pop ertragen müssen!
Sa 20.30 - Wolf Alice
Photo – Wolf Alice
Nach einer Pause geht es zu Wolf Alice, die technische Probleme hatten und etwas verspätet begannen. Ich war nie so ein Riesenfan, aber sie stellten eine gute Show hin und das Publikum genoss ihr Live-Set. Es brauchte einige Songs, um richtig in Stimmung zu kommen und die technischen Probleme zu überwinden, aber die Band war die Stippvisite wert.
Sa 21.15 - Musta Risti
Photo – Musta Risti

Der Abend war schon weiter fortgeschritten, als ich mich bei der Soundi Stage einfand. Noch nicht sicher, was ich zu erwarten hätte… Musta Risti kommen auf die Bühne, vor 15 Zuschauern… aber es werden schnell mehr. Der Sänger ist so intensiv, dass man sich kaum abwenden kann, und das macht diese ansonsten eher durchschnittliche Band echt was Bemerkenswertes.
Sa 21.45 - Ricky Tick Big Band
Photo – The Ricky-Tick Big Band

The Ricky-Tick Big Band war schon lange einer meiner Faves (obwohl sie in Finnisch rappen/singen). Drei der populärsten finnischen Rapper, mit einer vollständigen Bläser-dominierten Band und für diese Performance auch noch mit Julkinen Sana. Eine grosse Menge tanzt durch das gesamte Set, und das zu Sonnenschein, der sich zu Anfang dieses Sets wieder blicken liess.
Sa 22.30 - TesseracT
Photo – TesseracT

TesseracT sind eine eigene Liga. Durchwegs nur von hinten beleuchtet, rasseln sie durch ihren gesamten Prog-Metal Katalog und bedanken sich immer wieder beim Publikum fürs Erscheinen. Das war die Band, die ich bei diesem Festival unbedingt sehen wollte, und Mann, haben die alles in Schutt und Asche gelegt!

 

Sonntag musste ich langsamer angehen, schon wegen dem Kater von der Nacht davor, da ich Freunde getroffen und neue Freunde gemacht hatte (immer ein Zeichen für ein gutes Festival)!

Die erste Band auf meinem Plan war K-Y-P, ein Act mit 2 Drummern und einem Multi-Instrumentalisten und einem Multi-Instrumentalisten/Sänger. Ich war nicht wirklich sicher, was ich erwarten sollte, aber sie boten sowas wie Metal/Dance Crossover, was wirklich gut funktionierte. Alle 3 Mitglieder der Band kamen in schwarzen Umhängen auf die Bühne und bauten in den nächsten 4 Minuten langsam von Becken-Soli zu massiv-bombastischem Live-Sound auf – eine echt erfrischende Band, die was völlig anderes zu bieten hatte.

Su 15.00 - Maj Karma
Photo – Maj Karma

Als nächstes kamen Maj Karma, eine der ersten finnischen Metalbands, die mir gefielen, als ich vor mehr als 11 Jahren hierher gezogen war. Diese Jungs haben einen der besten Frontmänner im Business, und er vertrödelt auch keine Zeit und legt los, zerstört Mikrofonständer oder verursacht Schweissausbrüche bei Soundleuten und Stage-Crew! Tolle Musik, charismatische Band und eine Menge wohlbekannter Songs, die von der Menge dankbar angenommen bzw. mitgesungen werden.

Su 20.15 - Moonsorrow
Photo – Moonsorrow

Moonsorrow kommen auf die Bühne, die Gesichter mit (hoffentlich nicht echtem) Blut verschmiert, und lassen eine Welle von ungezähmtem Rock/Metal auf die Menge los. Zunächst sieht selbige eher bescheiden aus, aber es dauerte nicht lang, ehe das Haus zum Bersten voll ist mit Fans, die deren Musik und Styling super finden!

Ich musste mich nach dieser Show wieder etwas beruhigen und testete erneut die Soundi Stage für den letzten Act des Festivals hier an, die Band mit dem fürchterlichen Namen Lasten Hautausmaa (Kinderfriedhof). Dabei sind sie gar nicht wirklich wie dieser Name nahelegte, sondern eine Pop-Rock Band mit Sängerin, die einige sogar zum Tanzen brachte (allerdings langsam). Sorry, das war mir als Abschlussact ein wenig zu langweilig, ich sehe mir sie lieber mal unter anderen Umständen an.

Su 22.30 - Frank Carter & The Rattlesnakes
Photo – Frank Carter & The Rattlesnakes

Frank Carter kriegten die Gelegenheit, die Metal Stage, zu schliessen, und meine Fresse, und wie! Das war das energiegeladenste Set des Wochenendes von diesen UK Punkrockern, mit FC über die Bühne tobend und einem Bassisten, der pausenlos rumsprang und poste. Das war eine echt bemerkenswerte Show und erneut eine Band, die sich oft beim Publikum fürs Erscheinen und Geniessen der Show bedankte.

Su 23.00 - Volbeat
Photo – Volbeat

Volbeat waren der Abschlussact auf der Main Stage, eine Band, die ich nicht wirklich kannte aber unbedingt anchecken wollte. Diese Jungs wissen mit Menschenmassen umzugehen, nutzen jede Gelegenheit zur Interaktion und geben auch der Menge an Fotografen ausreichend Gelegenheit, das ideale Foto zu schiessen. Musikalisch nicht berauschend, aber sicherlich ein Act, den man sich ansehen sollte, um sich gut zu fühlen und eine erfahrene Band bei der Arbeit zu sehen.

Alles in allem ein wohlorganisierten Festival mit toller Crew und einer interessanten Mischung von Bands. Vielleicht ein bisschen zu viel Hip-Hop für meinen Geschmack, aber ich habe sicherlich meine Dosis Rock und neuen Bands an diesem Wochenende abbekommen. Bitte für das nächste Jahr mehr Sonnenschein bei Petrus bestellen.

Fotos: Daniel Beech

Contributors

Daniel Beech

Daniel Beech

dan@stalker-magazine.rocks - - - Reviews, reports, photos (apparently!) - - - Favourite Genres? - A bit of everything, but nothing where I'm screamed at! - - - Favourite bands? - Blur, System of A Down, Led Zeppelin, Beatles, mad Russian composers, Ed Harcourt, David Bowie, Russian Circles, Hatfield and the North...the list goes on - - - Other interests? - What is there other than music?!! Oh yeah, football and I've been know to watch the odd ridiculous comedy film from time to time.

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