Conchita Wurst: “In meinem Privatleben geniesse ich es wirklich, ein Mann zu sein”

Es ist eine Weile her, dass eine bärtige Dame die Welt eroberte – mit grosser Stimme, Charisma und einzigartigem Look. Seit dem Songcontest-Rummel ruht sich “die Königin von Österreich” keineswegs auf ihren Lorbeeren aus: Conchita Wursts Kalender ist voll mit Gala- und Human Rights-Konzerten auf allen Kontinenten; vom 5.-7. August wird sie bei der Amsterdam Gay Pride, NL, auftreten. Und sie hat gerade ihre erste Tournee mit ihrer Band absolviert – ein Abend ihrer eigenen Songs und Coverversionen ihrer größten Vorbilder und Lieblingssongs, verbunden durch persönliche Geschichten und Anekdoten, präsentiert in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Wir waren beim Abschluss der Tour in Berlin dabei (unten die Fotogalerie) und konnten auch kurz nachfragen, wie es Conchita so geht …

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Сonchita, du bist jeden Tag wirklich viel beschäftigt, kannst Du bitte beschreiben, wie deine Alltagsroutine so aussieht?
Oh tja, meine Alltagsroutine … Das hängt davon ab, ob ich auf der Bühne stehen soll oder ob ich Pressearbeit mache und in der Öffentlichkeit stehe, oder ob ich privat bin, oder ob ich einfach nur ins Büro gehe. Also wenn es ein ‚Tag zu Hause‘ wird, nennen wir es mal so, dann ist alles etwas entspannter und eigentlich brauche ich dann am Morgen nicht so viel Zeit. Aber wenn es ein Tag mit der Perücke und den Wimpern und all dem Kram wird, dann habe ich das volle Programm und ich brauche einen genauen Zeitplan und alles geregelt, wo ich denn sein soll, denn dann kann ich mich auf das alles genau vorbereiten. Und weisst du, wenn es eine öffentliche Angelegenheit oder so etwas wird, dann müssen viele Dinge vorher genau geplant werden, sei es „was soll ich bloss anziehen“ bis „wie komm ich da hin, mit wem treffe ich mich da“ und so weiter. Ja, da gibt es einen grossen Unterschied!

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Ok, verrate mir bitte, ob du denn überhaupt Gelegenheit hast, etwas Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen, wenigstens zu Weihnachten oder so?
Ich führe ein sehr ausgeglichenes Leben und ich treffe meine Familie sehr oft, und auch meine Freunde. Einige Tage und Wochen bin ich schrecklich beschäftigt, aber dann habe ich doch Tage zwischendurch, wo ich mich entspannen kann, also Ja.

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Das war Deine erste Tour. Lief denn alles wie geplant, klappte alles wie am Schnürchen, oder gab es Zwischenfälle?
Keine Zwischenfälle. Die Tatsache ist, dass diese gesamte Tour ein riesiges Experiment für mich war. Das ist die erste Tour, die ich jemals gemacht habe, und ich wollte dadurch lernen, wie man so etwas durchsteht. Ich versuche herauszufinden, was gut für mich ist, was gut funktioniert, welche Dinge ich wohl nächstes Mal nicht mehr so auf diese Art machen werde. Ich verbringe viel Zeit damit, so viele Sachen zu lernen. Und ich treffe auch viele Freunde von mir, so wie euch, Leute, die von weither kommen. Und dass ist grossartig.

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Letzte und verrückte Frage: Was würdest Du tun, wenn Du einen weiblichen oder männlichen Fan in Deinem Hotelzimmer antreffen würdest, in Deinem Bett?
Das ist eine sehr seltsame Frage. Ich werde diese nicht beantworten, weil das zu privat ist…
Aber was ich sagen kann ist: in meinem Privatleben geniesse ich es wirklich, ein Mann zu sein und ich wollte niemals eine Frau werden. Das ist einfach ein Look, den ich für die Bühne entwickelt habe. Ich habe diese Illusion erschaffen und am Ende des Tages bin ich noch immer ein Mann und geniesse das. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Und ich bin sehr glücklich damit!

Danke fürs Interview.

http://conchitawurst.com/

Photos und Text: Julia Andreeva, Varvara Murasheva, Jenny Guzhva

Tschinderella Rockabilly Fashion

 

Julia Andreeva

Julia Andreeva

julia@stalker-magazine.rocks – Reportagen, Fotos – – – – – Favorite genres? gothic metal ;) – – – Favorite bands? Him, Cradle of Filth, Oomph and more =)) – – – Other interests? – – – travelling, culture, reading

Ein Gedanke zu „Conchita Wurst: “In meinem Privatleben geniesse ich es wirklich, ein Mann zu sein”

  • 2016-08-01 um 14:27
    Permalink

    Wunderschöne Fotos und launiges, feines Interview. Danke!

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