Tuska 2016: Die Geister, die ich rief…

9000 Fans sollten es an diesem ersten Tag werden… Während Cattle Decapitation mit ihren Melodic Death die Hauptbühne eröffneten, nahm ich lieber Frosttide auf der Inferno Club Stage ins Visier. (Die meisten der untenstehenden Fotos sind interaktive Flickr-Galerien, einfach mit der Maus rüber – oder checkt unsere FLICKR Seite.)

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Gut, dass es sich schon rumgesprochen hatte, wie klasse diese Power / Symphonic Metaller sind, denn trotz der frühen Stunde ein nahezu rappelvoller Saal. Hab ich den Jungs von Herzen vergönnt – kurzer aber voll gelungener Gig! (KW)

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Ich habe längst die Hoffnung aufgegeben, dass weibliche Gitarristen bei Metalfestivals jemals mehr als eine winzige Minderheit ausmachen werden – in der Blues- und Indie-Szene liegen die Dinge anders, aber unser Genre ist in dieser Hinsicht bedauernswert rückständig. Allmählich scheint sich jedoch tatsächlich etwas zu tun, zumindest was Tuska angeht: Die letzte Gitarre, die ich 2015 dort sah, wurde von der großartigen Nita Strauss bedient, und die erste, derer ich in diesem Jahr gewahr wurde, von Merel Bechtold. Ich hatte mich zu deren Band Delain nicht allzusehr beeilt, da ich es eigentlich weniger mit Symphonic Metal habe, aber der eine Song, den ich noch mitkriegte, ließ mich mein Zuspätkommen bereuen. Überraschend gut!

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Auch von Whorion bekam ich noch ziemlich genau ein Lied mit, aber sie waren noch nicht einmal fertig, als ich schon zum anderen Ende des Geländes sprinten musste, um ja nicht den Anfang von meinem Hauptact des Tages zu verpassen, sprich Swallow The Sun. Sagte ich des Tages? Sollte heißen des Festivals, und das mit gleich drei ausgesprochen unterschiedlichen Darbietungen.
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(Fotos von allen drei Shows: einfach Bild anklicken – die Red.)
Die Band hatte sich bereit erklärt, ihr massives Triple-Album Songs From The North in seiner Gesamtheit zu spielen, je einen Teil pro Festivaltag. Part I am Freitag wurde im Freien auf der Hauptbühne aufgeführt, aber der strahlende Sonnenschein lenkte nicht von der Tragik ab, die in jeder Note mitschwang. Der Tag wäre der 40. Geburtstag von Aleah Stanbridge gewesen, Juha Raivios vor kurzem verstorbener Partnerin, die nahezu das siebte Mitglied von Swallow The Sun gewesen war. Das Duett ihrer vom Band kommenden Stimme mit Mikkos Livegesang in „Heartstrings Shattering“ war der ergreifendste Moment des Konzerts, das vom ersten bis zum letzten Song vor allem eines war – ein tief emotionaler Tribut, der von Herzen kam und zu Tränen rührte. (TS)

Da ich aufgrund herrschender Aussentemperaturen und drohender Wasservergiftung schon bei Delain mein erstes Bier genoss, ist es eigentlich nur selbigem und dem daraus resultierenden menschlichen Bedürfnis zu verdanken, dass ich im Club bei Blaakyum landete – und bis zum letzten Ton blieb.
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WOW, sowas hatte ich lange nicht gehört – knallharter Thrash kombiniert mit Folklore (in diesem Fall, Libanon), also zugleich brutal, melodisch, eingängig und originell. Kurz, ich fand die Band so klasse, dass ich sie gleich nach dem Gig zu nem Interview einlud (demnächst hier nachzulesen). (KW)

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Cain’s Offering – die Stimme kenn ich doch, und tatsächlich, neues Projekt mit Timo Kotipelto, das auch viel Publikum anlockte.

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Lordi fuhren erwartungsgemäss mit einer Megashow auf, ich hätte hunderte Fotos nur von dieser Band machen können… da ging ständig die Post ab, Verkleidungen, Flammen, Explosionen – und auch hier waren wieder einige ganz junge Fans mit Begeisterung dabei. Und ehrlich, wer da nicht spätestens beim Monsterman kräftig mitsingt, muss wohl taub sein… das unvermeidliche Hard Rock Hallelujah wurde klarerweise zum patriotischen Highlight mit Finnland-Hüten und rosa Konfetti.

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Kvelertak hatte ich ja schon mal im Nosturi genossen und wusste, was auf mich zukommt, aber meine Fresse, was für ein Gig – der Ohrwurm-Death’n Roll aus Norwegen traf mitten ins Schwarze, ein getreten volles Zelt war am Ausrasten. Geniale Stimmung, Jubel und ich hatte die Jungs schon bei der Autogrammstunde so fröhlich erlebt, die Gesichter zu klein für ihr Grinsen, und diese Freude schwappte von der Bühne runter. Eine der besten Shows des Festivals! (KW)

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Die knuffigste Band des Festivals kam aus Japan – nicht Babymetal, wohlgemerkt, sondern Man With A Mission. Ich weiß nicht, wie diese Typen im Alltag aussehen, aber als lächelndes Wolfsrudel sie waren einfach num Knutschen. Ich war von dem Schauspiel so hingerissen, dass ich kaum auf die Musik achtete, aber selbige war allemal gut genug, dass mich den ganzen Gig über dablieb. Kawaii!
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Ich hatte Behemoth schon zweimal auf dem Tuska gesehen, und beide Male waren sie beeindruckend gewesen, aber die neue Zeltbühne machte sich als Umgebung noch besser. Insbesondere angesichts des Umstands, dass die Band ihr komplettes Konzeptalbum The Satanist spielte, waren düstere Atmosphäre und angemessene Beleuchtung im Grunde genommen ein Muss. Alle Elemente passten perfekt zusammen (okay, war der Sound ein bisschen matschig, aber da konnte die Band nichts dafür) und Meister Nergal zelebrierte das Ritual mit Stil und Intensität. So schwarz es es sein mag, ist sein Evangelium wohl allemal humaner als Polens berüchtigter Klerus. (TS)

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Testament – immer eine Bank für einen gelungenen Gig, Chuck Billy stets zu Scherzen aufgelegt, und wenn die schon mit Over the Wall loslegen, kann es nur noch mit Megamoshpit und Wall of Death weitergehen. Klassiker wie Practise what You Preach oder Disciples of the Watch durften natürlich auch nicht fehlen, jedoch wartete ich leider vergeblich auf meinen All-Time-Fave Burnt Offerings …

Die Füsse tun vom vielen Rumlaufen und -stehen weh, du bist müde und willst eigentlich nach Hause… und dann kommt diese Band Avantasia… und schwupps, sämtliche Beschwerden sind wie weggeblasen, du musst einfach bis zum letzten Ton dagebleiben, mitjohlen, tanzen, applaudieren…
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Jorn Lande! Eric Martin! Ronnie Atkins! Michael Kiske! Bob Catley! Amanda Somerville! Herbie Langhans! Und natürlich der Meister selbst, Tobias Sammet, der sich erfreulicherweise mit Ansprachen zurückhielt. Fand ich toll, dass er zwischendrin Soundmann Achim Köhler als Herrn Simsalabim vorstellte, ebenso wie die gesamte Band (sorry, da hab ich nicht mehr so richtig aufgepasst und mitgeschrieben). Da ich in der Bierzone sogar gestandene Finnen leidenschaftlich mit Träne im Knopfloch mitsingen sah, vermute ich doch stark, dass der allererste Gig dieser Band in Finnland nicht der letzte gewesen sein sollte… Toller Headliner des ersten Tages!

 

Tag 2 sollte mit 11000 Leuten ausverkauft sein, und die Zeichen dazu waren schon früh zu spüren. Die erste Band Brymir hätte allerdings etwas mehr Publikum verdient, denn live sieht der Sänger gar nicht so furchteinflössend aus wie auf den Promo-Fotos. Super Pagan Metal, wo auch einige ganz junge Fans weiter hinten (und auf der Rollstuhlrampe) begeistert die Fäuste reckten. Und es war schon so heiss, dass die Band zu einem Regentanz aufforderte. Hätten sie eventuell eher lassen sollen…
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Während With The Dead mit zähem Doom die Helsinki Stage im Zelt beschallten, erkundete ich das Gelände: Die Galerie mit Impressionen von Festival und Fans findet ihr HIER – das Areal war super aufgeteilt mit drei Bühnen und einem intimen Veranstaltungsraum ”Solmusali” (Interviews, Akustik-Gigs); es gab diesmal auch wieder Black Dining, eine Prosecco Champagner Bar, eine Whiskybar mit speziellen Cocktails, ne Grünzone mit Sauna-Zelt – und die genialste Neuerung, Karren mit flüssiger Verpflegung, damit die Schlangen an den Bars nicht zu lang wurden.

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Bei Primordial zeichnete sich jedoch schon ein kräftiger Publikumszuwachs ab. Klar, diese intensiven hypnotischen Songs mit dramatischem Gesang, das soll man sich nicht entgehen lassen. Bei Songs wie Coffin Ships oder Empire Falls kriegte man trotz der Affenhitze ne Gänsehaut. Sänger AA Nemtheanga liess sämtliche Finnischkenntnisse vom Stapel (Saatana Perkele Vittu) – eigentlich hätte kippis (Prost) noch gefehlt, zumal seiner Meinung nach ”Iren und Finnen was gemeinsam haben” … Getrunken wurde rundum tatsächlich sehr viel Wasser; hab nur bei dieser Band mindestens 2 Liter geschwemmt… (KW)

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Kein Tuska ohne eine gesunde Dosis norwegischer Finsternis, und dieses Jahr fiel Tsjuder die Ehre zu, diese Tradition fortzusetzen. Für mich war es das erste Mal, dass ich sie live sah, und meine Neugier wurde gebührend belohnt. Das Trio lieferte reinrassigen Blackmetal mit massivem Sound und ohne unnötige Schnörkel. Ebenfalls eine Show, die die Existenz des Zeltes rechtfertigte, und ich freue mich schon darauf, die Band nächsten Monat in ihrem Heimatland zu erleben. (TS)

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Crimson Sun

Während Turmion Kätilöt das Publikum mit Klassikern wie Teurastaja aufmunterten, besuchte ich das Scott Ian Interview, eines der intimen Events in kleinem Solmusali, wo nur begrenzte Teilnehmerzahl Zutritt hatte.

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Themen wie Brexit und Trump waren kaum vermeidbar, aber später lenkte Petri Eskelinen das Gespräch eher auf Musikbusiness und Dekaden Bandgeschichte (am 18.7. sind’s genau 35 Jahre), wobei sich Scott Ian als launiger und sympatischer Entertainer entpuppte. Es war berührend, als er von Anthrax als seinem Baby sprach (You need to forget your own ego and take care of the baby) und dass er innerlich noch immer der Teenager sei, der sich in die Hosen macht, wenn es darum geht, mit Iron Maiden aufzutreten … (KW)

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Omnium Gatherum zählen zu meinen einheimischen Lieblingsbands, obwohl ich ihr letztes Album nicht ganz so gelungen finde wie die beiden Vorgänger. Live waren sie dafür so gut wie immer, Dauersmile-Sänger Jukka ist ein Frontmann erster Güte und die Instrumentalisten unter der Führung von Gitarrengenie Markus „Van Hala“ Vanhala sind nicht weniger eine Freude für Auge und Ohr. Nach ihrem Special-Gig im Virgin Oil Co letztes Jahr, wo die Band ihre beiden besten Alben in voller Länge spielte, war dieser Gig eher ein Routinefall, zeigen, aber im Falle von OG ist bereits das Attribut „durchschnittlich“ ein zuverlässiges Qualitätssiegel.

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Embreach

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Obscura

Der zweite Auftritt von Swallow the Sun war der exklusivste Set des Wochenendes. Die hundert Sitze des ansonsten für Vorträge und dergleichen verwendeten Saals waren im Vorfeld des Festivals verlost worden und die zahlreichen leer ausgegangen Fans taten mir sehr leid, denn sie verpassten wirklich etwas. Die Intimität der Veranstaltung war jedoch absolut angemessen. Songs From The North pt. II ist überwiegend akustisch, was auch für den Gig galt. Die Beleuchtung war sehr sparsam, und während der leiseren Parts hätte man eine Stecknadel fallen hören. Während des Instrumentalstücks 66 ° 50’N, 28 ° 40’E, setzte sich Sänger Mikko auf dem Boden zwischen die Presseleute und lauschte dem Rest der in die Band. Ein einzigartiger Moment in der langen Geschichte von Tuska, und ein Konzert der ganz großen Gefühle. (TS)

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Thunderstone live sind immer eine Freude, und Drummer Atte alleine verbreitet schon Sonnenschein. Wär an diesem Tag gar nicht notwendig gewesen… Ich kriegte erst im Lauf des Gigs mit, wie kurzfristig Tuomas Yli-Jaskari von Tracedawn am Bass eingesprungen war, damit die Band nicht wegen Titus Hjelms Erkrankung absagen musste. Tolle Leistung, ich hab keine Schnitzer bemerkt! Und checkt die Fotogalerie, ich hab es geschafft, Attes Drumstick-Wirbel festzuhalten!
Leider konnte ich den Gig und Hits wie The Path, 10.000 Ways oder Through the Pain nicht in voller Länge geniessen,

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denn Lord Vicar spielten früher als eigentlich vorgesehen, und ich wollte wenigstens schnell ein paar Fotos von den Doomstern und einem von Reverend Bizarre geprägten Line-Up machen.

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Wenn wir schon von Bands, die immer ein Heidenspass sind, reden – Anthrax gehört definitiv dazu. Was hat Basser Frank Bello bloss gefrühstückt? Der Mann alleine liefert Energie und Action für ne gesamte Band, aber da sind noch Scott Ian und Joey Belladonna, und Klassiker wie Caught in a Mosh, Madhouse, Indians, Among the Living… nur leider verhielt sich das Wetter plötzlich sehr Antisocial, es fing ohne Vorwarnung an zu schütten, dass ich nicht  mal meinen Regenschutz aus dem Rucksack  fummeln konnte und die Flucht ergreifen musste. Gut, ich wäre ja wasserdicht, jedoch nicht die Kamera …

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Wie ich von österreichischen Tuska-Veteranen später hörte (Grüsse nach Wien), moshten sich viele bei Stam1na im Zelt und Havok (Foto Tina Solda) in der Clubbühne wieder trocken. (KW)
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Damals in den späten achtziger, frühen neunziger Jahren dachte ich ja, ich wäre der einzige Teenager, der Grace Slick verehrt, aber beim letztjährigen Tuska ließen Blues Pills vermuten, dass dem vielleicht doch nicht so war, und Jess and The Ancient Ones bestätigten diesen Verdacht gewissermaßen. Ich habe immer noch eine Schwäche für alles, was einigermaßen psychedelisch kling, und der Sixties-eingefärbte Hardrock von Jess & Co. war zudem eine gute Überleitung von Swallow The Suns akustischer Magie zurück zu den Freuden der E-Gitarre. (TS)

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Der Hauptact des Abends waren Ghost aus Schweden, die bisher ich bisher immer nur als Vorgruppe für größere Bands gesehen hatte. Die Tuska-Show war im Vergleich dazu in jeder Hinsicht umfangreicher und theatralischer, ein ziemlich anderes Ritual als es Behemoth in der Nacht zuvor geboten hatten, obwohl natürlich beide Bands stark auf Kirchensymbolik Bezug nehmen. Für zusätzliches Drama sorgten die pechschwarzen Wolken über der Bühne, welche mich schließlich dazu bewegten, mir mein Fahrrad zu zu schnappen und nach Hause zu flüchten, aber meine Bekannten, die bis Schluss dablieben und klatschnass wurden, betonten, dass es die Sache auf alle Fälle wert gewesen war. (TS)

Tag 3 begann mit den Stimmungsmachern Block Buster aus Kuopio, die wieder mal zeigten, was sie draufhatten – bei so nem Partysound mit Metal / Hardrock / Rock’n’Roll, in etwa mit AC/DC vergleichbar, können sogar Kater-geschädigte BesucherInnen kaum ein freudiges Zucken im Tanzbein vermeiden. Und wieder eine Band ganz früh bei einem Festival, die mehr Zuschauer verdient hätte. Aber ich wette, sie haben mit dem Gig einige neue Fans gewonnen.
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Und wie sich herausstellte, hatten sie noch das beste Wetter, denn es sollte gleich in Strömen regnen und lange nicht mehr aufhören (dennoch sollten sich an diesem Tag 8000 Metalheads einfinden). Daher kam auch ich in den Genuss einer Band, die ich als weitere sensationelle Entdeckung bei diesem Festival empfinde… Enya und Arch-Enemy-Angela in einem, also „Archenya“? Mehr von der Kollegin (KW).

Einer der meinerseits am meisten erwarteten Acts des Wochenendes war Myrkur, obwohl ich nicht ganz sicher war, was mich eigentlich erwartete. Gewisse Mitglieder der Trve-Kvlt Fraktion behaupten ja gerne, Myrkur wäre lediglich eine Marionette von Relapse Records, aber ich vermute hier eher gewöhnlichen Chauvinismus am Werk als ernstzunehmende musikalische Argumente. Ich für meinen Teil war jedenfalls sehr zufrieden mit dem, was ich hörte und und sah, ganz zu schweigen von dessen unbestreitbarer Originalität.
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Ich wüsste jedenfalls sonst niemanden, der/die gerade diese Art von ätherischem Black Metal drauf hat und dazu noch so eine tolle Stimme hat. Wobei die Schwarzmetallkreischer keinesfalls fehlen, in mehreren Songs schaltete Myrkur in Sekundenbruchteilen von Fee auf Hexe um. Der erste und letzte Song waren dagegen ruhige Klavierstücke, letzterer untermalt vom Trommelfeuer des Platzregens auf dem Zeltdach. So wenig mir der Regen anderweitig zusagte, in diesem Moment passte er perfekt.
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Eine weitere Band, die ich nie zuvor gesehen hatte und auf die ich mich freute, waren Nervosa aus Brasilien, ein Trash-Metal-Power-Trio, das keine Gefangenen macht. Die drei waren zum ersten Mal überhaupt in Finnland und sagten, damit wäre für sie ein Traum wahr geworden – angesichts der puren Begeisterung, die von der Bühne strömte und alsbald auch das Publikum ergriff, war diese Behauptung wohl kaum übertrieben. Sängerin/Bassistin Fernanda war für den Löwinnenanteil der Bühnenshow verantwortlich, aber Schlagzeugerin Pitchu und Shred-Queen Prika (die auch einige tiefe Growls beisteuerte) ließen sich ebenfalls nicht lumpen. Die Band spielte auf der Indoor-Club-Bühne, und das Haus war zum Bersten voll. Die feurigste Überraschung des Festivals, gerne jederzeit wieder! (TS)

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Diablo verstanden es, die teilweise wieder regennass-triefende Meute aufzumuntern und begrüssten zwischendrin auch die Fans aus Deutschland, beliessen es dann bei Ansagen in Finnisch. Egal, wichtig ist hier deren Metal-Rock´n´Roll, der mal wieder mitreissend und Tanzbein-anregend rüberkam. (KW)

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Gojira

Der dritte Swallow The Sun-Gig war nicht nur der härteste dieser drei, sondern vermutlich der gesamten Bandgeschichte – Songs Of The North pt III ist düsterer und doomiger als alle früheren Werke von STS. Optisch war die Show dafür näher an einem „normalen“ Gig als die beiden anderen – soll heißen, dass von den Bandmitgliedern nicht viel zu sehen war. Diese erhielten übrigens auf allen drei Shows Unterstützung von Backgroundsänger Jaani Peuhu auf Backing Vocals sowie Juho Räihä, der Juha Raivio für mehrere Songs an der Gitarre ablöste. Wenn man bedenkt, wie schwer die letzten paar Monate für Juha gewesen sein müssen (was ihm deutlich anzusehen war), war diese Lösung absolut verständlich, und ich bin einfach nur dankbar, dass er überhaupt mit dabei war.

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Katatonia sind eine Band, die ich in den frühen 2000er Jahren recht viel zu hören pflegte, an der ich jedoch im Laufe der Zeit ein wenig das Interesse verlor. Muss gestehen, dass ich das aktuelle Album bisher noch nicht einmal gehört habe, und so neu ist es eigentlich schon gar nicht mehr. Zu meiner Freude bestand die Setliste zu einem guten Teil aus Songs meiner Lieblingsperiode, darunter „Juli“ und „In The White“. Der Fairness halber sei gesagt, dass die neuere Sachen in Wirklichkeit nicht schlecht sind, „Dead Letters“ gefiel mir sogar außerordentlich. Kurz gesagt, nach wie vor eine gute Band, nur eben nicht gerade die spannendste des Tages. (TS)

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Da ich Children Of Bodom gerade erst beim Nummirock begutachtet hatte, kann ich nicht viel Neues hinzufügen. Wieder mal genialer Gig von den Jungs aus Espoo, wo der ”Neue” an der Klampfe, Daniel Freyberg (Naildown), erneut eine gute Figur machte. Die Setlist wurde variiert (Everytime I Die oder Needled 24/7 fehlten), Netta Skog kam als Gast-Akkordeonistin schnell mal dazu, und ne Pyroshow (allerdings kein Feuerwerk) setzte dem Ganzen das Sahnehäubchen auf. Keyboarder Janne zeigte – wieder mal – seine komödiantische Ader, als er zwischendrin gemütlich die Drumsticks einsammelte, die Jaska ”verstreut” hatte, um sie ihm dann liebevoll in die Hand zu drücken – und alles mitten im Song, wohlbemerkt … Ne Bar hatten sie ja schon mal als Bühnendeko, aber wär evtl. ne Herdplatte ne Idee, damit Janne schnell mal Rühreier oder Crepes zubereiten kann, wenn es ihm am Keyboard zu langweilig wird? 😉 Kurz, klasse Abschluss eines rundum gelungenen Tuska Festivals! (KW)

Das Jubiläums-Tuska – 20 Jahre – wird übrigens vom 30.6.-2.7.2017 stattfinden. Mehr auf der Festivalwebsite .

Contributors

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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