Sixx:A.M.: Prayers For The Damned (Vol. 1)

VÖ: 29.04.2016 Label: Eleven Seven Music / Warner ADA

Hand aufs Herz. Letztes Jahr um diese Jahreszeit kannte ich die Band Sixx:A.M. nicht – erst auf ihrer USA-Tour, der ich beiwohnte, habe ich die Band kennen und schätzen gelernt. Die letzten Monate habe ich, wie auch alle Fans, sehr auf dieses Album gewartet und vor ein paar Tagen war es soweit – „Prayers For The Damned“ ist seit dem 29.4.2016 in den Läden zu finden. Ob sich der Weg dorthin auch lohnt, erfahrt ihr hier!

Es geht direkt mit einer guten Portion Rock los – „Rise“ ist definitiv ein gelungener Einstieg in das Album, der Song reißt mit und hat dann doch schon irgendwo den „typischen Sixx:A.M. Klang“, ein Wiedererkennungsmerkmal, das nicht nur auf dem Gitarrensound sondern auch James Michaels Gesang und Stimmfarbe basiert. In die gleiche Kerbe schlägt dann auch direkt „You Have Come To The Right Place” – man könnte fast meinen, dass es eine nahtlose Weiterführung sei; was ich wirklich gut finde, denn es lässt das Gesamtbild einfach rund wirken, ohne an Spannung zu verlieren.

Schon bei den ersten beiden Tracks des Albums bemerkt man, dass doch gerne mal der Gesang verzerrt wird – ich persönlich finde das absolut nicht toll, daher ist „I´m Sick“ oftmals nicht mein Geschmack. Klarer und unverzerrter Gesang hätte dem Song wesentlich mehr Ausdruck verleihen können – alles in allem aber kein schlechter Track, er hätte nur mehr Potential. „When We Were Gods“ ist das perfekte Beispiel dafür, wie eine gesunde Mischung aus klarem und verzerrtem Gesang klingen kann. Der zerbrechliche Touch in der Stimme von James Michael, ein toller Kontrast zu dem sehr rockigen Chorus (ich sehe darüber hinweg, dass die Übergänge von Strophen und Chorus etwas sehr extrem sind).

Dahingegen ist „Prayers For The Damned“ mein absoluter Favorit des Albums – auf den Punkt, musikalisch und auch gesanglich einfach ein Lied, das ins Herz trifft, nicht zuletzt wegen der starken Lyrics. Wo war nochmal die Repeat-Taste? Ich glaub, ich muss sie drücken! Oder nein, dann würde ich „Better Man“ verpassen – und das ist ein weiterer rockiger, aber auch nachdenklicher Track, dessen Chorus musikalisch irgendwie bombastisch daherkommt und in den Strophen pur und gesanglich einfach unendlich ausdrucksstark ist.

Auch die letzten beiden Tracks des Albums, „The Last Time (My Heart Will Ever Hit The Ground)” sowie “Rise of the Melancholy Empire” sind durchaus Songs, die im Kopf bleiben, und die man bei Live-Auftritten gut und mit voller Inbrunst mitsingen kann – wenn man nicht mit Headbangen beschäftigt ist. Das mag man bei “Rise of the Melancholy Empire” zu Beginn nicht glauben, aber recht schnell wird auch dort klar, dass sich hinter dem ruhigen Beginn ein vor Kraft nur so strotzender Song auf den Hörer wartet- wenn man die ruhigen Passagen, die einem die Strophen bieten, ausblendet.

Alles in allem wirklich ein sehr gut gelungenes Album voller Kraft und Spielfreude und unbändiger Energie – aber (ja, es gibt ein „aber“) eine Sache fehlt mir: und zwar eine Ballade. Die Band hat bewiesen, dass sie das Schreiben solcher Songs durchaus beherrscht, daher ist es für mich unverständlich, dass kein Ruhepol den Weg auf dieses mitreißende und rockige Album gefunden hat.

Anspieltipps: Prayers For The Damned // When We Were Gods // Better Man

Tracks
01 Rise
02 You Have Come To The Right Place
03 I’m Sick
04 Prayers For The Damned
05 Better Man
06 Can’t Stop
07 When We Were Gods
08 Belly Of The Beast
09 Everything Went To Hell
10 The Last Time (My Heart Will Ever Hit The Ground)
11 Rise of the Melancholy Empire

Carina Ullmann

Carina Ullmann

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