Musculus – Fresh Act April 2016

Musculus stammen aus Helsinki, Finnland, und sind mir daher schon bei mehreren Live-Gelegenheiten positiv aufgefallen  – also fangen wir einfach mit der Unterhaltung an:

Wer seid ihr – könnt ihr euch kurz mal vorstellen?

WIR SIND MUSCULUS. Roope-Drums, Erno-Bass, Juho und Joona-Guitars, Keith-Vocals.

Wie habt ihr einander kennengelernt, wann und warum habt ihr diese Band gegründet?

Vier von uns haben eigentlich schon einige Zeit miteinander gespielt, als wir dann diesen süssen Briten in einer Bar kennen lernten. Nach einigen gemeinsamen Besäufnissen in einer Sauna luden wir ihn in unseren Proberaum ein, um gemeinsam unwahrscheinlich viel süsse Musik zu machen…

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben, und wie hat sich dieser entwickelt? Wo liegen eure musikalischen Wurzeln und Einflüsse?

Heavy, Schweiss, Freddie Mercury.

Gab es ein bestimmtes Ereignis bzw. Song, der euch inspirierte, Musiker zu werden?

Nein.

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In welchen Bands habt ihr vorher gespielt? Habt ihr noch weitere Nebenprojekte?

MUSCULUS wurde im Prinzip aus der Asche der finnischen Punk Band Jyrki Käteinen geboren, der Juho und Erno angehörten. Joona war ein alter Freund und hatte mal einen Gig mit den beiden im Rahmen seines damaligen Projekts, und Roopes Band Vauva hatte sich gerade rechtzeitig aufgelöst, damit er von einer neuen Band geschnappt werden konnte! Damals in England hatte Keith schon als Teenager in Bands gesungen, wie etwa bei Naked Weapon und der Cyber-Grindcore Band Chainsawrapecrew. Erno & Joona haben noch dieses Experimental Rock Musica Nebenprojekt namens HERRA, welches viele lokale Talente vereint – wie etwa unseren hauseigenen Keith Thompson – und haben gerade eine EP herausgebracht. Roope schrammt auch die Klampfe bei der örtlichen Pop/Funk/Rap Band MC Intoleranssi & Strutsin Munat.

Wie schreibt ihr eure Musik und Texte, ist es Teamwork?

Ja.

Steckt eine bestimmte Philosophie hinter eurem Schaffen, oder woher kommt eure Inspiration?

Wir versuchen im Grunde, uns für alles so offen wie möglich zu halten, unseren Stil oder unser Genre nicht wirklich einzuschränken und so. Aber die Texte, Musikvideos, Live-Performances und andere theatralische Elemente bei MUSCULUS zielen darauf ab, diverse Stereotypen hinsichtlich Männlichkeit / Geschlecht / männliche Tapferkeit zu verarschen, zu parodieren, dazu klauen wir noch Ideen aus der goldenen Ära von Horrorfilmen und 80er-Action-Flicks und mischen noch eine gehörige Dosis schwule Erotik dazu. Auf unserer Debüt EP ‘Six Pack’ haben wir heavy/doomy/Stonermetal bis hin zu 1980s Montage Rock Hymnen, mit Songs über Invasionen von Ausserirdischen, Stripper-Transen und dabei kommen wir noch als durchgehend knallharte Hetero-Typen weg!

Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?

Wir brauchten was Männliches, was kurz und prägnant ist. Da kam dann Juho mit diesem lateinischen Begriff ‘mus musculus’ an, eigentlich der Name für die gewöhnliche Hausmaus. Die Ironie dahinter finden wir noch immer höchst unterhaltsam, und das reflektiert auch so ziemlich unsere allgemeine Einstellung als Band.

Wie ist denn in eurer Heimat so die Lage für eine Rock / Metalband (in eurem spezifischen Genre)?

Finnland hat weltweit die höchste Pro-Kopf-Dichte bei Metalbands, aber finnisches Publikum ist absolut zäh, wenn es darum geht, sich zu bewegen und auf Party zu machen. Es ist toll, die Leute mal weg von der Theke ins Moshpit zu locken, mit völlig überzogenen Shows, einer Tonne Energie und garniert mit ein bisschen Glitter und Körperflüssigkeiten.

Was macht ihr denn im “echten Leben”, wenn ihr keine Musik macht?
Juho ist Bauarbeiter, Keith beim Militär, Erno ist ein Liebhaber von Leder und derzeit arbeitslos, Roope ist ein tierisches Geistwesen indianischer Ureinwohner und Joona ein Cowboy.

Seht ihr euch nach einer Plattenfirma um oder wollt ihr lieber beim DoItYourself bleiben?

Es wäre nett, wenn uns die richtige Firma entdecken würde, aber wir sollten dann auch unser Ding als “unser Ding” beibehalten können. Wir sind nicht bereit, unsere Durchgeknalltheit nur wegen einem Deal aufzugeben.

Was geht bei euren Gigs ab, wie sieht euer perfektes Venue/ eure perfekte Show aus?

Unsere Shows sind eine überragende Überwältigung der Sinne. Wir entscheiden uns immer für ein Thema vor jedem Gig und tauchen uns da voll mit unseren Eiern ein. Wir hatten da mal Joona, wie er Keith als den Antichrist gebar, bei einer Weihnachtsshow, Juho verkleidet als japanisches Schulmädchen bei einem “80er Porno” Thema, und wir spielten mal vor über 600 Leuten als famose, schillernde, post-apocalyptische “Schwule Mad Max’ Extravaganza. In der Zukunft wäre es toll, auch mal auf grösseren Bühne aufzutreten, und das hoffentlich überall auf der Welt, und das mit massiven Explosionen, Pyrotechnik und Special Effects als Teil unserer Show.

Könnt ihr uns eine absurde, extreme Geschichte erzählen, z.B. Was mal bei einem Gig schief lief?

MUSCULUS ist eine einzige durchgehend absurde und extreme Geschichte.

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Wenn ihr euch was frei aussuchen könntet, mit welcher Band würdet ihr gerne touren, und warum?
Wir würden einen Voodoo-Zauberer engagieren, um Elvis wieder zu beleben, damit dieser die Menge für uns aufwärmen könnte …

Was habt ihr in (naher) Zukunft vor?

Unser aktueller Videoclip zu ‘Shake Your Moneymaker’ wurde in einem “Tanzlokal mit Unterhaltung für Erwachsene” gedreht, mit ein paar sehr talentierten Tänzerinnen (pole dancers). Wir verhandeln gerade darüber, ob sie auch bei unseren Live-Shows auftreten könnten, was echt toll wäre. Wir schreiben immer wieder an neuen Songs, arbeiten darauf hin, besser und intensiver zu spielen und auch auf den nächsten Musikvideoclip.
Und obwohl MUSCULUS eigentlich nicht wirklich bei der nächsten Night of Insanity (7.5.2016, Dubrovnik-Club, Helsinki) auftreten werden, kann man dort unsere Inkarnation als Country Cover Band ‘KT & the Moonshine Band’ spielen sehen.

Stichwort Video – eure Videos sind ja stehts ausgesprochen amüsant, wie kommt ihr auf diese Ideen, und habt ihr einen Filmexperten in der Band, weil alles immer so professionell wirkt?
Bei beiden unserer Videos ‘Scorned’ (2014) und ‘Shake Your Moneymaker’ (2015) hat unser Sänger Keith das Drehbuch geschrieben, den Clip produziert und Regie geführt, also kannst du das, was du zu sehen kriegst, auf sein krankes Hirn zurückführen. Alles wurde total Do-It-Yourself bei Null Budget erschaffen, aber wir hatten das unglaubliche Glück, mit Mikael und den Jungs von der finnischen Independent Film Firma Finfinitum zusammen zu arbeiten. Ihre Talente mischten sich mit unseren “Talenten”, darum haben diese Clips diese Qualität und sehen so verdammt sexy aus!

Band Website

photos: Band, K.Weber

Klaudia Weber

Klaudia Weber

Rücksichts- und gnadenlose Diktatorin, kniet vor mir! Anders gesagt: Chefredakteurin, Übersetzerin, Webseiten- und Anzeigenverwaltung, also "Mädchen für alles" - - - Schwerstens abhängig von Büchern (so ziemlich alles zwischen Herr der Ringe und Quantenphysik) und Musik, besonders von Metal finnischer Prägung. Weiters Malen, Zeichnen, Film, Theater... also könnt ihr mit einer vielseitigen Website rechnen.

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