Van Canto Metal Vocal Musical – Voices of Fire

Spielzeit: 56 Min  Label: AFM Records  VÖ: 11.03.2016

 

Junge, wie die Zeit vergeht! Mittlerweile sind Van Canto bereits seit 10 Jahren aktiv. Wurde die A-capella-Heavy-Metal-Band anfangs eher belächelt, haben sie sich mittlerweile zu einem respektierten Act entwickelt. Dies liegt zum einen sicherlich an dem Auftreten der Band oder einzelner Mitglieder bei anderen Acts (checkt mal die fantastische Wacken-Live-Version von Gravediggers ‚Rebellion‘, bei der Van Canto mitsingen!). Zum anderen liegt dies aber auch an den eigenen Platten, die in der Regel eine Mischung aus eigenen Songs und Covern bieten.

Das neue, 6. Studioalbum betritt insofern in mehrfacher Hinsicht Neuland: Erstmals legen Van Canto ein Album ganz ohne Coverversion vor. Dies liegt am engen Konzept des Albums. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit dem deutschen Fantasy-Autor Christoph Hardebusch („Die Trolle“) und stellt gewissermaßen eine Musicalversion des neuen, am 17.03.2016 erscheinenden Romans „Feuerstimmen“ dar.  Um den Musicalcharacter zu betonen, hat man den Schauspieler John Rhys-Davis (u. a. Gimli aus „Der Herr der Ringe“) gewinnen können, der zwischen den Songs Spoken-Word-Parts vorträgt.

Aber kommen wir zum Eigentlichen, was für uns zählt: Die Musik. An den gewohnten Trademarks – vielschichtige Vokalarrangements mit einem begleitenden Schlagzeug –  hat sich natürlich nichts geändert. Das Songmaterial ist erstklassig, geht ins Ohr und animiert zum Mitsingen. Besonders positiv tun sich ‚Clashing on Amour Plates‘ und ‚Firevows‘ hervor. Van Canto haben sich auch bemüht, so viel Abwechslung als möglich einzubauen – auch wenn das mit der begrenzten „Instrumentierung“ nicht wirklich klappt. So hört sich nach einer gewissen Spielzeit doch vieles recht ähnlich an.

Auch wenn Van Canto vieles richtig machen, kann mich „Voices of Fire“ nur zum Teil überzeugen. Zum einen denke ich, dass das Konzept, alle Melodieinstrumente durch Vocals zu ersetzen, insbesondere durch Coverversionen lebt (ähnlich wie bei Apocalyptica). Bei einem Album, das ausschließlich Eigenkompositionen enthält, stößt es aber an seine Grenzen. Hier entsteht dann genau das oben beschriebene Problem: Vieles klingt zu ähnlich. Auch die vokalen „Gitarrensoli“ schaffen da keine Abhilfe. Zum anderen bleibt aber auch wenig wirklich hängen. Obwohl jeder Song für sich sehr gut ist, ist bei mir – mit Ausnahme der oben genannten – auch nach dem mittlerweile 5 oder 6 Durchlauf keiner im Ohr geblieben.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wer schon ein Anhänger der Band ist, wird hier sicherlich nicht enttäuscht. Alle anderen checken das Album erstmal bei Spotify und Co an.

 

www.vancanto.de

Timo Pässler

Timo Pässler

timo@stalker-magazine.rocks - Reportagen, Reviews, Fotos - - - Favorisierte Musikrichtungen? - - - Hauptsächlich Speed, Power, Melodic, Symphonic and Thrash Metal, manchmal auch Black und Death Metal - - - Favorisierte Bands? - - - Blind Guardian, Iced Earth, Children of Bodom, Powerwolf, Kreator, Vader, Amon Amarth, Subway to Sally, Avantasia, U.D.O., Accept, Sinbreed und viele mehr! - - - Sonstige Interessen? - - - Musik (hören und spielen), Wing Tsun, Pfadfinder, Whiskey

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.