Witchcraft – Nucleus

Label: Nuclear Blast VÖ: 15.01.2016 Spielzeit: 69:45 Genre: Stonerrock, Retrorock, Doom

Nach dem schon sehr erfolgreichen wie eingängigen „Legend“ Album von 2012 sollte man meinen, daß Magnus Pelander mit Witchcraft diesen Weg weiter beschreitet. Der aktuelle Release „Nucleus“ allerdings ist dagegen ein klarer Fall von „Denkste!“ Klar gibt es auch hier sehr harmonische Titel, im Wesentlichen jedoch regiert hier pechschwarzes Leiden. Der Opener „Malstroem“ ist dafür schon ein gelungenes Beispiel, der mit seinem anfangs noch recht positiv klingendem Akustikpart den Hörer kurz darauf mit einem Riff, auf das Toni Iommi stolz wäre, in einen düsteren Abgrund zieht. „Theory of Consequence“ ist hernach eine kurze aber tiefe Verbeugung vor Led Zeppelin und das folgende „The Outcast“, der Titel der noch am Besten auf dem Vorgängeralbum hätte stehen können, hat weit mehr als einen Jethro Tull Moment – oder vielleicht doch eher alte Genesis? Der titelgebende Track Nucleus artet dann in ein Longtrack jenseits der 10 Minuten aus, wobei man sich hier mit Sicherheit gut darüber streiten kann, da gut die Hälfte des Titels auf dem gleichen Akkord herumnudelt, eben nur in verschiedenen Varianten der Ahhs und Ohhs. Gut ist der Titel freilich trotzdem, kennt jemand zufällig Orne, das Sideprojekt von Reverend Bizarre/Lord Vicar Fronter Peter Vicar? Das hier könnte annähernd eins zu eins von Orne sein und ich bitte das als Kompliment zu verstehen. Mit bleischweren Gewichten wird anschließend bei „An Exorcism of Doubt“ noch dem Black Sabbath Debüt gehuldigt, insbesonders dem angejazzten Drumming von Bill Ward und das foglende „The Obsessed“ dampft Sabbaths Vol. IV auf knappe fünf Minuten ein. Allgemein ein ziemlich schwarzseherisches Album, wie allein die Titel ahnen lassen; die Stimmungskurve jedenfalls zeigt auch mit dem eher ruhigen „Helpless“ und erst recht nicht mit dem abschließenden, ebenfalls überlangem, „Breakdown“ nicht nach oben. Nucleus ist beileibe kein Album. das sofort zündet, wenn man sich von der trostvollen Düsternis des Albums zudecken lässt, will man nur ungern wieder darunter hervorkommen.

Tracklist:

01: Malstroem
02: Theory of Consequence
03: The Outcast
04: Nucleus
05: An Exorcism of Doubts
06: The Obsessed
07: To transcend Bitterness
08: Helpless
09: Breakdown

Björn Schmiterlöw

Björn Schmiterlöw

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alles was mit Rock und Metal zu tun hat. Es ist einfacher aufzulisten was ich nicht mag und das sind die Stile mit „Core“ drin. (von Ausnahmen abgesehen) – – –
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